Waiblingen

Marihuana verkauft und gleich erwischt

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Symbolbild. © ZVW

Waiblingen/Weinstadt. Für den Besitz und Verkauf von Marihuana ist ein junges Weinstädter Ex-Paar vom Amtsgericht Waiblingen verurteilt worden. Nicht einmal eine Woche nachdem sie das Marihuana gekauft hatten, sahen sie sich der Polizei gegenüber. Der Mann wurde zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt, die Frau erhielt eine Geldstrafe von 1800 Euro.

Einem aufmerksamen Vater ist es zu verdanken, dass ein Pärchen Anfang 2015 beim ersten Versuch, Marihuana zu verkaufen, erwischt wurde. Nun stehen Cara B. und Alischer W. vor Gericht (Namen von der Redaktion geändert) – die heute 22-jährige Tochter und ihr 22-jähriger Ex-Freund.

Wie ein Ermittler des Rauschgiftdezernats aussagt, brachte der Vater von Cara B. Anfang April 2015 sechs Tütchen mit Marihuana zur Polizei, die er neben weiteren in der Weinstädter Wohnung des damaligen Pärchens gefunden hatte. Die Polizei stürmte am Morgen des 6. April die Wohnung und fand dort 32 Gramm Marihuana.

50 Gramm Marihuana gekauft

Wie sich herausstellte, hatte Alischer W. kurz zuvor insgesamt 50 Gramm „Haze“, eine qualitativ hochwertige Marihuana-Sorte, mit Geld von Cara B. für 460 Euro gekauft und als einzelne Portionen von 0,7 bis zu drei Gramm eingetütet. Bis dahin hatten die beiden kleinere Mengen zum Hausgebrauch erworben. Wenige Tage später bestellte Alischer B. per WhatsApp-Nachricht weitere 25 Gramm. Bevor er die zweite Bestellung in Empfang nehmen konnte, kam schon die Polizei. Von den 50 Gramm waren zu diesem Zeitpunkt, weniger als eine Woche nach dem Kauf, bereits rund 18 Gramm verschwunden. Insgesamt 20 Tütchen waren noch übrig. Mindestens ein Verkauf ist nachweisbar.

Spätes Geständnis

Vor Gericht gaben beide Angeklagte erst zum Ende der Verhandlung hin ihren Anteil am Geschäft zu. Alischer W. gestand den Kauf sowie den Plan, nicht alles selbst aufzurauchen, sondern einen Teil zu verkaufen. Cara B. gab die willentliche Entscheidung zu, die 460 Euro zu bezahlen und mitzurauchen. Von den Verkaufsplänen habe sie gewusst, die Einzelheiten seien die Sache von Alischer W. gewesen.

Wie weit die Pläne von Alischer W. wirklich gingen, ist unklar: Vielleicht ging es darum, den Kaufpreis für den Eigenbedarf zumindest teilweise zurückzuholen, indem eine größere Menge sozusagen zum Sonderpreis besorgt und Teile davon weiterverkauft werden. Vielleicht wollte er auch sein dürftiges Einkommen aufbessern.

Eine schwierige Beziehung

Ebenso unklar ist, wie weit die Beteiligung von Cara B. reichte. Das Paar hat eine schwierige Beziehung geführt. Auch körperliche Übergriffe seitens Alischer W. soll es gegeben haben, über die in einem anderen Verfahren gerichtet wird. Diese Umstände machen es über weite Strecken der Verhandlung schwer, zu beurteilen, welche Rolle Cara B. bei dem Drogengeschäft hatte – vielmehr: bei ihrer damaligen psychischen Verfassung überhaupt haben konnte.

Für Richter Luippold und seine Schöffen gilt es, abzuwägen: Der Wirkstoffgehalt des Marihuanas war hoch, deswegen steht für Besitz und Verkauf jeweils der erschwerende Zusatz „in nicht geringer Menge“ im Raum. Andererseits war Alischer W. zum Tatzeitpunkt keine 21 Jahre alt, deswegen kann Jugendstrafrecht angewendet werden. Auch inwieweit Cara B. unter dem Einfluss ihres Ex-Freundes stand, fließt mit ein. Und schließlich die Tatsache, dass beide ihren Drogenkonsum aufgegeben und Ausbildungsstellen in Aussicht haben, kurz: auf einem besseren Weg sind.

Regelmäßige Drogentests

Alischer W. wird schließlich zu einer Jugendstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Zusätzlich muss er innerhalb von sechs Monaten drei Drogentests machen und 80 Arbeitsstunden ableisten.

Cara B. wird zu einer Geldstrafe von insgesamt 1800 Euro verurteilt, was einer Freiheitsstrafe von vier Monaten entspricht. Verurteilt werden sie für unerlaubten Drogenbesitz in nicht geringer Menge und Drogenhandel. Beides in minderschwerem Fall – weil noch nicht viel passiert war.