Waiblingen

Maskenmobil für den Rems-Murr-Kreis: Apotheker Patrick Pfeifer aus Waiblingen lässt FFP2-Masken an Risikogruppen liefern

Maskenmobil
Apotheker Patrick Pfeifer will vom 2. Januar 2021 an Kunden FFP2-Masken liefern. Beteiligt sind zudem die Staufen-Apotheke (gehört ihm auch) und die Remspark-Apotheke seiner Mutter. © Gaby Schneider

Mit Beginn der Verteilung von FFP2-Masken im Kreis standen die Kunden Anfang Dezember Schlange vor den Apotheken. Doch gerade Risikopatienten sollten vorsichtig sein und möglichst ihre Kontakte reduzieren. Der Waiblinger Apotheker Patrick Pfeifer hat sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen: Mit einem „Maskenmobil“ will er Risikopatienten den Zugang zu den Masken erleichtern.

27 Millionen Menschen in Deutschland zählen zur Corona-Risikogruppe

Masken gehören mittlerweile zu unserem Alltag: Beim Einkaufen, in der Bahn und teilweise auch in Städten muss der Mund-Nasen-Schutz getragen werden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Einfache Einwegmasken oder selbst genähte Masken reichen jedoch nicht aus, um die etwa 27 Millionen Risikopatienten in Deutschland zu schützen. Daher gibt es von der Bundesregierung seit Dezember spezielle FFP2-Masken für die Betroffenen.

Die Verteilung übernehmen die Apotheken. Doch gehen die Masken tatsächlich nur an Risikopatienten? Und wie hoch ist das Risiko für die Kunden, wenn sie für den Mund-Nasen-Schutz Schlange stehen?

Kundenansturm am ersten Tag

„Wenn wir die Pandemie ausbremsen wollen, ist es nicht sinnvoll, dass die gefährdetsten Personen unter uns Schlange stehen, um sich schützen zu können“, sagt Patrick Pfeifer, Betreiber der Central-Apotheke und der Staufenapotheke in Waiblingen. Am ersten Tag der offiziellen Maskenausgabe sei die zwei- bis dreifache Menge an Kunden in der Filiale gestanden.

Höherer Aufwand bei Neukunden

Nicht nur der Kundenansturm stellte die Apotheke vor Herausforderungen: Bei der Ausgabe mussten die Mitarbeitenden zudem herausfinden, ob die Kunden tatsächlich Anspruch auf die Masken haben. Denn diese sind nur für Menschen über 60 Jahre oder mit Vorerkrankungen. Bei Stammkunden und Personen über der Altersbegrenzung sei das kein Problem gewesen. „Da konnte man einfach nach dem Personalausweis fragen“, erklärt Pfeifer. Doch bei Neukunden sei der Aufwand deutlich größer gewesen, da nicht alle ihre Erkrankung mit Hilfe eines Attests belegen konnten.

Gegen Vorlage eines Coupons und gegen eine Gebühr von zwei Euro

Um den Bezug des Mund-Nasen-Schutzes nur den berechtigten Personen zugänglich zu machen, werden nun von der Bundesregierung sogenannte Bezugsscheine gedruckt. Ab Januar 2021 versenden die Krankenkassen je zwei dieser Coupons an die betroffenen Personen. Bei Vorlage des Coupons und gegen eine Gebühr von zwei Euro bekommen Risikopatienten je sechs FFP2-Masken in der Apotheke ihrer Wahl. Diese seien fälschungssicher und können in den Zeiträumen von Anfang Januar bis Ende Februar und Mitte Februar bis Mitte April in den Apotheken eingelöst werden. Der Aufwand für die Apotheker soll dadurch minimiert werden.

Zehn Fahrer stehen bereit

Damit seine Kunden nicht unnötigen Risiken ausgesetzt werden, bietet Pfeifer vom 2. Januar 2021 an einen Lieferservice. Hierfür beschaffte sich der 36-Jährige Fahrzeuge, die er „Maskenmobile“ nennt. Diese sollen im gesamten Rems-Murr-Kreis FFP2-Masken ausliefern. Auf die Idee zur Errichtung des „Maskenmobils“ kam Pfeifer durch Zufall: „Ich hatte immer Masken in meinem Privatfahrzeug, um anderen aushelfen zu können“, erklärt Pfeifer.

Freunde bezeichneten sein Fahrzeug fortan als „Maskenmobil“. Mittlerweile stünden zehn Fahrer für die Auslieferung der Masken bereit. Bestellen können die Kunden telefonisch über die eigens eingerichtete Maskenhotline, per Whatsapp oder auch per Post.

Was sagt der Sprecher der Apotheker im Kreis zu der Idee?

Jürgen Frasch, Sprecher der Apotheker in der Region im Rems-Murr-Kreis und Betreiber von vier Apotheken im Kreis, sieht keinen Bedarf eines „Maskenmobils“: „Es ist zwar eine tolle Idee, aber notwendig ist es nicht“. Die meisten Apotheken im Kreis hätten FFP2-Masken vor Ort oder könnten sie innerhalb kürzester Zeit beschaffen. Diese könnten entweder telefonisch oder über die Webseiten der lokalen Apotheken bestellt werden. Auch Lieferungen nach Hause seien kein Problem. „Jede Apotheke kann die Kunden vor Ort betreuen“, so Frasch.

„Lebensnotwendige Arzneimittel haben Vorrang“

Er selbst liefert auch Masken innerhalb von Weinstadt aus: „Da wir auch Arzneimittel ausliefern, bringen wir nun auch die Masken auf Wunsch zu den Kunden nach Hause. Doch lebensnotwendige Arzneimittel haben Vorrang.“ So könne die Belieferung mit Mund-Nasen-Schutz unter Umständen zwei bis drei Tage dauern.

Um große Warteschlangen bei der Ausgabe zu vermeiden, appelliert der Sprecher an die Betreiber der Apotheken in der Region: „Jede lokale Apotheke muss sich im Vorhinein gut überlegen, wie sie die Ausgabe der FFP2-Masken umsetzt.“

Mit Beginn der Verteilung von FFP2-Masken im Kreis standen die Kunden Anfang Dezember Schlange vor den Apotheken. Doch gerade Risikopatienten sollten vorsichtig sein und möglichst ihre Kontakte reduzieren. Der Waiblinger Apotheker Patrick Pfeifer hat sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen: Mit einem „Maskenmobil“ will er Risikopatienten den Zugang zu den Masken erleichtern.

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