Waiblingen

Mehr Pakete durch Corona: Viel zu tun für Zusteller Ivan Lavia aus Waiblingen

DHL Ivan Lavia
Ivan Lavia hat als Paketzusteller alle Hände voll zu tun. © Benjamin Büttner

Monatelang waren die Geschäfte geschlossen, viele Menschen haben deshalb online eingekauft. Mehr Online-Shopping bedeutet auch mehr Pakete: Aktuell stellt der Branchenriese DHL laut Marc Mombauer, Pressesprecher Deutsche Post DHL für Baden-Württemberg, deutschlandweit 8,5 bis 9 Millionen Pakete täglich zu. Zum Vergleich: Vor Corona waren es 5,5 Millionen Pakete.

Um die Paketflut zu bewältigen, wurden für das letzte Weihnachtsgeschäft in Deutschland 10 000 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutiert. „Insgesamt haben wir im Jahresverlauf in Deutschland im Bereich Transport, Sortierung und Zustellung 9000 Beschäftigte mehr“, so Mombauer. Einer von ihnen ist Ivan Lavia aus Waiblingen. Er arbeitet seit 15. Oktober 2020 als Paketzusteller in der Zustellbasis Waiblingen der Deutschen Post DHL.

Früher Pizza geliefert, heute Pakete

Zuvor hat der 52-Jährige in der Gastronomie gearbeitet. Für den gebürtigen Italiener, der seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebt, ist das durchaus vergleichbar: „Ob ich eine Pizza ausliefere oder ein Paket, das ist für mich das Gleiche. Ich schätze vor allem den freundlichen Umgang mit meinen Kundinnen und Kunden.“ Diejenigen, die besonders viel im Internet bestellten, seien so etwas wie die Stammkunden früher in der Pizzeria.

Natürlich habe er als Paketzusteller keine Zeit für einen ausführlichen Plausch und müsse wegen der Corona-Pandemie Abstand halten, dennoch schätzt er auch diese kurzen Kontakte: „Die Menschen sind sehr dankbar für den Job, den wir machen.“ Er selbst sei froh, dass ihm vor dem Lockdown der berufliche Wechsel gelungen ist. In der Gastronomie hätte er wohl monatelange Kurzarbeit vor sich gehabt, was für die Familie finanziell eng geworden wäre.

Fahrzeuge mit Wasserkanistern ausgestattet

Die Zusteller dagegen sind während der Corona-Pandemie besonders gefordert, nicht nur wegen der großen Zahl der Pakete. Es gilt auch viele Regeln einzuhalten. Sobald er bei der Auslieferung seiner Pakete Kontakt zu anderen Menschen hat, trägt Lavia Maske, er desinfiziert regelmäßig die Hände und kann auch im Zustellfahrzeug zwischendurch die Hände waschen, alle Lieferwagen wurden dafür mit Wasserkanistern ausgestattet. Die Fahrerhäuser der Fahrzeuge werden vor jedem Fahrerwechsel gereinigt. „Um den gegenseitigen Kontakt zu minimieren, teilen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise in der Zustellung derzeit in zwei unterschiedliche Schichten ein“, ergänzt Mombauer. Außerdem werde bei der Paketübergabe bis auf weiteres auf die eigenhändige Empfangsbestätigung durch den Empfänger verzichtet, stattdessen übernimmt dies der Zusteller kontaktfrei.

Menschen bestellen nach wie vor viel online

Für Ivan Lavia ist die Arbeit unter Corona-Bedingungen Alltag. Natürlich freue er sich auf den Tag, an dem er Pakete auch wieder ohne Maske und mit einem Lächeln übergeben dürfe, sagt er. Grundsätzlich aber ist er vor allem froh, dass er nicht alleine zu Hause im Home-Office ist, sondern einen vergleichsweise normalen Berufsalltag hat.

Noch bemerke er nicht, dass weniger online bestellt werde als während des Lockdowns. „Die Leute bestellen, als wäre jeden Tag Weihnachten“, ist sein Eindruck. Lavia muss es wissen, hat er doch kurz vor Weihnachten angefangen, als Paketzusteller zu arbeiten. Auch seine Frau kaufe gerne und viel im Internet ein, erzählt er schmunzelnd. Für ihn selbst allerdings ist es keine Option: „Wenn ich neue Schuhe brauche, möchte ich sie im Geschäft anprobieren“, sagt der Waiblinger.

Monatelang waren die Geschäfte geschlossen, viele Menschen haben deshalb online eingekauft. Mehr Online-Shopping bedeutet auch mehr Pakete: Aktuell stellt der Branchenriese DHL laut Marc Mombauer, Pressesprecher Deutsche Post DHL für Baden-Württemberg, deutschlandweit 8,5 bis 9 Millionen Pakete täglich zu. Zum Vergleich: Vor Corona waren es 5,5 Millionen Pakete.

Um die Paketflut zu bewältigen, wurden für das letzte Weihnachtsgeschäft in Deutschland 10 000 zusätzliche Mitarbeiterinnen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper