Waiblingen

Mehr Solarenergie für Waiblingen: Kostenlose Beratung für Einwohner im Juli

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Fotovoltaikanlage auf dem Berufsschulzentrum in Waiblingen. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Energieagentur Rems-Murr und die Stadt Waiblingen setzen im Juli die Solaroffensive Waiblingen fort. Bereits im Mai 2021 wurde laut Pressemitteilung das Förderprogramm Fotovoltaik veröffentlicht (www.waiblingen.de). Wer sich beraten lassen will, muss dafür in den zwei Aktionswochen vom 19. Juli bis 30. Juli nichts zahlen – denn die Energieagentur Rems-Murr und die Stadt Waiblingen übernehmen für alle Waiblinger den Anteil von 30 Euro.

2020 lag der Anteil an Solarstrom in Deutschland bei neun Prozent

Fotovoltaik ist eine wichtige Säule zu einer nachhaltigen Stromerzeugung, denn einfach gesagt: Die Sonne scheint, mehr oder weniger, immer. Im vergangenen Jahr lag der Anteil von Solarstrom in Deutschland bei knapp neun Prozent – dadurch konnten laut Pressemitteilung im Jahr 2020 knapp 35 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Natürlich wird auch Energie bei der Herstellung von Fotovoltaikanlagen benötigt. Eine Anlage braucht jedoch üblicherweise nur zwei bis drei Jahre, bis sie den Strom erzeugt hat, der für ihre Herstellung eingesetzt werden musste.

Selbst produzierter Strom ist preiswerter

Es lohnt sich laut der Stadt Waiblingen und der Energieagentur immer mehr, den selbst produzierten Strom für den eigenen Strombedarf zu nutzen. Denn der selbst produzierte Strom kostet weitaus weniger als der Strom aus dem Netz. Das Fotovoltaik-Netzwerk Baden-Württemberg gibt an, dass selbst kleine Systeme für private Wohnhäuser mittlerweile Strom für acht bis zehn Cent pro Kilowattstunde produzieren. Gegenüber der Lieferung von Strom durch einen Energieversorger, der netto etwa 25 Cent pro Kilowattstunde kostet, ergibt sich so eine Einsparung von rund 16 Cent pro Kilowattstunde.

Natürlich kann man den überschüssigen, nicht selbst genutzten Strom auch ins öffentliche Netz einspeisen. Die Einspeisevergütung dafür legt das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) fest. Die Dauer und Höhe der Förderung hängen von verschiedenen Faktoren ab: Entscheidend sind der Zeitpunkt der Inbetriebnahme, die Größe der Anlage (je kleiner, desto mehr) sowie die Art der Anlage (Freifläche oder Gebäude). Im Juni 2021 lag die Einspeisevergütung bei 7,58 Cent pro Kilowattstunde bei Fotovoltaik-Anlagen mit weniger als zehn Kilowatt-Peak (kWp).

Auch das eigene Elektro-Auto oder Pedelec kann natürlich mit dem eigenen Solarstrom betankt werden. „Inzwischen gibt es sogar Modelle, bei denen Sie den zuvor selbst erzeugten und ins Netz eingespeisten Strom anderswo zum Beladen Ihres Elektro-Autos nutzen können“, schreiben die Stadt und die Energieagentur.

Im Zweifel bei der Planung einen Statiker einbeziehen

Ob ein Dach überhaupt für eine Fotovoltaikanlage geeignet ist, dafür ist die Statik eines Daches entscheidend. Die Konstruktion muss ausreichend tragfähig sein. Ein Solarmodul wiegt etwa 16 bis 24 Kilogramm, das entspricht etwa 10 bis 15 Kilo pro Quadratmeter. Das Dach muss nicht nur das Gewicht der Module tragen, sondern auch die Lasten durch Wind und Schnee aufnehmen können. Deswegen ist es ratsam, im Zweifel einen Statiker in die Planung mit einzubeziehen. Außerdem sollten bei älteren Dächern die Dachziegel von einem Dachdecker untersucht werden. Die Kosten einer Fotovoltaik-Anlage hängen vor allem von ihrer Größe ab – jedoch sind größere Anlagen wirtschaftlicher als kleinere Anlagen.

Vorsicht bei denkmalgeschützten Gebäuden

In Baden-Württemberg ist eine Baugenehmigung für eine Fotovoltaik-Anlage auf Dächern oder an Fassaden des Eigenheims grundsätzlich nicht notwendig. „Vorsicht ist jedoch bei denkmalgeschützten Gebäuden geboten, hier kann eine Genehmigung erforderlich sein“, schreiben die Stadt und die Energieagentur. Auch wenn Fotovoltaik-Anlagen auf fremde Dächer installiert werden, wird eine Baugenehmigung erforderlich, da die Anlage dann gewerblich genutzt wird. Bei einer bestimmten Größe und für gebäudeunabhängige Fotovoltaik-Anlagen muss ebenfalls eine Baugenehmigung eingehalten werden.

Die Stadt Waiblingen fördert Fotovoltaik und Solarstromspeicher

Für die Investition in Fotovoltaik-Anlagen stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Darlehen zur Verfügung. Über das Förderprogramm 270 „Erneuerbare Energien Standard“ können sowohl private als auch gewerbliche Investoren über einen zinsgünstigen Kredit Fotovoltaik-Anlagen finanzieren. Die Stadt Waiblingen bietet in ihrem städtischen Förderprogramm Klimaschutz in diesem Jahr erstmals auch Förderungen für Fotovoltaik und Solarstromspeicher an. Gefördert werden in diesem Programm beispielsweise begleitende Maßnahmen zum Aufbau einer Fotovoltaik-Anlage auf Wohngebäude mit 100 Euro/kWp (Höchstbetrag 1000 Euro pro Objekt). Aber Achtung: Wechselrichter, Fotovoltaik-Module oder das Montagesystem selbst werden nicht gefördert.

Außerdem werden Fotovoltaik-Stromspeicher für Anlagen, die älter als 20 Jahre sind, mit 100 Euro/Kilowattstunde Speicherkapazität gefördert (Höchstbetrag 800 Euro pro Objekt). Antragsberechtigt sind Eigentümer von Wohngebäuden und Wohnungen sowie Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen mit Verwaltervertrag. Wichtig hierbei ist: Es können nur Maßnahmen gefördert werden, die noch nicht begonnen wurden.

Energieberater kommt nach Hause

Für eine Erstberatung können sich Bürger grundsätzlich immer an die Energieagentur Rems-Murr wenden. Der Eignungscheck Solar wird in Kooperation mit der Verbraucherzentrale umgesetzt. Die Teilnehmer erhalten vor ihrem Termin einen kurzen Fragebogen zu ihrem Gebäude, um die wichtigsten Rahmendaten vorab zu klären. Ein Energieberater kommt dann nach Hause und prüft die Eignung der Dachflächen für Photovoltaik und Solarthermie. Im Nachgang gibt es einen Bericht, der alle Details der Beratung und Vorschläge zum weiteren Vorgehen enthält.

Jede Privatperson, die ein Einfamilien-, Mehrfamilien-, Reihen- oder eine Doppelhaushälfte in Waiblingen besitzt, kann an der Solaroffensive Waiblingen teilnehmen. Wer einen Termin vereinbaren will, schickt hierfür vorzugsweise eine E-Mail mit folgenden Daten an info@ea-rm.de: Vorname, Nachname, Adresse, Telefonnummer, Randdaten zum Gebäude (Art des Gebäudes, Baujahr, Jahresstromverbrauch). Auch sollte man erwähnen, an welchen Wochentagen und zu welchen Uhrzeiten man vorzugsweise Zeit für den Eignungscheck Solar hat. Der Check dauert circa eine Stunde. Die Energieagentur Rems-Murr gGmbH hat ihren Sitz in der Gewerbestraße 11 im Gewerbegebiet Eisental und ist unter 0 71 51/9 75 17 30 erreichbar.

Die Energieagentur Rems-Murr und die Stadt Waiblingen setzen im Juli die Solaroffensive Waiblingen fort. Bereits im Mai 2021 wurde laut Pressemitteilung das Förderprogramm Fotovoltaik veröffentlicht (www.waiblingen.de). Wer sich beraten lassen will, muss dafür in den zwei Aktionswochen vom 19. Juli bis 30. Juli nichts zahlen – denn die Energieagentur Rems-Murr und die Stadt Waiblingen übernehmen für alle Waiblinger den Anteil von 30 Euro.

2020 lag der Anteil an Solarstrom in

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