Waiblingen

Mehr Solarstrom in Waiblingen: Große Photovoltaik-Anlage geht bald in Betrieb

Photovoltaik Parkhaus Bahnhof
Solarmodule auf dem Dach des Parkhauses am Waiblinger Bahnhof. © Stadtwerke

Im Ameisenbühl in Waiblingen soll im September eine neue Solarstrom-Anlage in Betrieb gehen. Auf dem Dach einer großen Halle, in der der Prototypenpark von Daimler untergebracht ist, wird die bestehende Anlage deutlich erweitert – laut den Stadtwerken wird es die größte Photovoltaik-Dach-Anlage im Rems-Murr-Kreis sein. Zugleich nehmen die Anfragen von Privatleuten stetig zu, was in Waiblingen nicht unbedingt mit der seit diesem Jahr geltenden Photovoltaik-Pflicht zu tun hat. 

Die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Hess-Areal baut die Energiepark Waiblingen Greenfield GmbH, eine Tochterfirma von Greenfield Development und den Stadtwerken Waiblingen. Die GmbH wird die Anlage auch betreiben. Die riesigen Gewerbehallen hat das Düsseldorfer Unternehmen Greenfield Development gebaut. Die Solarstrom-Anlage auf dem Dach hat laut den Stadtwerken bislang eine Leistung von 750 Kilowatt Peak (kWp). Nach der voraussichtlichen Inbetriebnahme im September kommen 2845 kWp dazu – mit knapp 3600 kWp wäre die neue Photovoltaik-Anlage dann die Spitzenreiterin auf den Dächern im Kreis, so Stadtwerke-Sprecher Michael Sigel.

Anlage auf dem Parkhaus am Bahnhof: Strom für E-Autos

Auch sonst wächst der Solar-Anteil bei der Stromerzeugung in Waiblingen. Auf dem neuen P+R-Parkhaus am Bahnhof befindet sich eine Anlage mit 299,7 kWp Leistung, deren Strom unter anderem für die 29 Wallboxen der Stadtwerke im Parkhaus genutzt wird. Dort können Elektroautos aufgeladen werden. Noch ein Stück kleiner, aber trotzdem wichtig: die Anlagen auf dem neuen DRK-Seniorenwohnheim in Beinstein (40,33 kWp), die im Juni fertiggestellt worden ist, sowie eine weitere in der Alfred-Leikam-Straße (57,7kWp, März).

Die Stadtwerke betreiben momentan 32 Anlagen mit insgesamt 1845 kWp. Mit den bestehenden Solarmodulen auf dem Daimler-Prototypen-Park der Stadtwerke-Tochter sind es 2594 kWp. Die neue, große Anlage dort bedeutet demnach eine Verdoppelung der installierten Leistung. Zudem führen die Stadtwerke laufend Gespräche für weitere Investitionen in den Klimaschutz und erneuerbare Energien, so Michael Sigel.

Untätig sind auch die Waiblinger Hausbesitzer nicht. Laut Sigel gibt es aktuell 1066 private Photovoltaik-Anlagen (ohne Hess-Areal) im Netz der Stadtwerke, die auf eine installierte Leistung von fast 15 Megawatt Peak kommen. Im vergangenen Jahr sind aus allen Anlagen circa zehn Millionen Kilowattstunden Solarstrom in das Stadtwerke-Netz eingespeist worden. Die erzeugte Strommenge liegt laut Michael Sigel noch deutlich darüber – denn es wir ja nicht alles eingespeist, sondern der Sonnenstrom teils auch von den Erzeugern selbst verbraucht. Das könne aber aus technischen Gründen nur teilweise gemessen werden. Berücksichtigt man den Selbstverbrauch, lag der Photovoltaik-Anteil 2021 bei 4,66 Prozent der gesamten Netzabgabe an Endkunden.

Photovoltaik: Stadtwerke halten auch Freiflächen für denkbar

Die Stadtwerke sehen „großes Potenzial“, auch für die eigene Stromerzeugung. „Neben potenziellen Dächern sind es ggf. auch mögliche Freiflächenanlagen, die uns reizen würden“, so Sigel. Der Fokus liege aber auf den Dächern, „da die Verfügbarkeit der Freiflächen eingeschränkt ist“. Dennoch halten die Stadtwerke auch weitere Freiflächenanlagen für denkbar. Bei städtischen Gebäuden sei man im „intensiven Austausch“ mit der Stadt Waiblingen.

Von Privatleuten nehmen die Anfragen zum Thema Solarstrom „stetig zu“, so die Stadtwerke. Auch hier gebe es hohes Potenzial, weil viele Flächen noch unbelegt seien. Das Unternehmen erwartet daher einen Zuwachs an Photovoltaik in der Stadt. Grund sei aber „eher nicht“ die Photovoltaik-Pflicht, die seit Mai für neue Wohngebäude in Baden-Württemberg gilt und ab Januar 2023 auch bei grundlegenden Dachsanierungen. Denn in Waiblingen gebe es seit fast 16 Jahren ähnliche Vorschriften für Neubaugebiete.

So wird in Neubaugebieten in Grundstückskaufverträgen festgehalten, dass auf mindestens 50 Prozent der „geeigneten Dachflächen“ Solarenergie (Strom oder Wärme) genutzt werden muss. Voraussetzung ist aber, dass die Grundstücke der Stadt gehören.

Aus Sicht der Stadtwerke ist etwas anderes entscheidend: „Der Zuwachs wird in Waiblingen eher aus wirtschaftlichen Gründen (Steigerung der Energiekosten) zu erwarten sein“, so Stadtwerke-Sprecher Sigel.

Im Ameisenbühl in Waiblingen soll im September eine neue Solarstrom-Anlage in Betrieb gehen. Auf dem Dach einer großen Halle, in der der Prototypenpark von Daimler untergebracht ist, wird die bestehende Anlage deutlich erweitert – laut den Stadtwerken wird es die größte Photovoltaik-Dach-Anlage im Rems-Murr-Kreis sein. Zugleich nehmen die Anfragen von Privatleuten stetig zu, was in Waiblingen nicht unbedingt mit der seit diesem Jahr geltenden Photovoltaik-Pflicht zu tun hat. 

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