Waiblingen

Merkel sagt Besuch bei Stihl ab

Bundeskanzlerin Merkel: Besuch des Berufsbildungswerkes Greifswald 2016
Angela Merkel zu Besuch bei den Berufsbildungswerken. Am 4. März kommt die Kanzlerin nun doch nicht nach Waiblingen. © Mathias Ellwanger

Waiblingen. Überraschend hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Termin beim Waiblinger Sägenhersteller Stihl an diesem Freitag abgesagt.

Die Absage des Besuchs begründete das Kanzleramt mit der Vorbereitung des nächsten EU-Gipfels zur Flüchtlingspolitik, so ein Unternehmenssprecher. Stihl hatte zur Eröffnung des Entwicklungszentrums und der neuen Produktionslogistik geladen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte sein Kommen zugesagt. Zum Landes-Parteitag der CDU am Freitagnachmittag in Ettlingen wird die Kanzlerin aber erscheinen.

In der Union wird zwei Wochen vor der Landtagswahl die Nähe Kretschmanns zur Kanzlerin in der Flüchtlingspolitik diskutiert. Aus der CDU wurde Kretschmann sogar vorgeworfen, er würde die Kanzlerin geradezu stalken. Die SPD vermutete, dass die Absage auf Druck der Landes-CDU zustande kam. Denn Fotos von Merkel mit dem Regierungschef der Grünen seien so kurz vor der Wahl unerwünscht. Zumal die Union in Umfragen schwächelt: zum zweiten Mal landete sie bei einer Umfrage zur Landtagswahl knapp hinter den Grünen.

Doch CDU-Wahlkampfmanager Thorsten Frei wies die Spekulationen zurück. „Das ist absoluter Blödsinn.“ Die Südwest-CDU habe keinen Einfluss auf die Terminplanung der Kanzlerin. Wegen G Gipfeltreffen werde auch ihre Rede auf dem Parteitag nach vorne verlegt.

SPD-Generalsekretärin Katja Mast sprach hingegen von der „hellen Panik" in der Südwest-CDU. Guido Wolf zeige „in den letzten Tagen, dass er sich in einer Angstspirale befindet, wie man sie von der CDU nie für möglich gehalten hätte.“

Der Ministerpräsident hingegen kommt zur Einweihung des erweiterten Stihl-Entwicklungszentrums.