Waiblingen

Mieter für neues Lokal abgesprungen: Ex-Kneipe am Bahnhof Waiblingen weiter leer

Bahnhof Imbiss D-Zügle Leerstand
Leerstand am Bahnhof Waiblingen: Hinter den großen Fensterscheiben rechts war mal die Kneipe „D-Zügle“. Nun ist es eine Baustelle - seit längerem. © Büttner

Seit über einem Jahr stehen die Räumlichkeiten der früheren Kneipe „D-Zügle“ am Bahnhof Waiblingen leer. Eigentlich sollte dort ein „Wechsel zu einem Imbisskonzept und einem neuen Partner“ erfolgen, die Rede war von einem „mediterranen“ Lokal - unter anderem, aber eben nicht nur mit Döner Kebap. Die Rohbauarbeiten in der ehemaligen Kneipe sind abgeschlossen, längst schon könnte der Laden an die künftige Nutzung angepasst werden - doch es passiert augenscheinlich nichts. Und jetzt?

Rohbau, Fassade, alles bereit, sagt Nikolaus Hebding, Leiter Bahnhofsmanagement bei der DB Station & Service AG. „Wir haben unsere Vorleistung erfüllt. Man könnte sofort den Innenausbau machen.“ Das Problem: Inzwischen sind der Bahn als Eigentümerin zwei potenzielle Mieter abgesprungen. Beide wollten Imbisse mit Döner, Falafel und Co. einrichten, so Hebding. Beide Male ist es dann doch nichts geworden.

Was würde hier funktionieren? „Eher keine Champagnerbar“

Der Bahnhofsmanager vermutet die schwierige Lage der Gastronomie-Branche nach den Corona-Jahren und angesichts der aktuellen Preissprünge als Ursache. „Extremst schwierig“ sei es momentan in dem Bereich. Die Bahn ist also weiter auf der Suche nach einem Mieter, der sich trotzdem traut - auch andere Angebote wären denkbar. „Wir sind nicht auf Döner fixiert“, sagt Nikolaus Hebding. Doch oft seien hier die Gastronomen zu finden, „die ein Wagnis eingehen“.

„Wir würden auch ein anderes Konzept als einen mediterranen Imbiss nehmen, aber es ist halt die Frage, was hier funktionieren würde“, so der Bahnhofsmanager. Und das sei wohl „eher keine Champagnerbar“, am Bahnhof halten sich die meisten Leute nun mal nur vorübergehend auf, da müsse es schnell gehen. Dennoch wären auch Außenflächen dabei, auf denen der künftige Wirt Tische und Stühle aufstellen dürfte.

"Wir wollen keinen Leerstand"

Hebding betont, es gehe nicht darum, die höchste Miete zu erzielen. „Wir wollen keinen Leerstand“, sagt er. „Der Bahnhof muss belebt sein, auch wegen der sozialen Kontrolle.“ Für das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Der Bahnhof Waiblingen sei ja eigentlich gut ausgestattet, mit Kiosk und Backshop. Auch dass zum Beispiel oft Busfahrer in der Nähe sind, erhöhe die soziale Kontrolle.

Viel Geld habe die DB bereits investiert. Vor einigen Monaten wurde etwa der Bodenbelag im Vorbereich erneuert, Ende 2021 die Unterführung unter anderem mit LED-Leuchten ausgestattet. Die Bahn wartet außerdem weiterhin auf die Zusage vom Bund, dass der die weit größeren Maßnahmen finanziert: Das Hauptgebäude soll gedämmt und die vordere Fassade mit Pflanzen begrünt werden.

Bahnhofsmanager wäre auch für "Pop-up-Store" zu haben

Doch zunächst hofft der Bahnhofsmanager darauf, dass die ehemalige Kneipe endlich einen Mieter bekommt. Vielleicht auch erst mal zur Zwischennutzung, etwa für einen „Pop-up-Store“. „Ich bin da offen“, sagt Nikolaus Hebding. Konkret sei diese Variante noch nicht. „Aber wenn zum zweiten Mal ein Mieter abspringt, müssen wir uns Gedanken machen, ob wir von unserem klassischen Vermietungskonzept weggehen.“ Zumindest zeitweise. „Wir schauen in alle Richtungen“, so der Bahnhofsmanager.

Bis Frühjahr 2021 hatte sich in dem Objekt die Kneipe „D-Zügle“ befunden. Die Bahn hatte dem langjährigen Mieter Karl-Heinz Klöpfer gekündigt. Klöpfer hatte dort seit 1983 vor allem Bier ausgeschenkt. Außerdem durfte geraucht werden. Das wollte die Bahn aber nicht mehr.

Seit über einem Jahr stehen die Räumlichkeiten der früheren Kneipe „D-Zügle“ am Bahnhof Waiblingen leer. Eigentlich sollte dort ein „Wechsel zu einem Imbisskonzept und einem neuen Partner“ erfolgen, die Rede war von einem „mediterranen“ Lokal - unter anderem, aber eben nicht nur mit Döner Kebap. Die Rohbauarbeiten in der ehemaligen Kneipe sind abgeschlossen, längst schon könnte der Laden an die künftige Nutzung angepasst werden - doch es passiert augenscheinlich nichts. Und

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