Waiblingen

Mieterstrom in Waiblingen: Das Interesse steigt - wo soll es die Tarife geben?

Mieterstrom
Hier gibt es Mieterstrom: Wohnhaus in der Heerstraße. © ALEXANDRA PALMIZI

Mieterstrom gibt es bislang nur in wenigen Wohnhäusern in Waiblingen. Doch es sollen mehr werden. Angesichts der stark steigenden Strompreise dürften viele Mieter interessiert sein: Denn Mieterstrom direkt vom eigenen Dach ist günstiger als die Grundversorgung durch die Stadtwerke Waiblingen. Maximal 90 Prozent dieses Standardtarifs müssen Mieterstrom-Kunden laut den Stadtwerken bezahlen.

Sie sind in Waiblingen der Grundversorger für Strom und Gas. Wegen der aktuellen Lage am Energiemarkt bietet das Unternehmen neuen Kunden derzeit nur die Grundversorgung an. Sie kostet für Haushalte momentan 26,47 Cent, ab 1. Oktober steigt der Verbrauchspreis auf 33,88 Cent pro Kilowattstunde. Für Mieterstrom-Kunden sind es ab 1. Oktober also höchstens 30,49 Cent. Allerdings werden die Preise beim Mieterstrom ebenfalls weiter steigen, „da auch hier ein Netzbezug stattfindet“.

Wo es in Waiblingen bislang Mieterstrom gibt

Zurzeit können nur in wenigen Häusern überhaupt Mieter den Mieterstrom beziehen: in der Karlstraße 6 - 12, der Heerstraße 2 sowie der Alten Rommelshauser Straße 41.

Hierbei handelt es sich laut den Stadtwerken um Privatgebäude, auf deren Dächern der städtische Versorger Solarstromanlagen betreibt. Außerdem gibt es in den Gebäuden Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), mit denen Strom und Wärme erzeugt werden kann.

Laut Stadtwerken liegt die Leistung bei insgesamt 82 Kilowatt-Peak. Das dürfte rechnerisch für den jährlichen Stromverbrauch von einigen Dutzend Zwei-Personen-Haushalten reichen. Was die Mieterstrom-Kunden nicht verbrauchen, wird ins Netz eingespeist. Erzeugen die Anlagen vor Ort nicht genügend, liefern die Stadtwerke laut ihrer Internetseite Ökostrom.

Beim Mieterstrom planen die Stadtwerke momentan weitere Anlagen, in Zusammenarbeit mit der Städtischen Wohnungsgesellschaft. So sind laut Stadtverwaltung beim Wohnungsbauprojekt „Im Feldblick“ in Bittenfeld Photovoltaikanlagen mit Mieterstrom vorgesehen. Für die elf Wohnungen läuft das Baugenehmigungsverfahren.

Auch die 33 Wohnungen in der Schorndorfer Straße, die ab 2023 gebaut werden sollen, wenn es mit dem Bauantrag wie vorgesehen klappt, könnten Mieterstrom beziehen. Und auch bei neuen städtischen Wohngebäuden in der Falkenstraße in Neustadt ist das nach unseren Informationen vorgesehen.

Aktuell besteht außerdem großes Interesse von Privateigentümern, so die Stadtwerke. Ihnen entstehen „je nach Umfang des angefragten Angebots Kosten“, heißt es vom Unternehmen, das die Anlagen am Ende auf den Dächern oder in den Häusern der interessierten Eigentümer betreibt.

Nach Einschätzung der Stadtwerke ist aber „immer eine Einzelfallbetrachtung“ notwendig, ob sich das Mieterstrom-Modell lohnt. „Nach Verabschiedung des sogenannten Oster-Gesetzespakets, das die Überarbeitung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz, Anm. d. Red.) umfasst, sind ggf. Volleinspeisungen wirtschaftlich sinnvoller.“ Im Neubau sei Mieterstrom immer besser möglich als im Bestand.

Beim Hausbesitzerverein: "Leichte Zunahme zu verspüren"

Insgesamt steckt der Mieterstrom noch in der Nische. Es gebe eine „verschwindend geringe Zahl“ von Eigentümern „im Großraum Waiblingen/Winnenden“, die das ihren Mietern bislang ermöglichen, wie die Rechtsanwaltskanzlei Schmid & Leibfritz im Auftrag des Haus- und Grundbesitzervereins Waiblingen, Winnenden und Umgebung mitteilt.

Fragen dazu kämen von den Eigentümern „außerordentlich wenige. Eine leichte Zunahme ist allerdings in diesem Jahr zu verspüren“. Grundsätzlich rate die Kanzlei, die die Hausbesitzerverein-Mitglieder berät, „den Mieterstrom zumindest zu überprüfen. Nachdem allerdings die Sache steuerlich möglicherweise für die Eigentümer umständlich ist (Behandlung als selbstständige Unternehmer), ist die Reaktion eher verhalten“.

Für Mieterstrom gibt es laut Bundesnetzagentur eine staatliche Förderung, wenn es sich um Strom vom Dach oder aus dem „Quartier“ handelt.

Mieterstrom gibt es bislang nur in wenigen Wohnhäusern in Waiblingen. Doch es sollen mehr werden. Angesichts der stark steigenden Strompreise dürften viele Mieter interessiert sein: Denn Mieterstrom direkt vom eigenen Dach ist günstiger als die Grundversorgung durch die Stadtwerke Waiblingen. Maximal 90 Prozent dieses Standardtarifs müssen Mieterstrom-Kunden laut den Stadtwerken bezahlen.

Sie sind in Waiblingen der Grundversorger für Strom und Gas. Wegen der aktuellen Lage am

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