Waiblingen

Mit Poolnudeln durch Waiblingen: Was Radfahrer mit der Aktion vom Freitag (25.09.) erreichen wollen

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Die Radler vom ADFC unterwegs in Waiblingen. © Ralph Steinemann Pressefoto

„Nein“, versicherte Andreas Schwager, der politische Sprecher des ADFC Rems-Murr (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub), „die Aktion am Freitag in Waiblingen richtet sich keinesfalls gegen die Autofahrer! Nie und nimmer!“ Er sei selbst auch Autofahrer, und das Miteinander dürfe nie aus den Augen verloren werden.

Ein gutes Dutzend Radfahrerinnen und -fahrer hatte sich am Freitag zu einer gemeinsamen Ausfahrt beim Bürgerzentrum zusammengefunden. Alle Teilnehmer trugen gelbe Warnwesten, die dazu aufforderten, ausreichend Seitenabstand zu halten, und hatten an ihrem Fahrrad eine sogenannte „Poolnudel“ befestigt, die rund 1,20 Meter über das Rad hinausragte. Damit soll daran erinnert werden, erklärte Schwager, dass seit April Kraftfahrzeuge beim Überholen zu Radfahrern innerorts einen seitlichen Abstand von 1,50 Metern und außerorts von zwei Metern einhalten müssen. Außerdem müssen Kraftfahrzeuge von mehr als 3,5 Tonnen beim Rechtsabbiegen grundsätzlich auf Schrittgeschwindigkeit reduzieren. Zudem gilt auf Schutzstreifen für den Radverkehr ein generelles Halteverbot. Somit gehe es bei dieser Ausfahrt darum, den Autofahrer dafür zu sensibilisieren, um welche Distanz es sich bei 1,50 Metern tatsächlich handle. „Wir wollen informieren und wachrütteln!“, so Schwager. Denn wer den Anteil des Radverkehrs am Individualverkehr erhöhen wolle, der müsse die gefühlte Sicherheit der Radfahrer als dem Auto gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmer verbessern.

Wo Überholmanöver unmöglich sind

Man stelle sich eine Straße vor, auf der der rechte Fahrbahnrand zugeparkt ist. Wenn ein Radfahrer an diesen parkenden Autos vorbeifährt, ist er durch die geltende Rechtssprechung angehalten, zu ihnen einen Mindestabstand von 80 Zentimeter einzuhalten. Der Radfahrer und sein Gefährt seien, so Schwager, zusammen etwa einen Meter breit. Dazu die vom Gesetz geforderten 1,50 Meter ergeben in der Summe 3,30 Meter. In wie vielen innerörtlichen Straßen stehe dann noch die notwendige Nettobreite zur Verfügung, um den Radfahrer zu überholen? In der Konsequenz bedeute dies, dass unter diesen Bedingungen innerorts ein Überholen nicht möglich sei. Schwager:; „Meine persönliche Beobachtung ist allerdings, dass es viele Autofahrer ein bisschen sehr eilig haben.“

Die einzige Lösung, die aus diesem Dilemma führe, bestehe darin, die Verkehrsinfrastruktur so zu verbessern, dass sich auch Radfahrer ungefährdet und ohne Angst bewegen könnten. „Wir müssen die Infrastruktur so hinbekommen, dass sich auch ein Kind mit dem Fahrrad sicher auf den Weg in die Schule oder zum Bäcker zum Einkaufen machen kann, und dass seine Eltern es ohne Angst und ohne Sorge dorthin schicken können.“ Wenn dies nicht angstfrei möglich sei, dann müsse an der Infrastruktur nachgebessert werden, sonst bekomme man weder Kinder noch Senioren aufs Rad.

Vorbilder sind Dänemark und die Niederlande

Als nachahmenswerte Beispiele könne man sich diesbezüglich durchaus Dänemark oder die Niederlande zum Vorbild nehmen, den Rems-Murr-Kreis und Waiblingen leider nicht. Somit gehe es nicht darum, irgendjemandem das Autofahren zu vergällen, sondern auf das Fehlen von Radwegen und -schutzstreifen hinzuweisen.

Punkt 17.30 h startete die Kolonne am Bürgerzentrum. Über die Tal- und Schmidener Straße, die Querspange und Fronackerstraße Richtung Bahnhof, die Bahnhofstraße zum Postplatz und dann durch die Grünanlage ging es zurück zum Bürgerzentrum. Im Rückblick zeigte sich die ADFC-Aktivistin Elke Braun mit dem Ergebnis der nunmehr zweiten Aktion dieser Art rundum zufrieden. Wenn das Wetter mitspiele, könne man ja unter Umständen auch noch eine dritte Ausfahrt unternehmen. „Nur wenn Autofahrer ständig das runde Schild mit dem weißen Fahrrad auf blauem Grund sehen, erkennen sie, dass ausreichend sichere Radwege vorhanden sind. Und nur dies wird sie motivieren, in großer Zahl vom Auto aus- und auf das Rad umzusteigen.“

„Nein“, versicherte Andreas Schwager, der politische Sprecher des ADFC Rems-Murr (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub), „die Aktion am Freitag in Waiblingen richtet sich keinesfalls gegen die Autofahrer! Nie und nimmer!“ Er sei selbst auch Autofahrer, und das Miteinander dürfe nie aus den Augen verloren werden.

Ein gutes Dutzend Radfahrerinnen und -fahrer hatte sich am Freitag zu einer gemeinsamen Ausfahrt beim Bürgerzentrum zusammengefunden. Alle Teilnehmer trugen gelbe Warnwesten, die

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