Waiblingen

Miteinander - Füreinander: Warum Spenden notwendiger sind denn je

Helfer vor Ort
Helfer vor Ort mit Defibrillatoren, die von der Spendenaktion gekauft wurden: Heiko Jung und Dennis Hilf (rechts). © Christian Siekmann/DRK

Unsere Weihnachtsspendenaktion "Miteinander - Füreinander" ist ohne den Spendenbeirat nicht denkbar. Hier sitzen Expertinnen und Experten von Diakonie, Caritas, Deutschem Roten Kreuz, den Fachbereichen Soziales der Großen Kreisstädte und des Landkreises. An diesem runden Tisch der Sozialarbeit wird über die Vergabe der Spenden entschieden. Wichtig ist dabei: Zunächst wird geschaut, ob alle Hilfsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden. Entscheidungen fallen in der Regel einvernehmlich.

Hier können Sie online spenden.

Warum sind Spenden in diesem Jahr besonders wichtig? Wir haben die Fragen an die Mitglieder des Spendenbeirates gerichtet. Hier sind Ihre Antworten.

„Immer häufiger kommt es vor, dass Menschen gesundheitliche oder familiäre Schwierigkeiten haben“, sagt Beate Härer, Abteilungsleiterin Soziales und Senioren bei der Stadt Schorndorf. „Wenn dann auch nur eine Sache dazu kommt, wie eine kaputte Brille oder ein defekter Kühlschrank, dann wissen sie nicht mehr weiter. Durch akute finanzielle Notlagen können prekäre Lebensumstände sehr schnell existenzbedrohend werden. Eine größere Anschaffung ist finanziell einfach nicht drin. In solchen Fällen hilft der Spendenfonds des Zeitungsverlags sehr. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Schorndorf prüfen, welche Unterstützung notwendig ist. Wenn es sinnvoll ist, finanziell zu helfen, und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, wird der Antrag eingebracht.

Auch von sozialen Einrichtungen können Anträge gestellt werden. So wurden in Schorndorf ehrenamtliche Projekte und Institutionen wie die Tafel, der Digitalkompass für Senioren, der Kinderschutzbund oder Schorndorfer Radel unterstützt.

Die Spenden sind eine wichtige Hilfe. Sie geben vielen Menschen wieder Mut und Lebensfreude, weil sie merken, dass ihre Not gesehen wird. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar.“

„Die Spendenaktion des Waiblinger Zeitungsverlags ist für unsere Arbeit sehr wertvoll und unverzichtbar“, schreibt Judith Kittelmann vom Sozialdienst der Stadt Waiblingen. „So kann in einer Vielzahl von Notfällen schnell und unbürokratisch geholfen werden, wo die staatlichen Hilfen gar nicht oder zu langsam greifen.

Der Hilfsverein gibt aber auch Geld für die Finanzierung von Gutscheinen, unter anderem für den Tafelladen, die wiederum Bedürftigen zugutekommen, die aus unterschiedlichen Gründen kurzfristig kein Geld für Lebensmittel haben. Darüber hinaus unterstützt die Spendenaktion vielseitig verschiedene soziale Projekte für unterschiedliche Zielgruppen und bietet eine gute und zuverlässige Möglichkeit, Notlagen abzumildern und so auch Hoffnung und Freude zu schenken.“

Diakonie: Schnelle und unbürokratische Hilfe

Reinhard Bihlmeyer, Verwaltungsleiter des Kreisdiakonieverbandes, nennt zwei konkrete Beispiele für die Hilfe von „Miteinander - Füreinander“: „Durch die Trennung von Ihrem Ehemann, kann eine junge Frau ihre Nebentätigkeit morgens nicht mehr ausüben, da Sie beiden die Kinder zum Kindergarten bringen muss. Somit ist sie ausschließlich auf Arbeitslosengeld 2 angewiesen, einen defekten Kühlschrank kann Sie nicht durch eigene Geldmittel ersetzten. Hier springt die Spendenaktion ein.

Ein 83-jähriger Rentner der 1.157,58 € an Rente bezieht, kann damit knapp seine Wohnung in Waiblingen bezahlen, und seinen Lebensunterhalt bestreiten. Ersparnisse kann er nicht bilden. Der defekte Kühlschrank wird damit zum unlösbaren Problem. Auch hier konnte durch Spendenmittel geholfen werden.

Vor allen Dingen die schnelle und unbürokratische Hilfe und ein transparentes Vergabeverfahren sind von uns von großer Bedeutung - wir könnten ohne diese Mittel vielen Menschen nicht in der Form helfen.“

Ein großer Erfolg ist der Stromsparcheck der Caritas und in diesem Jahr wichtiger denn je. „Seit 2015 konnte 86 bedürftigen Haushalten mit einem Zuschuss ermöglicht werden, ihre alten stromfressenden Kühlgeräte gegen ein neues energieeffizientes Gerät im Rahmen des Stromsparchecks der Caritas, auszutauschen. Damit wird der Energieverbrauch drastisch gesenkt und den Haushalten steht in Zukunft mehr Geld zur Verfügung“, berichtet Petra Tolksdorf, Leiterin Existenzsicherung und Integration der Caritas Ludwigsburg Waiblingen Enz.

Sie fügt hinzu: „Neben der Finanzierungshilfe für Projekte, gibt die Unterstützung mit direkten Einzelbeihilfen für Betroffene, den Beratungsstellen die Möglichkeit, Menschen in Notsituationen schnell, unbürokratisch und unkompliziert zu helfen. Für diese Form der gelebten Solidarität mit Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, möchten wir allen Leserinnen und Lesern und den Verantwortlichen des Zeitungsverlages Waiblingen von Herzen Danke sagen.“

Unterstützung für das Deutsche Rote Kreuz

Der DRK-Kreisverband Rems-Murr mit seinen 26 Ortsvereinen und rund 1500 engagierten Ehrenamtlichen ist auf Unterstützung angewiesen, um Ausrüstung, Aus- und Weiterbildung oder Fahrzeuge finanzieren zu können. Nur so kann das Ehrenamt im Notfall professionell helfen und wichtige Angebote machen. Für das DRK ist die Hilfsaktion „Miteinander - Füreinander“ des Hilfsvereins des ZVW ein enorm wichtiger Bestandteil für die Finanzierung örtlicher Hilfsaktionen, sagt Utz Bergmann, Abteilungsleiter Sozialarbeit.

Durch die zahlreichen Spenden der Leserinnen und Leser werden wichtige Projekte wie beispielsweise die psychosozialen Krebsnachsorgegruppen, Aktionen unseres Jugendrotkreuzes sowie unser Frauen- und Kindeschutzhaus (Ausstattung und Individualhilfe für bedürftige Bewohnerinnen und ihre Kinder) unterstützt. Auch bei unseren „Helfern vor Ort“, alarmierte ehrenamtliche Ersthelfer, konnten wir mit Hilfe der Spenden die Ausbildung (Zuschuss für eine Reanimationspuppe) und die Ausstattung (Kauf von Defibrillatoren) refinanzieren und so einen Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger im Rems-Murr-Kreis schaffen. Utz Bergmann bedankt sich sehr und betont, dass diese Projekte nur dank der örtlichen Spenden realisiert werden konnten. Auch die vorhandene Transparenz bei der Entscheidung über die Mittelvergabe ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Menschen gerne für lokale Projekte spenden.

Zusammenhalt der Gesellschaft stärken

„Unsere staatlichen sozialen Sicherungssysteme sind zwar für viele Eventualitäten gerüstet und bieten zahlreiche Unterstützungsleistungen, allerdings werden diese nicht jeder Lebenssituation oder Notlage gerecht“, schreibt Philipp Heimerdinger vom Amt für Familie, Bildung und Soziales der Stadt Weinstadt.

„So kommen bei uns regelmäßig Anfragen zur Unterstützung von Menschen, welche sich in einer akuten Krisensituation befinden und für welche das bestehende Hilfesystem keinen Lösungsansatz hat. Durch das Einbringen dieser Fälle in den Spendenbeirat kann häufig eine unbürokratische und schnelle Lösung erreicht werden und den Menschen somit ein Ausweg aus ihrer konkreten Notsituation eröffnet werden. Die Verwaltung der Stadt Weinstadt ist über diese dringend benötigte Ergänzung des bestehenden Hilfesystems sehr froh und dankt dem Hilfsverein für die vielfache Unterstützung unserer Bürgerinnen und Bürger durch diese wertvolle Plattform. Besonders in den Zeiten, in denen die Belastung für die gesamte Gesellschaft mit Blick auf Energiekrise, steigende Inflation, drohende Rezession zunimmt, sind solche Möglichkeiten wichtiger denn je. Sie sind Ausdruck des sozialen Miteinanders und des Zusammenhalts der Gesellschaft.“