Waiblingen

Mitmachen bei der Gartenschau

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Keine Baumschule, sondern die Pflanzung für die Kunstlichtung. © Habermann / ZVW
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Die Talaue soll zum Waiblingen Herzstück der Gartenschau 2019 werden.

Waiblingen. Die Talaue soll zum Waiblingen Herzstück der Gartenschau 2019 werden – und die Bäumchen der Kunstlichtung fassen vorsichtig Wurzeln. Jetzt gilt es, die Konzepte mit Leben zu füllen. Wer in der Rems schwimmen, am Seeplatz Violine spielen oder in der Lichtung Gedichte vortragen will, der kann sich beim Infoabend am Montag melden.

Bis zum endgültigen Baubeschluss im Frühjahr sorgte die Idee der Kunstlichtung noch für hitzige Diskussionen. Ein gutes halbes Jahr später scheint in der Talaue fast alles beim Alten: Eltern schieben Kinderwagen spazieren, die großen Geschwister sausen mit dem Laufrad vorneweg, die Jogger legen tempomäßig eine Schippe drauf, die Ruderer üben die effektivste Körperhaltung ein und eine ältere Dame sitzt auf einer Bank, vor sich den Rollator, blinzelt in die Abendsonne und ruft Vorbeigehenden zu: „Ein herrlicher Tag, oder?“

Kunstlichtung: „Bis zur Gartenschau bleibt noch genug Zeit“

Ein paar Meter weiter die 220 für die Kunstlichtung angepflanzten Silberweiden. Dünne Pflanzen wie in einer Baumschule sind es noch. Viel mehr Laub sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erwarten, sagt Baubürgermeisterin Birgit Priebe. Die Weiden seien „ganz gut angewachsen“.

Bis zur Gartenschau bleibe genug Zeit, damit die Vegetation dichter werden kann. Übers Jahr wurde bewässert, doch – „wie bei derartigen Pflanzungen üblich“ – müssten auch einzelne Bäume ersetzt werden. Der Bauzaun kommt dieser Tage weg. Von außen wirkt die Anlage noch etwas karg, doch im Innenraum lasse sich der Lichtungscharakter schon erleben.

Über den Bodenring um die innere Wiese müssen die Ratsgremien noch entscheiden, ein Metallbauteil wurde nur versuchsweise eingebracht.

Böse Überraschungen bleiben wohl aus

Für die Remskuben wird die wasserrechtliche Genehmigung vom Landratsamt bald erwartet. Böse Überraschungen werden die Gartenschau-Planer dabei wohl nicht erleben. „Es ist alles mit der zuständigen Behörde vorbesprochen“, versichert die Baubürgermeisterin. Gibt es offiziell grünes Licht, bleibt zum Beginn der Bauarbeiten ein möglichst niedriger Wasserstand abzuwarten.

Bei der Skateranlage trafen sich kürzlich rund 40 Jugendliche mit Planern zum Workshop, um das Gelände 2019 auf den neuesten Stand zu bringen. Das heißt: Der Platz wird nicht einfach neu möbliert, sondern befahrbare „Bowls“ und „Pools“ in den Boden eingebaut - und zwar kurzfristig vor Gartenschau-Beginn.

Die Neugestaltung der Außenanlagen bei der Rundsporthalle muss warten

Die Bauarbeiten für den Wohnmobilstellplatz haben begonnen, die Remsterrassen sind fertig. Gestartet wurde auch die Neugestaltung des Elsbeth-und-Hermann-Zeller-Platzes, weswegen der Durchgang bei der Hahnschen Scheuer gesperrt ist. Die Neugestaltung der Außenanlagen bei der Rundsporthalle muss warten, bis die Hochbaumaßnahmen an der Halle abgeschlossen sind.

Soweit die Baumaßnahmen – am Montagabend stehen Kunst, Musik, Literatur und Sport im Mittelpunkt. Fachbereichsleiter Thomas Vuk stellt das Veranstaltungskonzept vor und will Ehrenamtliche nach Vorbild der Heimattage 2014 zum Mitmachen motivieren.

„Der größte Chor des Remstals“

Bei der Entwicklung von Formaten wie „Serenaden am Seeplatz“ oder „Lyrik in der Lichtung“ habe es „schon ganz viel Bürgerbeteiligung“ gegeben. Die Künstlergruppe „Art U Zehn“ und die Steinmetz-Innung arbeiten bereits mit. Nun wird sozusagen die nächste Stufe gezündet, es geht an die konkreten Beiträge. Chöre zum Beispiel, die am Seeplatz singen wollen, können sich sofort melden – oder jetzt intern über eine Teilnahme beraten.

Ein ideales Feld zur Bürgerbeteiligung sieht Thomas Vuk in der interkommunalen Aktion „Der größte Chor des Remstals“. Inspiriert vom offenen Singen im „Schwanen“ sollen sich in den Teilnehmer-Gemeinden große, bunt gemischte Chöre zusammentun und an vielen Standorten gleichzeitig zu singen.

Zur Teilnahme an der „Nacht der Museen“ dürfen sich auch alle privaten Galerien und Ateliers eingeladen fühlen. Wer Lesungen abhalten oder Lyrik rezitieren möchte, der findet vielleicht in der Kunstlichtung den passenden Rahmen.

Bewährtes wird ins Gartenschau-Programm eingebaut

Die oberste Devise bei der Veranstaltungs-Planung lautet: Bewährtes wie Waiblingen leuchtet, Drachenboot-Cup und Rosenmarkt wird ins Gartenschau-Programm eingebaut. Neue Formate sollen, so Vuk, nicht einfach übergestülpt werden, sondern in der Waiblinger Bevölkerung, in Vereinen und Institutionen wurzeln.

So funktionierte es bereits bei den Heimattagen. Da sich schlecht alle 164 Tage mit Top-Attraktionen füllen lassen, liegt der Fokus auf den 24 Wochenenden – aber nicht nur. Unter der Woche könnten die Matineen und die Lyrik in der Lichtung als Reihen mit regelmäßigen Terminen Besucher locken.


Die interkommunale Remstal-Gartenschau 2019 rückt näher. Bei der Infoveranstaltung am Montag, 23. Oktober, um 20 Uhr im Welfensaal des Bürgerzentrums informieren die Waiblinger Gartenschau-Macher über den aktuellen Stand. Insbesondere wollen sie zum Mitmachen motivieren. Die Waiblinger Veranstaltungen sind als Themen-Gärten sortiert.

  • Musik-Garten: Als großes Chor- und Orchesterprojekt ist „Die Schöpfung“ mit Waiblinger Chören und Orchestern geplant. Als kleine, aber feine Spielstätten bieten sich der Platz am Talauensee und die Kunstlichtung an.
  • Sport-Garten: Triathlon, Remstal-Marathon, Stadtlauf, Firmenlauf und Drachenboot-Cup gibt’s auch 2019. Eventuell noch mehr?
  • Kunst-Garten: Die Steinmetzinnung schafft künstlerisch gestaltete Sitzobjekte, die Bildhauerklasse der Kunstschule eine Skulptur im öffentlichen Raum.
  • Familien-Garten: Auf dem Talaue-Seeplatz könnte es regelmäßige kreative Mitmachangebote von Kunstschule, Musikschule und anderen geben. Mit Minigolfplatz, Bienenhaus, Alvarium und eventuell einem Wasserspielplatz gäbe es am Radweg eine kleine Erlebnismeile.
  • Genuss-Garten: Neues wie eine Koch- und Genussmeile in der Talaue unter dem Motto „Küchen-Garten“ oder ein Bürgerpicknick auf der Brühlwiese verspricht den Appetit anzuregen.
  • Lese-Garten: Verschiedene Leseecken nebst Bücherregalen gibt es auf dem Gelände der Gartenschau, dazu Lesungen im öffentlichen Raum. Bei „Lyrik in der Lichtung“ könnte sich die Kunstlichtung jeden Mittwochabend in einen Musenhain verwandeln – mit Autoren von hier.