Waiblingen

Mitternachtsführung im Druck- und Zeitungshaus

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Mitternachtstour durch das Druckhaus Waiblingen. © Leonie Kuhn
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Mitternachtstour durch das Druckhaus Waiblingen. © Leonie Kuhn
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Mitternachtstour durch das Druckhaus Waiblingen. © Leonie Kuhn
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Mitternachtstour durch das Druckhaus Waiblingen. © Leonie Kuhn

Waiblingen.
Die Samstagsausgabe drückt Chefredakteur Frank Nipkau den ZVW-Lesern kurz vor Mitternacht in die Hand: ein Tablet, auf dem sie im E-Paper des nächsten Tages stöbern. Eine kontrastreiche Einleitung zur ersten Mitternachtsführung, die 26 Nachtschwärmer ins Druckhaus und damit zur analogen Zeitung führt. Sie erleben, wie das soeben digital Gelesene gedruckt, geschnitten, gefalzt und verpackt wird.

Das Papierlager beeindruckt. Die Leser können kaum die Augen abwenden von den haushohen Türmen: 45-Gramm-Papier für den Zeitungsdruck, haushoch gestapelt. Die Geschwister Christian, Maren und Sabrina aus Remshalden knipsen mit den Smartphones. Aus drei Richtungen will es nicht gelingen, die Höhe mit dem verfügbaren Weitwinkel einzufangen. „Würden wir sie ausrollen, kämen wir bis nach Schorndorf auf den Marktplatz“, skizziert Chefredakteur Frank Nipkau das Ausmaß einer Rolle. Jede Rolle wiegt etwa 1,5 Tonnen. Drei bis vier LKW-Ladungen kommen täglich im Papierlager an. Die Zahlen haben Gewicht für die Leser, die mit ihren 16, 17 und 22 Jahren statistisch betrachtet den digitalen Datenbergen näher sind als der Druckerschwärze. Die Tageszeitung gehöre für sie zum Alltag, sagen sie. Druckereien und Zeitungsdruck hätten sie schon immer fasziniert. „Wie schnell alles geht, die Geschwindigkeit, mit der gedruckt wird“, beeindruckt eine Waiblinger ZVW-Leserin.

Die Zeitung schon am Vorabend ab 18.15 Uhr lesen

Dreieinhalb Stunden dauert der Druckprozess der vier Tageszeitungen des Verbreitungsgebiets. Nur 15 Minuten benötigt das verdatete E-Paper des Zeitungsverlags vom Schreibtisch des Redakteurs bis zu den Smartphones und Tablets. Über 3000 E-Paper-Abonnenten lesen die Zeitung des nächsten Tages am Vorabend ab 18.15 Uhr. Wenige Stunden später setzen sich im Druckhaus täglich die riesigen Papierrollen, rotierende Kettenlaufbänder und die brummende Druckmaschine in Bewegung. Der analoge Herstellungsprozess der Tageszeitungen ist Thema der ersten Mitternachtsführung. Die Leser sehen die Massen, die dabei bewegt werden.

Das Hin und Her der digitalen Buchstaben und Mikroprozessoren spielt sich fern unserer physischen Wahrnehmung ab. Die Vorgänge im Druckerreich sind hingegen hörbar. Wieder ist es die schiere Größe, die die Smartphonekameras hochgehen lässt. Auf Bändern, die sich knapp einen Kilometer lang wie eine Achterbahn verschlungen durch den Versandraum ziehen, werden die Druckerzeugnisse vom Druckturm zu den vier Packstationen transportiert. Mehrere Transportbänder laufen parallel: Auf einigen sausen die Wochenendbeilage und der Vordruck vorbei, die – auch das sehen die Leser – an Einstecktrommeln separat eingelegt werden. Eilig flitzen die frisch gedruckten Exemplare über die Köpfe hinweg, um die Ecke, dann um die nächste, dann abwärts, rasend schnell. Das Auge kann beim Vorbeirasen kaum die Buchstaben lesen.

In Bann schlägt die Leser ein Papierrollenwechsel. Die neue Rolle wird auf die Geschwindigkeit der alten gebracht – ein Geräusch wie der langsam anfahrende Schleudergang einer Waschmaschinentrommel. An der Stelle, wo die Rollen zur Druckmaschine gelangen, tut es einen Schlag, als die alte Rolle abgeschlagen wird. Hat man den Ruck als Zeitungsleser mal gehört, schaut man Zeitungspapier künftig anders an.

Die Druckmaschine schafft 23 000 Stück pro Stunde

Gerade einmal zehn Minuten benötigte der Druck der 3600 Exemplare der Welzheimer Zeitung, gegen halb eins sind die „Schorndorfer Nachrichten“ im Anmarsch, wovon sich die Leser akustisch überzeugen können. Die Kettenlaufwerke legen einen Zahn zu, auf der kurvenreichen Strecke mit Abfahrten und Aufstiegen wird es lauter, die Druckmaschine haut jetzt mit einer Leistung von 23 000 Stück pro Stunde die Printprodukte heraus. Das eigene Wort ist kaum mehr zu verstehen. Es ist 0:40 Uhr, als eine Frau, die in der Hocke mit dem Handy fotografiert, die ersten gedruckten Exemplare kommen sieht. Die Leser laufen den Schorndorfer Zeitungen hinterher bis zu den Stapelmaschinen und an die Packtische, wo sie von Gabelstaplern direkt in die Sprinter wandern. Sie sehen die Farbbottiche mit den Druckerfarben, passieren Druckplatten und Paletten voller Prospekte der nächsten Woche.

Im Zentrum des Rundgangs steht der Druckturm, ein Koloss aus 40 Tonnen Stahl, 14 Meter hoch. Gut bewacht von Daniel Häbich und Thomas Franz. Die Drucker kontrollieren an den Leitständen die Qualität des Druckergebnisses. Um Farbfehler zu vermeiden, müssen die Druckplatten exakt aufeinanderliegen. Die Farbe „Schwarz“ wird nach Cyan, Magenta und Gelb als Letzte aufs Papier gebracht, erfahren die Leser in der Druckplattenherstellung. Der Bedarf bei der Farbe Schwarz ist im Druckprozess am größten, sie bringe die Brillanz in die Farben, erklärt Frank Nipkau. Für die Leser fischt Daniel Häbich einen Schwung frisch gedruckter Zeitungen aus der Rotation: „So frisch gedruckt kriegen Sie sie nicht so schnell wieder“, preist er sie an. Wer eine Tablet-Wischbewegung über die Titelseite macht, nimmt einen Hauch Druckerschwärze an den Fingerspitzen mit – einer von vielen Eindrücken der Tour zur analogen Drucktechnik.

Kurz vor Mitternacht
Während bei Führungen im Druckhaus in den frühen Abendstunden die Produktion der Wochenblätter im Fokus steht, erlebten die ZVW-Leser zu nächtlicher Stunde die Herstellung der Tageszeitungen.

Kurz vor Mitternacht beginnt der Druckprozess der vier Tageszeitungen. Gegen 3.20 Uhr verlässt der letzte Transporter den Hof und fährt die Abladestationen der Zusteller an.