Waiblingen

Musiker in der Pandemie: Wie das Coronavirus Träume platzen lässt - und wie es "Alena" geht

alena
Der letzte Auftritt von Alena ist schon lange her. © Büttner

Für Künstler sind die Auswirkungen der Corona-Krise besonders verheerend. Seit Monaten dürfen Musiker und Sänger keine Konzerte geben, da große Veranstaltungen nicht erlaubt sind. Keine Auftritte bedeuten, dass auch kein Einkommen fließt. Ein neues Album herauszubringen ist auch keine Option. „Wenn ein Künstler ein neues Album macht, bewirbt er es mit Auftritten“, erklärt der Promoter Oliver Scheppner.

Sind diese Auftritte nicht möglich, lohnt sich der Aufwand nicht, denn in ein neues Album müssen die Interpreten zunächst einmal Geld hineinstecken. An Streams und Downloads verdient der Musiker so wenig, dass er kaum diese Kosten decken könnte, für ein ordentliches Einkommen sind Musiker auf Auftritte mit zahlendem Publikum sowie den Verkauf von Alben und Fanartikeln bei diesen Events angewiesen.

Damit die Fans trotzdem ein Lebenszeichen ihrer Stars bekommen, haben Scheppner und der Produzent Gerd Lorenz jetzt einen Sampler herausgebracht, der am 1. Dezember erscheint. „Mega Schlager Feuerwerk“ heißt die Platte, auf der 20 Künstler ihre aktuellen Hits präsentieren. Mit dabei: Schlagersängerin Alena aus Waiblingen-Hohenacker mit ihrem Song „Halt doch mal die Luft an“.

Sängerin ist im Oktober Mutter geworden

Die aufstrebende Sängerin hat Glück im Unglück: „Da ich am 29. Oktober Mutter eines Sohnes geworden bin, waren für einige Monate in diesem Jahr keine Auftritte geplant“, sagt Anna Wiedmann, wie Alena mit bürgerlichem Namen heißt. Dennoch seien auch für sie einige wichtige Events abgesagt worden, unter anderem ein Festivalauftritt im Frühjahr und Auftritte in Fernsehshows, das habe sie schon sehr traurig gemacht. „So etwas ist gerade am Anfang einer Karriere sehr schwierig, nicht nur finanziell, sondern auch moralisch“, sagt ihr Promoter.

Künstler wollten auf der Bühne stehen, brauchten das Feedback des Publikums. Bleibe all das lange aus, sinke die Motivation. „In den vergangenen Monaten sind viele Träume geplatzt und es ist völlig unklar, wie es weitergeht“, so Scheppner. Denn auch bekanntere Sänger, die mit ihren Songs auf dem Sampler vertreten sind, kämen langsam an ihre finanziellen Grenzen, weil auch deren Polster irgendwann aufgebraucht seien. Noch schwieriger sei es für bisher weniger bekannte Interpreten, die unter anderem auf ihre Auftritte bei Après-Ski-Events gesetzt hatten.

Songs erzählen eine Geschichte

Anna Wiedmann ist froh, dass sie hauptberuflich nach wie vor im Autohaus ihres Vaters arbeitet und auf diese Weise abgesichert ist. Sie will sich nun erst einmal um ihre kleine Familie kümmern und hofft, dass sich die Situation im Sommer des kommenden Jahres entspannt und auch wieder Auftritte vor Publikum möglich werden. Dann möchte sie auch eine neue Single veröffentlichen und an einem Album arbeiten.

Im Moment ist sie glücklich, dass zumindest ein neuer Song von ihr auf dem Sampler veröffentlicht wird. „,Halt doch mal die Luft an’ erzählt von der Annäherung zweier Menschen und ist quasi die Fortsetzung des Songs ,Im siebten Kleid’, in dem es um ein erstes Date geht“, sagt Wiedmann. Der Sampler ist für die Künstler somit sowohl eine Botschaft an die Fans als auch Balsam für ihre Seele.

Durch die große Bandbreite unterschiedlicher Songs und Interpreten hofft Scheppner, dass sich dieses Album auch ohne gezielte Auftritte der Stars gut verkaufen wird.

Für Künstler sind die Auswirkungen der Corona-Krise besonders verheerend. Seit Monaten dürfen Musiker und Sänger keine Konzerte geben, da große Veranstaltungen nicht erlaubt sind. Keine Auftritte bedeuten, dass auch kein Einkommen fließt. Ein neues Album herauszubringen ist auch keine Option. „Wenn ein Künstler ein neues Album macht, bewirbt er es mit Auftritten“, erklärt der Promoter Oliver Scheppner.

Sind diese Auftritte nicht möglich, lohnt sich der Aufwand nicht, denn in ein neues

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