Waiblingen

Musikschule tritt auf: Ballerinen bezaubern im Bürgerzentrum Waiblingen

Große Ballettaufführung der Musikschule Unteres Remstal, BüZe, Waiblingen, 03.07.2022.
Virtuoses Solo von Judith Scheytt. © Benjamin Beytekin

Schon der Beginn war von einer programmatischen Schönheit - und war zugleich ein perlendes Versprechen. Als die 100 mitwirkenden Tänzerinnen nach einem wiegenden Begrüßungsgewimmel die Bühne verlassen hatten, öffnete sich hinter ihnen die Projektion zweier Blüten ganz langsam zur vollen Entfaltung. Endlich wieder Aufblühen auf der Bühne vor vielen Zuschauern. Nach dem Motto: „Wir feiern das Leben“. Nach drei Jahren Corona-Dürre.

„Toll, dass die Kinder endlich wieder auf die Bühne können!“

Und „Blumen“ hieß denn auch das folgende Tanzstück, mit dem neun Ballerinen in bunten Tutus zu zart zirpender Musik sich wie im Wind wiegende Blümchen hin zum Aufblühen einer lichten Zukunft öffneten. Erster großer Jubel - von noch vielen folgenden - im begeisterten und hingerissen belohnungsbereiten Publikum. „Wir haben lange darauf hingearbeitet“, freute sich Tanzlehrerin Joanna Douaoui.

Auch ihre Kollegin Anne-Kathrin Tätz war sichtlich bewegt: „Toll, dass die Kinder endlich wieder auf die Bühne können!“

Tanz, Musik und die fantasievollen Kostüme sprachen alle Sinne an

Und so bezauberten die jungen Tänzerinnen mit insgesamt 18 kurzweiligen Choreografien ihre Eltern, Geschwister, Omas und Opas und Freunde. Als Feen mit Sternenstäbchen. Oder als Pferdchen im wild springenden Galopp vor Zirkuskulisse. Besonders bejubelt dann die Tritsch-Tratsch-Polka mit elf Mädchen im Trachtenlook. Wie überhaupt die ganze Aufführung nicht nur durch Tanz und Musik, sondern auch durch die fantasievoll gestalteten Kostüme ein alle Sinne ansprechendes Ereignis war.

Und das war nicht nur ätherisch hübsch anzusehen, sondern nahm auch die Zerrissenheitserfahrungen der jungen Frauen ernst, etwa mit dem bühnennebel-umwehten Hip-Hop-Street-Dance „Funky Jazz“, bei dem der expressionistische Ausdruckstanz der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts eine abgerissen gegenwärtige Modernisierung ganz im Körperbewusstsein der heutigen Kids mit ihren absichtlich aufgeschlitzten Jeans fand.

Ob Polka, Walzer oder Spanischer Tanz, die beiden Leiterinnen der Tanzkurse an der Musikschule hatten eine im Flug sprühende Tanz-Revue zusammengestellt. Und dazu gehörte auch das umwerfend Drollige wie etwa der Clownstanz von sechs herzallerliebst bunt verkleideten Zwergen, die mit ihrer köstlichen Torkelnummer so ziemlich den größten Applaus einheimsen durften.

Spähender Blick ins Publikum: Hat Mama mich auch wirklich gesehen?

Und auch das gehört zu diesen Aufführungen, bei denen es doch vor allem darum geht, wie Joanna Douaoui sagte, „dass die Kinder Spaß haben“. Hatten sie. Und nahmen sich ihre kleinen Freiheiten. So winkte ein Mädchen drollig beim Abgang noch mal extra ins Publikum. So nahm ein Kind beim Hinausspringen die Hand vor’s Auge, ins Publikum spähend, ob Mama sie auch wirklich gesehen hat.

„Gut fühlt sich das an, nach drei Jahren“, strahlte denn auch Schulleiter Heiko von Roth. Erst nach den Weihnachtsferien konnte wieder regulär geprobt werden. Und er bedankte sich bei den Eltern, „dass Sie der Musikschule in schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben“.

Schon der Beginn war von einer programmatischen Schönheit - und war zugleich ein perlendes Versprechen. Als die 100 mitwirkenden Tänzerinnen nach einem wiegenden Begrüßungsgewimmel die Bühne verlassen hatten, öffnete sich hinter ihnen die Projektion zweier Blüten ganz langsam zur vollen Entfaltung. Endlich wieder Aufblühen auf der Bühne vor vielen Zuschauern. Nach dem Motto: „Wir feiern das Leben“. Nach drei Jahren Corona-Dürre.

„Toll, dass die Kinder endlich wieder auf die Bühne

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