Waiblingen

Muslime in Waiblingen: Freitagsgebet mit Maske und Abstand

Freitagsgebet
Der Imam Yüksel Eroglu (vorne links) leitet das Freitagsgebet. © Alexandra Palmizi

Bevor der Muezzin in der Waiblinger Sultan-Ahmet-Moschee zum Freitagsgebet ruft, müssen sich die Männer am Eingang in eine Liste eintragen. Darauf stehen die Namen und Kontaktdaten derjenigen, die sich in den vergangenen Tagen für das Freitagsgebet online angemeldet haben. Wer das vergessen hat oder sich schlichtweg nicht mit der Technik auskennt, darf sich nachträglich eintragen. Doch die Plätze sind begrenzt. Während vor der Pandemie jeden Freitag zwischen 200 und 400 Menschen in der Moschee zusammenkamen, dürfen jetzt nur noch maximal 90 Menschen – verteilt im gesamten Gebäude – hier beten. Nach aktuellem Stand gibt es im großen Gebetsraum Platz für 70 Menschen, sagt Kadri Yayla vom Moscheenverein Ditib (Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion). Diese Obergrenze sei bedingt durch die Abstandsregelung. Vor Corona wurde fast Schulter an Schulter gebetet, jetzt herrschen zwischen zwei Betenden zwei Meter Abstand.

Jeder bringt seinen eigenen Gebetsteppich mit

Wichtig ist, dass jeder während des gesamten Aufenthalts in der Moschee einen Mund- und Nasenschutz trägt. Jeder Moslem bringt seinen eigenen Gebetsteppich mit, auf dem er sein Gebet verrichtet –was vorher freiwillig war, ist nun Pflicht. Denn beim Beten verbeugen sich Moslems, richten sich wieder auf, sie knien nieder und berühren dabei mit der Stirn und der Nase den Boden. Wer keinen Teppich zur Hand habe, könne auch ein frisches großes Handtuch oder Einwegpapiertücher verwenden, die es zur Not auch in der Moschee gibt, sagt Kadri Yayla.

Die Mitglieder des Moscheenvereins sind mit der aktuellen Lösung äußerst zufrieden. „Das wird sehr gut angenommen. Wir haben wöchentlich zwischen 70 und 90 Anmeldungen“, sagt Kadri Yayla.

Der 77-jährige Ali Ak, den Yayla als „Urgestein“ der Gemeinde bezeichnet, begrüßt die Vorkehrungen ebenfalls. „Gott segne diejenigen, die das eingeführt haben“, sagt er, „wir halten uns alle an die vorgegebenen Abstandsregeln.“

Die Möglichkeit, in der Moschee zu beten, gebe es nicht einmal in der Türkei, sagt Adem Sari. Dort sei das Beten lediglich im Freien erlaubt.

In zwei Wochen ist das islamische Opferfest. Auch an diesem Tag werden sich die Moslems zum gemeinsamen Festtagsgebet versammeln. Der Ablauf ist klar:  Wie beim Freitagsgebet müssen sich die Gläubigen vorher anmelden, sagt Kadri Yayla. Falls der Andrang zu groß sein sollte, gibt es jetzt schon eine Lösung: Das Gebet wird dann zweimal, um sieben Uhr und um neun Uhr, angeboten. Auf das Ramadan-Festtagsgebet im Mai hatten die Moslems wegen der damals geltenden, strengeren Coronamaßnahmen noch verzichten müssen.

Bevor der Muezzin in der Waiblinger Sultan-Ahmet-Moschee zum Freitagsgebet ruft, müssen sich die Männer am Eingang in eine Liste eintragen. Darauf stehen die Namen und Kontaktdaten derjenigen, die sich in den vergangenen Tagen für das Freitagsgebet online angemeldet haben. Wer das vergessen hat oder sich schlichtweg nicht mit der Technik auskennt, darf sich nachträglich eintragen. Doch die Plätze sind begrenzt. Während vor der Pandemie jeden Freitag zwischen 200 und 400 Menschen in der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper