Waiblingen

Nach dem Unwetter: Klimawandel lokal - was in Waiblingen auf uns zukommt

RMK Sonne
Die Sonne knallt über dem Klinikum Winnenden. © Gabriel Habermann

Der Regen vom Montagabend (28.6.) wird vielen im Raum Waiblingen, Weinstadt, Kernen und Korb noch lange im Gedächtnis bleiben. Rund 50 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden – das ist schon fast ein Ereignis, das nur alle 100 Jahre vorkommt. Stellt sich die bange Frage: Ist das jetzt der Klimawandel? Passiert das jetzt öfter? Ein bisschen öfter, ja – das zumindest sagen Klimaprognosen voraus. Andere Veränderungen, die uns in der nahen und fernen Zukunft ins Haus stehen, sind aber typischer für die Folgen des Klimawandels bei uns.

Starkregen wird etwas häufiger

Natürlich kann niemand mit Sicherheit wissen, wie das Klima in Waiblingen in der Zukunft wird. Es gibt jedoch Rechenmodelle dafür. Die Universität Freiburg hat aus einem Ensemble von zehn regionalen Klimamodellen Prognosen für jede Kommune in Baden-Württemberg in Form sogenannter Klima-Steckbriefe gebildet. Demnach nehmen in Waiblingen die Starkniederschläge im Vergleich zur Zeit zwischen 1971 und 2000 zu: In der „nahen Zukunft“ zwischen 2021 und 2050 kommt es demnach statt zu vier zu fünf solcher Starkregenereignisse mit mehr als 20 Zentimeter Niederschlag in 24 Stunden. In der fernen Zukunft von 2071 bis 2100 werden es durchschnittlich sechs sein, wobei Schwankungen von 5,3 bis sieben rechnerisch drin sind.

Viel mehr Tropennächte

Vor allem aber wird es wärmer, heißer: Die mittlere Jahrestemperatur steigt von bisher 9,5 Grad auf 10,9 in der nahen und 13,2 in der fernen Zukunft. Die Tropennächte, in der die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad fällt, werden häufiger: Früher gab es sie fast nie. In naher Zukunft nun etwa zweimal, in der fernen Zukunft etwa 14-mal. An heißen Tagen mit mehr als 30 Grad werden die Waiblinger nicht nur achtmal im Jahr schwitzen, sondern bald schon 15-mal, ab 2071 dann sogar 36-mal. Eis und Frost werden viel seltener. Etwas überraschend ist, dass die Trockenperioden mit vier aufeinander folgenden Tagen ohne Niederschlag nicht viel häufiger werden.

Initiative Waiblingen klimaneutral

Die Daten basieren auf den Ensembleberechnungen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) aus dem Jahr 2020. Die Klimaprojektionen für die nahe und ferne Zukunft sind auf Grundlage des „weiter wie bisher“- Szenarios berechnet. Das heißt, die Menschheit bläst weiter so viel Treibhausgas in die Luft wie bisher. Eine lokale Initiative, die in Waiblingen wie in vielen anderen Orten auch gegründet wurde, will gegensteuern: Sie will die Kommunalpolitik dazu bewegen, dass Waiblingen bis zum Jahr 2035 klimaneutral wird.

Der Regen vom Montagabend (28.6.) wird vielen im Raum Waiblingen, Weinstadt, Kernen und Korb noch lange im Gedächtnis bleiben. Rund 50 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden – das ist schon fast ein Ereignis, das nur alle 100 Jahre vorkommt. Stellt sich die bange Frage: Ist das jetzt der Klimawandel? Passiert das jetzt öfter? Ein bisschen öfter, ja – das zumindest sagen Klimaprognosen voraus. Andere Veränderungen, die uns in der nahen und fernen Zukunft ins Haus stehen, sind aber typischer für

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