Waiblingen

Nach der Bürgerbeteiligung Korber Höhe: Wie hoch darf’s denn sein?

Grünfläche neues Wohngebiet Korber Höhe, Waiblingen, 18.02.2021.
Das Plangebiet zwischen Winnender Straße, Korber Straße und Stauferstraße in Waiblingen. © Benjamin Beytekin

Lieber etwas dichter, höher bauen und dafür möglichst viel Grünfläche unberührt lassen – oder nur lockere, niedrige Bebauung und dafür mehr in die Fläche gehen: Das ist die Grundsatzentscheidung, die beim „Neuen Wohnen auf der Korber Höhe“ noch nicht ausdiskutiert ist. Die Idee eines Hochhauses ist nach der Bürgerbeteiligung noch nicht ganz vom Tisch. Ein anderer Punkt, der Anwohnern Sorgen bereitete, dagegen schon: Das Baugebiet wird nicht über die Stauferstraße angefahren.

Ein zweites Krankenhaus-Areal wird am nordöstlichen Eck der Korber Höhe nicht gebaut. „Es war nie geplant, das ganze Gebiet zu überbauen“, stellte Oberbürgermeister Andreas Hesky im Gemeinderat noch einmal klar. Statt von der Energiezentrale bis zur Fußgängerbrücke die ganze Streuobstwiese zu versiegeln, sollten bewusst Bereiche, die das Wohngebiet grünplanerisch mit der Landschaft verknüpfen, mit in die Planung einbezogen werden.

Hochhaus bauen versus überhaupt nicht bauen

Das Gremium hat entschieden, wie es nach der Bürgerbeteiligung weitergeht mit dem Baugebiet, das zum IBA-Netz der Internationalen Bauausstellung 2027 gehört: Die Anregungen fließen ein in einen Rahmenplan, der später als Grundlage für einen Investorenwettbewerb dient. Dieser Rahmenplan beinhaltet zwei Varianten: die dichte Bebauung mit mehr Freifläche – und die lockere mit weniger Grün. Der Wettbewerb soll in der ersten Jahreshälfte 2022 starten.

Ungeklärt bleibt weiter – trotz Nachfrage von CDU-Stadtrat Michael Stumpp – wie viele Wohneinheiten auf dem Areal überhaupt entstehen sollen. Ein zentrales Anliegen der Bürger und Bürgerinnen deckt sich jedoch mit den Zielen der Stadt: Seniorengerechtes, barrierefreies Wohnen ist wegen des Generationswechsels im Stadtteil gefragt, eventuell auch ein Mix aus kleinen und großen Wohnungen für Singles, Senioren und Familien.

Einkaufen im Mikrozentrum

Der Wunsch nach mehr Einkaufsmöglichkeiten und Arztpraxen scheint durch die Ausbaupläne für das Mikrozentrum gedeckt. Wohlgemerkt sieht die BV Bau auch dort Seniorenwohnungen in großer Zahl vor. Auf der Wunschliste stehen weiter ein Pflegeheim und Gemeinschaftsräume in Verbindung mit „Co-Working-Spaces“ (Gemeinschaftsbüros).

Dass nur 60 Bürger sich überhaupt beteiligt haben – im Gegensatz zur starken Resonanz bei der Bürgerbeteiligung Fronackerstraße – findet SPD-Chef Roland Wied „schon bemerkenswert“. Mangels deutlicher Ablehnung befürwortet er weiter ein Hochhaus – mit Nutzungskonzept, das der Übernahme durch profitorientierte Investoren vorbeugt. Für die ALi kritisierte Alfonso Fazio, von der Arrondierung der Flächen über den alten Bebauungsplan nichts gewusst zu haben. Tobias Märterrer von „Grünt“ missfällt überhaupt die Empfehlung, das Gebiet zu entwickeln.

Tiny Houses fallen durch

Michael Stumpp pocht darauf, dass es, anders als beim Söhrenbergweg in Neustadt, nicht um Außen-, sondern nur um Innenentwicklung gehe. Marc Maier (AfD) kann sich eine Kombination von Pflegeheim und niedrigeren Häusern vorstellen, Sigfried Bubeck (FW/DFB) setzt eher auf mittelhoch: „Sechs bis acht Geschosse würden reichen.“ Julia Goll äußerte Zweifel an der Anschaulichkeit eines Rahmenplans. Von den in der Bürgerbeteiligung vorgeschlagenen Tiny Houses und Reihenhäusern hält die Stadtverwaltung wenig. Die Lage sei dafür ungeeignet, noch dazu widersprächen sie dem Wunsch, das Angebot an bezahlbaren Wohnungen spürbar zu erhöhen.

Lieber etwas dichter, höher bauen und dafür möglichst viel Grünfläche unberührt lassen – oder nur lockere, niedrige Bebauung und dafür mehr in die Fläche gehen: Das ist die Grundsatzentscheidung, die beim „Neuen Wohnen auf der Korber Höhe“ noch nicht ausdiskutiert ist. Die Idee eines Hochhauses ist nach der Bürgerbeteiligung noch nicht ganz vom Tisch. Ein anderer Punkt, der Anwohnern Sorgen bereitete, dagegen schon: Das Baugebiet wird nicht über die Stauferstraße angefahren.

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