Waiblingen

Nach Drohungen mit Beil: Frau aus Waiblingen bleibt in Psychiatrie

Landgericht
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Eine 52-Jährige aus Waiblingen, die ihre Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus mit dem Beil bedroht und in einem Telefonat einen Amoklauf angedroht hat, wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das hat das Landgericht Stuttgart entschieden. Andernfalls, so der Vorsitzende Richter Volker Peterke, sei zu befürchten, dass es im Umfeld der Frau noch Tote und Verletzte geben könnte.

Die an chronischer paranoider Schizophrenie leidende Waiblingerin hatte ihre Mitbewohnerschaft in dem Mehrfamilienhaus nicht nur beleidigt und bedroht, sondern auch das Beil gegen diese geschwungen. Als Anruferin hatte sie der Stuttgarter Staatsanwaltschaft einen Amoklauf angedroht. „Es ist zu befürchten, dass es früher oder später Tote oder Schwerverletzte gibt, die von Ihnen umgebracht wurden“, sagte Richter Peterke bei der Urteilsbegründung zu der 52-Jährigen, die keinerlei Einsicht in ihre Krankheit zeigt. Sie galt schon zuvor als schuldunfähig.

Frau drohte Nachbarn: "Ich mache euch kaputt, ihr Kriminellen!"

Krank, so der Richter mit Bezug auf den Gerichtspsychiater, sei die Frau schon seit 2013. Bis zum Jahr 2020, als die Bedrohungen der Nachbarn mit dem Beil begannen, habe sich die Krankheit vom kommunikativen Bereich weg entwickelt, so dass die Frau nicht mehr nur beleidige und drohe, sondern ihre Drohungen auch wahrmachen wolle.

Das Beil, das die 52-Jährige in Richtung der Nachbarn schwang, lag hinter ihrer Wohnungstür, falls mal einer klingelt. Sie nahm es aber auch mit ins Treppenhaus und holte damit aus, wenn sie zum Beispiel sagte: „Haltet eure dumme Gosch’, ihr Ausländer!“ oder „Ich bringe euch um, ich mache euch kaputt, ihr Kriminellen!“

Dass die Verurteilte nach ihrem Prozess immer noch behauptet, ihre Nachbarn würden lügen, gehört zu ihrer Krankheit. Wenn sie sich angesichts einer Unterhaltung zweier Nachbarinnen einbilde, diese würden über sie lästern, spiele ihr der Kopf einen Streich, erklärte der Richter.

Richter nimmt Amok-Drohung ernst

Mit dem Stock, mit der Krücke, mit dem Beil: Aus den Angriffen der Verurteilten auf ihre Nachbarn schloss die dritte Strafkammer, dass in Zukunft noch schlimmere Straftaten befürchtet werden müssten. Der Staatsanwaltschaft telefonisch einen Amoklauf anzudrohen, lasse befürchten, dass die Frau tatsächlich „mit einer Waffe ins Städtle Waiblingen geht und dort willkürlich Passanten attackiert und umbringt“, so Richter Peterke.

Aus diesem Grund könne das Gericht die Unterbringung der Frau in der geschlossenen Psychiatrie auch noch nicht zur Bewährung aussetzen. Sie müsse erst einmal ihre Medikamente zuverlässig nehmen und sich gegenüber dem Personal in der Psychiatrie anständig benehmen, um später ins betreute Wohnen zu können.

Eine Rückkehr der 52-Jährigen nach Waiblingen ist nach dem Urteil so gut wie ausgeschlossen. Besonders gut wird auf die Frau geachtet, wenn gegen Ende des nächsten Monats die Zwangsversteigerung der Wohnung ihres verstorbenen Vaters ansteht, in der sie gelebt hat. Weil keiner will, dass sie dann wieder vor der Wohnungstür steht.

"Haufenweise Zeugen gehört"

„Wir haben haufenweise Zeugen gehört, die alle übereinstimmen“, ging der Richter noch einmal auf die ständigen Zwischenrufe der Frau ein. Auch während der Urteilsverkündung redete sie dazwischen, alle würden lügen und nur sie sage die Wahrheit. „Die lügen nicht, sondern Sie sind krank“, wies Richter Peterke sie mehrmals darauf hin, dass er nicht mit ihr diskutiere.

Für die Nachbarn, die wie die ganze Gesellschaft Beleidigungen psychisch Kranker hinzunehmen hätten, sei die Lage einfach zu gefährlich geworden und sie hätten die Todesdrohungen in dem Mehrfamilienhaus durchaus ernst genommen. In der vorherigen Verhandlung hatte eine Polizistin im Zeugenstand über die Nachbarn gesagt: „Sie hatten alle Angst. Sie trauten sich nicht mehr alleine in die Waschküche.“

Eine 52-Jährige aus Waiblingen, die ihre Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus mit dem Beil bedroht und in einem Telefonat einen Amoklauf angedroht hat, wird dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das hat das Landgericht Stuttgart entschieden. Andernfalls, so der Vorsitzende Richter Volker Peterke, sei zu befürchten, dass es im Umfeld der Frau noch Tote und Verletzte geben könnte.

Die an chronischer paranoider Schizophrenie leidende Waiblingerin hatte ihre

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