Waiblingen

Nach Gewalt beim Altstadtfest Waiblingen: 19-Jähriger muss sechs Seiten Strafarbeit schreiben

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Symbolbild. © Pixabay

Eine Faust aufs Auge hat einen 19-Jährigen vor das Amtsgericht Waiblingen gebracht. Körperverletzung lautete die Anklage für das, was am Rande des Altstadtfests in Waiblingen im vergangenen Juni geschah. Auf der Schwaneninsel soll der Winnender einen Jugendlichen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

„Ich erinnere mich nicht richtig daran“, antwortete der Angeklagte, als Richter Armin Blattner wissen wollte, was an dem Abend passiert war. Er sei nicht nüchtern gewesen, aber auch nicht total betrunken. Das Fest sei einfach zu lange her, um sich daran zu erinnern, erklärte der Angeklagte vor Gericht.

Erinnerung fällt schwer

Was er noch weiß: „Ich hatte das Gefühl, dass er auf einen Freund von mir losgehen wollte.“ Und deshalb hatte er an dem Abend zugeschlagen. „Es ist gut, wenn man den Freunden helfen will“, sagte Blattner. „Aber eine Faust ins Gesicht ist keine gute Hilfe.“

Das habe er jetzt auch verstanden, sagte der 19-Jährige. Und eigentlich wisse er das auch, schließlich mache er schon lange Kampfsport. „Ich weiß, wie gefährlich das ist, und ich bereue das auch.“ Deshalb habe er sich auch bei dem Geschädigten entschuldigt – kurz nach der Tat per Telefon und vor dem Gerichtssaal noch einmal.

Der Geschädigte, ebenfalls ein Jugendlicher aus Winnenden, bestätigte das. Warum es zu dem Vorfall gekommen war, will Richter Blattner auch von ihm wissen. „Ich kann es mir nicht erklären“, sagte er. Mehrere junge Männer hatten ihm und einem Freund mehrmals an dem Abend aufgelauert, berichtete er. Der Angeklagte sei allerdings nur am Anfang bei dem Angriff dabei gewesen.

Das bestätigte ein Polizist, der die Szene auf der Schwaneninsel im vergangenen Sommer mitbekommen hatte und nun als Zeuge aussagte.

Ob der Angeklagte ein Alkohol-Problem habe, wollte Blattner von dem Angeklagten wissen, bevor er eine Entscheidung traf. „Ich trink’ nicht, ohne dass etwas ansteht“, sagte er. „Dieses Jahr wird es dazu nicht viele Gelegenheiten geben“, sagte Blattner. Das Altstadtfest in Waiblingen zumindest ist abgesagt. Richter Blattner, die Staatsanwältin und die Jugendgerichtshilfe entschieden sich für eine vorläufige Einstellung des Verfahrens – mit einer Auflage, die dem 19-Jährigen zunächst gar nicht gefiel: Sechs handgeschriebene Seiten über die Auswirkung von Alkohol muss der Jugendliche für das Gericht schreiben.

„Was sagst du dazu?“, fragte Blattner. Der 19-Jährige antwortete mit gequältem Blick: „Bitte nicht.“ Lenkte aber ein, nachdem Blattner erklärte: „Gedankenmachen gehört schon dazu.“

Eine Faust aufs Auge hat einen 19-Jährigen vor das Amtsgericht Waiblingen gebracht. Körperverletzung lautete die Anklage für das, was am Rande des Altstadtfests in Waiblingen im vergangenen Juni geschah. Auf der Schwaneninsel soll der Winnender einen Jugendlichen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

„Ich erinnere mich nicht richtig daran“, antwortete der Angeklagte, als Richter Armin Blattner wissen wollte, was an dem Abend passiert war. Er sei nicht nüchtern gewesen, aber auch

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