Waiblingen

Nach Rodung im Staatswald Hochdorf bei Bittenfeld: Kinder pflanzen Bäume

Pflanzaktion
Zwei Erzieherinnen und ein Erzieher haben mit Kindern vom Kinderhaus Hochdorf jüngst bei einer Pflanzaktion von Forst BW im Staatswald von Hochdorf mitgeholfen. © ZVW/Alexandra Palmizi

Nach der großen Fällaktion im Staatswald von Hochdorf hat Forst BW, der größte Forstbetrieb in Baden-Württemberg, wie angekündigt mit Kindern Bäume gepflanzt. In dem erst im Februar gerodeten Waldstück, durch das auch Menschen aus dem benachbarten Bittenfeld oft spazieren gehen, haben nun zwei Erzieherinnen und ein Erzieher vom Kinderhaus Hochdorf mit 17 Kindern insgesamt 21 junge Eichen in der Erde verbuddelt. Und an einem großen Waldweg wurden von ihnen zudem neun Wildbirnen angepflanzt.

Birnbäume können etwa 80 bis 100 Jahre alt werden – Eichen 300 Jahre

Die Idee dazu stammt von dem Bittenfelder Eduard Firus, der an jenem Tag auch extra kurz vorbeikam, um den Kindern Brezeln zu bringen. Samuel Ziegler, der sich bei Forst BW um den Forstbezirk Unterland kümmert, nahm den Vorschlag seinerzeit sofort auf.

Vor Ort, sagt Ziegler, hätten die Kinder auch viel über die Umwelt gelernt. So seien beim Graben der Löcher zum Beispiel Spinneneier entdeckt worden. Die gepflanzten Birnbäume selbst können etwa 80 bis 100 Jahre alt werden – die Eichen können dagegen bereits 300 Jahre schaffen. Ihr Holz wird forstwirtschaftlich ab einem Alter von etwa 80 bis 100 Jahren interessant.

Gepflanzt werden Eiben, Weißtannen, Eichen und Hainbuchen

Klar ist natürlich, dass die Pflanzaktion mit den Kindern nur ein kleiner Betrag sein kann. Die Hauptarbeit wird nun ein Forstunternehmer stemmen, der in den nächsten zwei Wochen die gerodeten Flächen bepflanzen soll. Vorgesehen sind laut Samuel Ziegler Eiben, Weißtannen und Eichen in Kombination mit Hainbuchen. Solche Pflanzaktionen, betont er, sind im Wald nicht das ganze Jahr über möglich. Dies geht nur in jener Zeitspanne ab Herbst, wenn die Laubbäume ihre Blätter verloren haben, bis zu jener Zeit, wenn die Bäume wieder austreiben.

Samuel Ziegler: Kahlschlag ist heutzutage untypisch

Dass ein solch großer Kahlschlag wie im Februar im Staatswald von Hochdorf erfolgt, kommt bei Forst BW nach Angaben von Samuel Ziegler selten vor. „Das ist untypisch heutzutage.“ Man versuche eigentlich immer, eine gewisse Anzahl von Bäumen im Boden zu belassen. Dass dies im Staatswald von Hochdorf anders lief, erklärt Ziegler mit dem Zustand des Waldstücks. Wegen des Befalls der Eschen mit dem „Falschen Weißen Stängelbecherchen“ seien diese abgestorben. Folge davon sei gewesen, dass die Eschen umfielen und Nachbarbäume beschädigten.

Auf die Frage, wann im Staatswald von Hochdorf wieder Bäume gefällt werden, sagt Ziegler, dass die nächste reguläre forstwirtschaftliche Maßnahme erst in zwei bis drei Jahren stattfinden würde. Falls es allerdings wegen extremer Trockenheit oder einem Pilzbefall Probleme mit den Bäumen geben sollte, kann Forst BW natürlich nicht so lange warten. „Dann müssen wir da vorher wieder tätig werden.“

Der Bittenfelder Eduard Firus kritisiert den Zustand der Laufwege

Was den Zustand der Waldwege nach der Rodung angeht, ist der Bittenfelder Eduard Firus immer noch nicht zufrieden. „Die Laufwege sind nach wie vor durch die Rodung zerstört“, betont er. Die Fahrwege seien dagegen perfekt gerichtet worden. Forst-BW-Mitarbeiter Samuel Ziegler sagt auf Nachfrage, dass bei der Entscheidung, was in welcher Form gerichtet wird, die Finanzen auch eine Rolle spielen. Die Wegebau-Mittel müsse man selbst erwirtschaften – und darum seien die Kapazitäten sehr begrenzt.

Forst BW hat die nach eigener Einschätzung wichtigsten Wege durchaus aufwendig wiederhergestellt, nachdem sie von schweren Maschinen während der Fällaktion beschädigt wurden. Dabei, sagt Ziegler, sei nicht nur grober Schotter verwendet worden, sondern auch feiner Splitt. Am wichtigsten sind für Forst BW natürlich jene Wege, die von Fahrzeugen befahren werden können.

Ehemaliger Trimm-dich-Pfad im Staatswald: Geräte wurden vor rund 15 Jahren abgebaut

Bei Fußwegen wie dem von Eduard Firus angesprochenen Laufweg verweist Samuel Ziegler darauf, dass dieser bei trockener Witterung durchaus gut begehbar sei – nach einem Regen sehe das natürlich anders aus. Bei dem angesprochenen Weg handelt es sich laut Ziegler um einen ehemaligen Trimm-dich-Pfad, bei dem aber bereits vor rund 15 Jahren die Geräte abgebaut worden seien. Deshalb ist der Weg in der Priorität für Forst BW weiter hinten angesiedelt. Forst-BW-Mitarbeiter Samuel Ziegler bittet deshalb darum, in dem Fall eben an passende Schuhe zu denken. „Wenn man in den Wald geht, muss man sich der Witterung anpassen.“

Nach der großen Fällaktion im Staatswald von Hochdorf hat Forst BW, der größte Forstbetrieb in Baden-Württemberg, wie angekündigt mit Kindern Bäume gepflanzt. In dem erst im Februar gerodeten Waldstück, durch das auch Menschen aus dem benachbarten Bittenfeld oft spazieren gehen, haben nun zwei Erzieherinnen und ein Erzieher vom Kinderhaus Hochdorf mit 17 Kindern insgesamt 21 junge Eichen in der Erde verbuddelt. Und an einem großen Waldweg wurden von ihnen zudem neun Wildbirnen

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