Waiblingen

Nach Unterschriften-Aktion: Spielplatz Hasenweg in Neustadt ist fertig

Hasenweg
Der wiedereröffnete Spielplatz am Hasenweg in Waiblingen-Neustadt. © Benjamin Büttner

Die Karotten an der „Klettermöhre“ sind an ihrer orangefarbenen Farbe gleich erkennbar. Dass die Form des Rutschenturms einer Pastinake nachempfunden wurde, darauf muss man erst mal kommen. Alle neu angeschafften Spiel- und Klettergeräte auf dem wiedereröffneten Spielplatz am Hasenweg in Neustadt greifen das beliebte Haustier des Straßennamens spielerisch auf.

Kinderstimmen sind auf dem Spielplatz Hasenweg künftig wohl wieder häufiger zu hören. Die ersten Testspieler waren schon da und sind bei der Wiedereröffnung trotz grauem Himmel und kaltem Wind nicht zu halten. Begeistert belagern die „Hasenkinder“ die neuen Spielgeräte und machen sich mit den Eltern auf die Suche nach Fuchs und Hase, die sich hier in hölzerner Form „Gute Nacht“ sagen können: Ein Fuchs sitzt auf der Vogelnestschaukel, ein Hase ruht sich auf dem Dach des Pastinakenturms aus. Unter ihm rutschen die Kinder vergnügt kreischend.

Ein ausgesprochen netter, kleiner Spielplatz am Ende der Straße ist wieder auferstanden. Initiiert von Neustädter Eltern, finanziert auf Antrag der von ihr losgetreteten Bürgeraktion, die Kosten in Höhe von 30 000 Euro bereitgestellt hat über die Haushalts-Kostenstelle für die Neustädter Spielplätze im Jahr 2021.

Mutter: „Schon während meiner Schulzeit sah es hier verranzt aus“

Vor der Sanierung war das 450 Quadratmeter messende Areal wenig ansehnlich, nicht einladend wie ein Spielplatz. Auf das Tor ohne Netz konnte auf dem abschüssigen Gelände nur aufwärts gekickt werden. Der Sandkasten wirkte verwahrlost, die zwei Bänke waren in die Jahre gekommen. „Hier sah es schon zu meiner Schulzeit verranzt aus, jetzt kommen wir aber bestimmt regelmäßig“, lobt eine 35-jährige Anwohnerin und Mutter die Sanierung.

„Hier war nur ein Bolzplatz“, erinnert sich Gerhard Märtterer, Großvater von Jakob, der – so verrät sein Opa – schon über „viel Spielplatzerfahrung“ verfüge. Der Dreijährige ist grad vom „Holzpastinaken“-Turm auf der nigelnagelneuen, glänzenden Metallrutsche probegerutscht und kommt strahlend hergerannt. „Na, kann man gut rutschen?“ fragt der Opa. Die Antwort: ein klares, lautes „Jaaaa“. Und schon ist er wieder weg, nimmt Kurs auf das Kletterkombigerät. Dieses wird gehalten von zwei Holzlatten in Möhrenform und ist ausgerüstet für mehrere verschiedene Kraxel-Abenteurer, auch eine Slackline gehört dazu, altersgerecht mit einer Leine zum Balancehalten. Der Großvater Gerhard Märtterer sagt, ihm gefalle die Idee vom Hasen und seinen Lieblingsspeisen: „Es ist spielerisch ausgeformt und weiterentwickelt worden, das hat was.“

„Weil er in die Jahre gekommen war, war es auch ein Anliegen der Ortschaft, ihn zu erneuern“, sagt die Ortsvorsteherin Daniela Tiemann. Den Stein ins Rollen gebracht hat eine Elterninitiative. „Wir dachten uns, so was muss man selbst in die Hand nehmen“, sagen Bettina Miersch und Lisa Steinbeck, zwei Mütter, die jahrelang einen Spielplatz vermisst haben.

Eltern ärgerten sich jahrelang, dann wurden sie aktiv

„Ich habe mich fünf Jahre lang geärgert, dass es keinen gescheiten Spieli in unserer Nähe gibt, gerade auch mit Sachen, die kleinere Kinder schon machen können“, erzählt sie.

Sie und Lisa Steinbeck seien losgezogen durch das Wohnquartier, hätten ihr Vorhaben in Kindergärten vorgestellt. Innerhalb von vier Tagen hätten sie 160 Unterschriften gesammelt – und das im Dezember 2020, mitten im harten Corona-Lockdown. „Das hat uns gezeigt, dass ein großer Bedarf vorhanden ist“, sagen sie über die Elterninitiative, die dann „zum Selbstläufer“ geworden sei.

Wie Daniela Tiemann berichtet, stellten die Eltern einen Haushaltsantrag und die Ortschaft lud sie zu zwei Workshops ein. „Dabei haben wir Wünsche und Anregungen zur Gestaltung des Spielgeländes gesammelt und geprüft, inwieweit sie sich im baurechtlichen Rahmen auch realisieren lassen“, so Tiemann. Am 5. Juli wurde die Gerätefirma beauftragt. Infolge von Lieferengpässen habe sich monatelang nichts getan auf der Baustelle. Kurz vor Weihnachten 2021 sind sie „bei widrigen Wetterverhältnissen“ montiert worden, sagt Peter Knerr vom Fachbereich Städtische Infrastruktur und dort verantwortlich für die Grünflächen der Stadt.

Neu ist ein Zaun zum Schutz – „damit die Kinder nicht ungebremst auf die Straße laufen“, so Knerr.

Auch Gras soll bald wachsen

Inklusive der vergangene Woche abgenommenen Tüv-Prüfung und Restarbeiten liege man im normalen Zeitplan, so Knerr.

Noch sieht es rings um die nagelneue helle Spiellandschaft karg aus, frisches Grün für die „Hasenkinder“ ist aber Knerr zufolge schon im Anmarsch. Spätestens mit den ersten Frühlingstagen werde die sprießende Wiese das Bild vom hoppelnden Hasen im grünen Gras vervollständigen.

Die Karotten an der „Klettermöhre“ sind an ihrer orangefarbenen Farbe gleich erkennbar. Dass die Form des Rutschenturms einer Pastinake nachempfunden wurde, darauf muss man erst mal kommen. Alle neu angeschafften Spiel- und Klettergeräte auf dem wiedereröffneten Spielplatz am Hasenweg in Neustadt greifen das beliebte Haustier des Straßennamens spielerisch auf.

Kinderstimmen sind auf dem Spielplatz Hasenweg künftig wohl wieder häufiger zu hören. Die ersten Testspieler waren schon da

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