Waiblingen

Neue Ausstellung im Zeitungshaus

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Michael Schützenberger schaut auf seine Figur „Kleiner Tänzer“. © Joachim Mogck

Waiblingen. Die Waiblinger Künstlergruppe hat einen neuen Vorsitzenden. Auf den langjährigen Vorsteher Klaus Hallermann folgt Michael Schützenberger. Daraus folgt freilich nicht, dass sich die allemal eingeführte Marke Waiblinger Künstlergruppe auf neuen Märkten umsehen will oder öfters die Produktpalette wechselt. Wobei, spannende Neuerungen gibt’s auch jetzt im Zeitungshaus zu sehen.

Video: Michael Schützenberger,der neue Vorsitzende der Künstlergruppe Waiblingen. 

Ändere niemals eine siegreiche Mannschaft. Das erklärt Michael Schützenberger, der Neue vorne dran. Und wenn, dann geschieht’s eh nur mit dem Votum aller. Vereinsmeierei, sagt er, ist ihm allemal zuwider. Da wird nichts gekungelt und nichts durchgestochen.

Die Waiblinger Künstlergruppe war ja immer schon ein Zweckverband und in keiner Weise ein homogener Verbund, der die Kunst in die eine oder andere Richtung lenken wollte. Die Klammer soll die Qualität sein. Kriterien, die sich zunächst einmal an der Ausbildung ablesen lassen. Erstens ein Studium der Kunst, oder eine entsprechend ernste Befassung. Dann sollte derjenige, der aufgenommen werden will, in Waiblingen wohnen. Und drittens noch in die Gruppe passen, das heißt die schon Versammelten entscheiden, ob ein Eintrittbegehrender reingelassen wird.

Die Vorgänger haben es vortrefflich gemacht

Schützenberger, der in Waiblingen wohnt und in Berglen-Streich ein altes Bauernhaus zum Bildhauerhof umbaut, dankt erst einmal seinen Vorgängern Gerhard Hezel und Klaus Hallermann. Und das nicht einfach pflichtschuldigst. Nein, er dankt, weil „sie es so gut gemacht haben.“ Hezel, der vortreffliche Waiblinger Stadtmaler mit dem spitzen Pinsel, pausiert dieses Mal. Wird aber das nächste Mal sicherlich wieder dabei sein. Seine Spitzfindigkeiten ziehen regelmäßig die meisten Betrachter in die Schau.

Schützenberger hat kein Programm, ihn treibt kein Projekt bezüglich einer Richtungsänderung der Gruppe. Die alljährliche Ausstellung, so wie jetzt wieder im Zeitungshaus im Gewerbegebiet Ameisenbühl, ist Anlass genug für den Weiterbestand auf lange Sicht. Es bleibt wohl bei der kleinen Gruppe. Die Waiblinger wollten schon immer anders sein als die Großorganisation Verband Bildender Künstler. „Die alten Statuten haben sich bewährt, ich bin keiner, der sie umschmeisst.“ Somit brauche es auch keinen „Wasserkopf“.

Schützenberger ist zudem klar, dass das Metier der Mitglieder im klassischen Kanon besteht. Malerei, Bildhauerei, Zeichnungen. Schon mit der Fotografie tut sich die Gruppe schwer, wenn es dann ums Finden von Kriterien geht.

Und: Mit Filmemacher und Landart-Künstler würde es schwierig werden, weiß auch er. Erst recht mit Installationskunst und Performance.

Schon deshalb, weil der Ort der Exhibition, das Zeitungshaus, nun mal nur Gelegenheit gibt für etwas, was an der Wand hängt oder auf dem Boden steht. Kurzum: „Es muss zu uns passen.“

Attraktive Gruppe, strenge Auswahl

Es ist nicht so, dass die Gruppe als Interessenverband mit ihrem Hauptausstellungsort Zeitungshaus nicht attraktiv wäre. Vier, fünf Interessenten melden sich jedes Jahr für eine Aufnahme.

Heuer gab es sechs Bewerbungen. Allen wurde abgesagt.

Eröffnet wird die Ausstellung jetzt am Sonntag, 4. Dezember, 11.15 Uhr im Zeitungshaus Albrecht-Villinger-Straße 10, Waiblingen. Es spricht Ricarda Geib.

Bis 22. Januar sind Arbeiten zu sehen von Sibylle Bross, Birgit Entenmann, Klaus Hallermann, Gerhard Hezel, Wolfgang Jaehrling, Klaus Sachs, Michael Schützenberger, Monika Walter und Jan F. Welker. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 8 Uhr bis 17 Uhr.

Neu aufgenommen in die Künstlergruppe Waiblingen wurden im Jahr 2015 Wolfgang Neumann, Diethart Verleger und Barbara Wittmann. Alle Ausstellenden präsentieren überwiegend Arbeiten aus dem Jahr 2015.

Es gibt wahrlich Neues zu sehen, gerade von altbekannten Beitragslieferanten. Wolfgang Jaehrling brachte Urweltliches früher immer auf Papier. Jetzt zeigt er sich als Bildhauer, der den Kalksandstein spitz auslaufen lässt für seine organischen Wesen. Albrecht Pfister war immer mit Kunst aus Glas vertreten. Jetzt zeigt er Zeichnungen, die gewiss keine Vorstudien sind für Objekte. Sondern mit eigenständiger Kraft ein nicht kleines Format organisieren. Sibylle Bross wartet überwiegend mit Porträts auf, und bedient sich für „Erlkönigs Töchter“ bei ihrer Fantasie. Ungewöhnlich für die Realistin.