Waiblingen

Neue Diakonin Hanna Fischer: Die Nähe zu Menschen ist ihr wichtig

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Diakonin Hanna Fischer möchte sich so bald wie möglich einem Chor in Waiblingen anschließen, denn: „Singen ist wirklich eins der wichtigsten Dinge in meinem Leben.“ © Benjamin Büttner

Federführend hat Diakonin Hanna Fischer sich seit der Coronakrise um das Hilfsprojekt „Waiblingen liefert“ gekümmert. Das Angebot will die 52-Jährige weiter ausbauen – auch wenn mit ihrem neuen Job nun eine Fülle an Projekten auf sie zukommt. Am Sonntag ist Hanna Fischer in der Michaelskirche als Diakonin des evangelischen Kirchenbezirks Waiblingen eingesetzt worden. Was ihr wichtig ist: „Ich möchte für die Menschen in verschiedenen Lebenslagen da sein – von der Begleitung in schwierigen Zeiten bis zum gemeinsamen Erleben der Lebensfreude.“

Nicht auf direktem Weg hat die Diakonin zu ihrem Beruf gefunden: Hanna Fischer, die aus Metzingen stammt, ist ausgebildete Hauswirtschafterin. Als sie in einem gerontopsychiatrischen Heim für Frauen gearbeitet hat, ist sie mit Krankheitsbildern wie Alzheimer und Schizophrenie in Berührung gekommen. Der Umgang mit den Frauen habe sie nachdenklich gemacht, berichtet Hanna Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung. Nicht etwa habe sie der Kontakt abgeschreckt, nein, sie wollte näher an den Frauen dran sein – und nicht in der Küche arbeiten. Das ist jetzt rund 30 Jahre her.

Sie fragte den Diakon und die Pfarrer in ihrer Gemeinde, was sie beruflich machen könnte, um nahe mit Menschen zusammenzuarbeiten. Hanna Fischer sagt: „Für mich waren sie Vorbilder und Vertrauenspersonen.“ Die Ratgeber schlugen ihr vor, Diakonin zu werden. „Sie hatten mich beobachtet in meiner ehrenamtlichen Arbeit“, sagt Fischer, die lange in der Kinder- und Jugendarbeit ihrer Gemeinde aktiv war und in verschiedenen Chören sang. „Ich hatte eher in Richtung Kranken- oder Altenpflege gedacht.“ Doch die Idee, Diakonin zu werden, blieb haften.

„Irgendwann kommt die Zeit, wo man nicht mehr auf einer Luftmatratze schlafen möchte“

In Ludwigsburg machte sie die fünfjährige Ausbildung zur Gemeindediakonin und trat ihr erstes Amt in Gerlingen und für den Kirchenbezirk Ditzingen an. Danach arbeitete sie für das Evangelische Jugendwerk Bezirk Aalen. Nach 22 Jahren Jugendarbeit schwenkte sie um zur Erwachsenenbildung. Warum? „Irgendwann kommt die Zeit, wo man nicht mehr auf einer Luftmatratze schlafen möchte“, sagt sie und lacht. „Nein, im Ernst, die Jugendarbeit braucht Jüngere. Für mich war es an der Zeit für einen Wechsel.“ Und zwar zur Erwachsenenbildung.

Beim Kreisdiakonieverband war sie Beauftragte für Flüchtlingsarbeit im evangelischen Kirchenbezirk Waiblingen, bis vor kurzem mit Ehrenamtlichen zusammen, die Geflüchtete unterstützen. Und auch bei ihrer neuen Stelle wird der Fokus auf der Arbeit mit engagierten Ehrenamtlichen liegen. Trotzdem wird vieles neu sein.

Ihre Vorgängerin Kornelia Minich, die Ende Juni in Rente ging, war rein für Waiblingen zuständig – das wird sich für Diakonin Hanna Fischer, die am 1. Juli  die Arbeit aufgenommen hat, ändern. Nun handelt es sich um eine Bezirksanstellung, das heißt: „bezirksweit agieren.“ Damit soll die Bezirkssicht der Gemeinde gestärkt werden, so Hanna Fischer, die in Winterbach lebt und in Waiblingen arbeitet. Für sie bedeutet das Personalverantwortung über ein Team von Diakonen. Weitere Aufgaben sind die Vorbereitung des Weltgebetstags der Frauen, die Unterstützung der Seniorenarbeit und die Begleitung von Diakonen und Diakoninnen, die zwar im Kirchenbezirk leben, aber nicht bei der Landeskirche angestellt sind.

lhr Plan: Kirche inklusiver machen und mehr Teilhabe ermöglichen

Ein Großteil ihrer Arbeit, sagt Hanna Fischer, werde im Bereich der Inklusion liegen. Dabei gehe es aber nicht nur darum, Rampen für Rollstuhlfahrer zu bauen, sondern eine inklusive Haltung in der Kirche zu schaffen. Eine ihrer vielen Ideen ist, die Webseite des Kirchenbezirks in leichter Sprache anzubieten. Sie sagt: „Wir wollen so vielen Menschen wie möglich die Teilhabe ermöglichen.“

Ihr aktuelles Projekt „Waiblingen liefert“ soll als verlässliche Grundstruktur weiterlaufen, sagt Hanna Fischer. Das Angebot soll mit der Zeit aber abgewandelt werden – weg von der Corona-Hilfe, hin zur Quartiersarbeit, an der Ehrenamtliche aus verschiedenen Bereichen mitarbeiten. „Ein Thema, das mir immer wieder begegnet, ist die Einsamkeit.“ Menschen, die sich alleine fühlen, zu helfen, soll ein Ansatzpunkt für eine Weiterentwicklung des Projekts sein.

"Das ist wirklich Neuland für alle"

Dass sie ihre neue Arbeitsstelle in Zeiten von Corona antritt, sei eine wirkliche Herausforderung. Denn: „Eine Stärke der Kirche ist das Erleben der Gemeinschaft.“ Wie soziale Interaktion weiterhin stattfinden und Gemeinschaft erlebbar gemacht werden kann, muss sie für all ihre Projekte neu überlegen, sagt sie. „Das ist wirklich Neuland für alle.“

Federführend hat Diakonin Hanna Fischer sich seit der Coronakrise um das Hilfsprojekt „Waiblingen liefert“ gekümmert. Das Angebot will die 52-Jährige weiter ausbauen – auch wenn mit ihrem neuen Job nun eine Fülle an Projekten auf sie zukommt. Am Sonntag ist Hanna Fischer in der Michaelskirche als Diakonin des evangelischen Kirchenbezirks Waiblingen eingesetzt worden. Was ihr wichtig ist: „Ich möchte für die Menschen in verschiedenen Lebenslagen da sein – von der Begleitung in schwierigen

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