Waiblingen

Neue Leiterin des Kernener Polizeipostens

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Jugendarbeit und Prävention liegen der Hauptkommissarin Heike Reichenecker am Herzen. © Ramona Adolf

Kernen. In Kernen wird künftig eine Frau an der Spitze der örtlichen Polizei stehen: Im April tritt die 45-jährige Hauptkommissarin Heike Reichenecker als neue Leiterin des Polizeipostens die Nachfolge von Volker Hehl an. Weibliche Verstärkung bekommt sie von einer weiteren Polizistin, Julia Lier, die bereits im März ihren Dienst in Kernen begonnen hat.

„In meiner gesamten Karriere als Polizistin habe ich viel im Jugendbereich gearbeitet“, berichtet Hauptkommissarin Heike Reichenecker. Derzeit ist sie Jugendsachbearbeiterin auf dem Polizeirevier in Fellbach und als solche bereits für die Kernener Jugendlichen zuständig. Von April an wird die gebürtige Ulmerin die Leitung des gesamten Kernener Polizeipostens übernehmen – und will dabei auch weiterhin ein Auge auf die Jugend haben. Prävention an Schulen und in Vereinen sowie der direkte Kontakt mit den Jugendlichen seien ihr einfach wichtig, sagt die Mutter eines kleinen Sohnes. In ihrer Heimatstadt Ulm hat sie lange Zeit neben ihrer Arbeit als Polizistin ehrenamtlich verschiedene Jugendtreffs geleitet – eine echte Herzensangelegenheit also.

Seit 25 Jahren im Polizeidienst

Bei der Polizei ist Reichenecker schon seit 1991 – noch im März dieses Jahres feiert sie ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Nach ihrer Ausbildung war sie zunächst einige Zeit beim Verkehrsunfallaufnahmedienst in Tübingen und wechselte dann zurück in ihre Heimatstadt Ulm, wo sie drei Jahre lang auf Streife ging. Weitere drei Jahre arbeitete sie auf dem Polizeiposten Dornstadt und wandte sich dort ihrer Stärke zu: dem Ermittlungsdienst. Der Liebe wegen zog sie schließlich nach Backnang, wo sie seitdem mit ihrem heutigen Mann – dem Backnanger Feuerwehrkommandanten – wohnt.

Nach einem Studium an der Polizeifachhochschule in Villingen-Schwenningen begann Reichenecker vor sechs Jahren ihren Dienst auf dem Polizeirevier Fellbach. In Kernen tritt Reichenecker die Nachfolge von Volker Hehl an: Der 60-Jährige, der den Polizeiposten drei Jahre lang leitete, verabschiedet sich Ende März in den Ruhestand. Besonders freut es die Hauptkommissarin, dass sie nicht die einzige Frau auf der Wache sein wird: Bereits seit Anfang März verstärkt die 28-jährige Polizeimeisterin Julia Lier das Team der Kernener Ordnungshüter. „Es ist schön, dass auch eine weibliche Kollegin an Bord ist“, sagt Reichenecker. Ohnehin sei die Mischung zwischen erfahrenen und jungen Polizisten in Kernen nahezu optimal. „Da ergänzt man sich gut und kann voneinander lernen“, ist die Hauptkommissarin überzeugt.

Bei Bürgern Vertrauen aufbauen

Ebenfalls sicher ist sie sich, dass sie bei der guten Besetzung des Polizeipostens – die Kernener Ordnungshüter werden künftig zu fünft sein – neben ihren organisatorischen Aufgaben als Leiterin auch in Zukunft Zeit haben wird, selbst den Kontakt zu den Bürgern zu halten. „Das ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen“, sagt Reichenecker. Und auch den direkten Draht zu den Jugendlichen will sie halten: „Das ist die beste Prävention“, ist sie überzeugt. „Wenn die jungen Leute mich kennen und wissen, ich bin zwar streng und sehr geradlinig, aber jeder bekommt auch seine Chance.“

Zwar sei es in den letzten Jahren in puncto Jugendkriminalität in Kernen sehr ruhig gewesen, aber es habe auch andere Zeiten gegeben, in denen deutlich mehr los gewesen sei, berichtet Reichenecker. „Da gab es schon mal eine Phase, in der die jungen Leute ihre Freizeit etwas kreativer gestaltet haben“, erinnert sich die Hauptkommissarin.

Mal sei es im Ortsteil Stetten schlimmer zugegangen, mal in Rommelshausen – das habe sich die Waage gehalten. Aber insgesamt sei es dabei um kleinere Delikte gegangen: tätliche Auseinandersetzungen, Diebstähle, Vandalismus. „Das waren einfach ein paar junge Leute, die Dummheiten begangen haben“, sagt Reichenecker. Das habe sich einigermaßen leicht in den Griff bekommen lassen – auch mit Hilfe der mobilen Jugendarbeit. „Der Kontakt zur Jugendarbeit ist wirklich sehr gut“, sagt sie. Und seit zwei Jahren sei die Lage in Kernen „wirklich sehr ordentlich“.

Straftaten in Kernen

Am häufigsten kommen laut dem scheidenden Leiter des Polizeipostens Kernen, Volker Hehl, Betrügereien, Auseinandersetzungen zwischen Personen, Diebstähle, Einbrüche und gelegentlich Drogendelikte vor.

Kapitalverbrechen, wie beispielsweise Mord, gibt es demzufolge so gut wie nie.