Waiblingen

Neuer Besitzer will Sportbar, Gaststätte und Wohnungen bauen

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Der Kiosk (links) soll abgerissen werden, im Bahnhofsgebäude sollen Wohnungen entstehen. © ZVW/Gabriel Habermann (Archiv)

Waiblingen-Neustadt. Im alten Bahnhofsgebäude und auf dem Gelände des Neustädter Bahnhofs entstehen Wohnungen. Nachdem Mehmet Yurdakul im September vergangenen Jahres den Bahnhof für 340 000 Euro gekauft hat, will er nun eine Sportsbar, eine Gaststätte und Wohnungen bauen. Der angrenzende Kiosk soll abgerissen werden, dort sollen drei bis vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Das Bauamt weiß allerdings noch nichts von diesen Plänen.


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„Ich will den Neustädter Bahnhof beleben“, sagt Mehmet Yurdakul. „Hier ist es wie eine Geisterstadt, gar nichts los“, findet der 33-jährige Stuttgarter. Das will er jetzt ändern. In dem alten Bahnhofsgebäude sollen Wohnungen und eine Ladenfläche entstehen. „Wir haben den Raum mit einer Wand getrennt“, sagt Mehmet Yurdakul bei der Führung durch das alte Bahnhofsgebäude. „Hier kommt eine Sportsbar rein und vielleicht auch Burger King“, sagt er. Festlegen möchte er sich noch nicht. „Die Leute müssen künftig nicht in der Kälte stehen“, sagt er. Die Sanierungsarbeiten im heruntergekommenen Bahnhofsgebäude sind bereits im Gange. „Bis jetzt haben wir über 100 000 Euro investiert“, sagt Mehmet Yurdakul. Mit weiteren 100 000 Euro rechnet er schon. Eine Aufgabe wird sein, das Gebäude und somit die zukünftigen Wohnungen an das öffentliche Trink- und Abwassernetz anzuschließen.

Amt: „Uns liegen keine Bauanträge über zusätzliche Gebäude vor“

Ob die beiden Wohnetagen an Familien oder an mehrere Leute als eine Wohngemeinschaft vermietet werden, ist noch ungewiss. Eignen würden sich beide Varianten: Auf der ersten Etage gibt es vier Zimmer und im Dachgeschoss fünf Zimmer. Auch dort, wo jetzt der Kiosk steht, sollen in Zukunft drei bis vier Mehrfamilienhäuser stehen. Damit ist noch nicht Schluss. Auch auf der anderen Seite des Bahnhofs, auf der Grünfläche, die ebenfalls zum Bahnhof gehört, will Yurdakul bauen. „Da ist etwa 1000 bis 1500 Quadratmeter Baugrundstück“, schätzt er. Ihm sei die Lage der vielen wohnungssuchenden Menschen bekannt. Deshalb ist er sich sicher, dass sein Angebot von Menschen sehr gut angenommen werde. Darüber hinaus sieht der 33-Jährige keinen Grund darin, weshalb dort keine Wohnungen entstehen sollten.

Das sah die Stadt bisher anders. Im vergangenen September hatte Oberbürgermeister Andreas Hesky den Bau von Wohnungen auf dem Bahnhofsgelände aufgrund der Lärmbelastung ausgeschlossen – außerdem Vergnügungsbetriebe und Spielstätten. Der neue Bahnhofsbesitzer meint dagegen: „Es gibt viele Wohnungen in Deutschland, die direkt am Bahnhof sind, wo sogar Güterzüge oder ICEs durchfahren, hier hält nur die S-Bahn an.“ Darüber hinaus habe er sich „unterrichten lassen“, dass dagegen nichts spreche.

Keine Bauanträge über zusätzliche Gebäude

Auf Anfrage bestätigen Oberbürgermeister Andreas Hesky und Baubürgermeister Dieter Schienmann, dass ihnen der Umbau des Bahnhofsgebäudes bekannt ist. Über den Wunsch des neuen Besitzers, weitere Gebäude zu errichten, sei ihnen aber nichts bekannt. „Uns liegen keine Bauanträge über zusätzliche Gebäude vor“, sagt Dieter Schienmann. Und es habe keine Vorabstimmungen mit Mehmet Yurdakul gegeben. Falls der neue Bahnhofsbesitzer auf der Grünfläche bauen möchte, müsse dieses Vorhaben zunächst wegen Artenschutz und der Hangneigung überprüft werden. „Wenn der Antrag vorliegt, dann läuft ein ganz normales Baugenehmigungsvorhaben“, sagt Schienmann. Auch müsse Mehmet Yurdakul nachweisen, dass die Lärmbelastung in den Wohnungen, die im alten Bahnhofsgebäude entstehen, den vorgegebenen zulässigen Wert nicht überschreitet.

Bereits im April dieses Jahres hatte Yurdakul für Aufsehen gesorgt. Der 33-Jährige hatte mehrere Autos abschleppen lassen, die auf dem Bahnhofsgelände geparkt hatten. Heute spricht er von einem Kommunikationsfehler. Es hätten nur die Autos abgeschleppt werden sollen, die den Eingang und die Zufahrt zum Bahnhofsgebäude versperren. Dennoch darf weiterhin auf dem Bahnhofsplatz nicht geparkt werden.