Waiblingen

Neuer Mietspiegel für Waiblingen: Ab wann tritt er in Kraft - und wie viel dürfen Vermieter jetzt verlangen?

Krankenhausareal
Auf dem Areal des ehemaligen Waiblinger Krankenhauses sollen in naher Zukunft 450 bis 500 Menschen wohnen. Unser Foto stammt vom Oktober 2020. © Gabriel Habermann

Wer als Vermieter in Waiblingen einen neuen Mietvertrag aufsetzt, muss bei der Höhe der Miete seit 4. Juni 2020 noch besser aufpassen. Wegen des angespannten Wohnungsmarkts gehört Waiblingen nun zu jenen 89 Kommunen in Baden-Württemberg, in denen die Mietpreisbremse gilt.

Das heißt, dass Mieten in neuen Verträgen die ortsübliche Vergleichsmiete nur um maximal zehn Prozent übersteigen dürfen. Verstößt ein Vermieter dagegen, kann der Mieter die Herabsetzung der Miete einfordern. Daher ist für Mieter wie Vermieter der Mietspiegel noch wichtiger geworden.

Mieterverein hat zugestimmt, Haus und Grund auch

Die Stadt Waiblingen hat nun einen neuen Mietspiegel erstellt, der Anfang November vom örtlichen Mieterverein und dem Haus- und Grundbesitzerverein Waiblingen, Winnenden und Umgebung anerkannt wurde. Es handelt sich um einen sogenannten qualifizierten Mietspiegel. Wie dieser erstellt wurde, das hat Jannik Maisch, Abteilungsleiter Gremiendienste, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Sport (WKS) erläutert.

Zum ersten Mal ein qualifizierter Mietspiegel

Einen Mietspiegel gibt es in Waiblingen schon seit 1978. Dabei handelte es sich allerdings um einen sogenannten einfachen Mietspiegel, der alle zwei Jahre mit dem Mieterverein sowie Haus und Grund erarbeitet wurde. Gestützt waren diese Zahlen auf statistische Berechnungen, eigene Daten wurden allerdings nicht erhoben. Bei einem qualifizierten Mietspiegel müssen hingegen wissenschaftliche Grundsätze befolgt werden.

Waiblingen hat hierfür das ALP-Institut für Wohnen und Stadtentwicklung aus Hamburg beauftragt. Mit involviert sind zudem die Gemeinde Korb sowie die Kreisbaugesellschaft Waiblingen.

Auch große Vermieter wie Bosch und die Kreisbau wurden befragt

Zwischen März und Mitte Juni 2020 wurden 17 533 Haushalte angeschrieben, davon 14 504 aus Waiblingen. Diese sollten einen Fragebogen ausfüllen, um eine Basis für den neuen Mietspiegel zu haben. 2742 Antworten kamen zurück – das ist eine Quote von 15,6 Prozent. Befragt wurden zudem institutionelle Vermieter wie Vonovia, die Robert Bosch GmbH, die Stadt Waiblingen und die Kreisbau. Heraus kamen dabei 1506 verwertbare Datensätze. Ist das nun genug, um einen qualifizierten Mietspiegel zu erstellen?

Ist die Rücklaufquote gut oder schlecht?

FDP-Stadträtin Julia Goll kritisierte in der Ausschuss-Sitzung die Quote als zu gering. Auch wollte sie wissen, wie hoch die Kosten ausfielen. Jannik Maisch teilte daraufhin mit, dass die Gesamtkosten bei 47 000 Euro liegen. Abzüglich der Förderung durch das Land Baden-Württemberg in Höhe von 33 739,50 Euro (für Waiblingen und Korb zusammen) liegt der Anteil, den Waiblingen selbst zahlen muss, bei 11 000 Euro. Was die Rücklaufquote angeht, verteidigte Jannik Maisch diese. „Das ist ein üblicher Wert.“

„Es ist wichtig zu wissen, was aktuell bezahlt wird"

Der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky sah das genauso. Aus seiner Sicht liegt ein großer Vorteil darin, dass die Waiblinger jetzt auch sehen können, was bei einer Neuvermietung am Markt fällig wird. „Es ist wichtig zu wissen, was aktuell bezahlt wird.“

Beispiele: Eine Wohnung in Bittenfeld, eine in der Kernstadt

Nehmen wir zwei Beispiele: Für eine Wohnung in der Waiblinger Kernstadt, Baujahr 1950 und 50 Quadratmeter groß, mit einfacher Ausstattung und durchschnittlicher Sanitäreinrichtung, kann ein Vermieter zwischen 350,37 und 474,03 Euro verlangen.

Für eine 2019 gebaute 80-Quadratmeter-Wohnung in Bittenfeld, die über eine sehr gehobene Ausstattung und eine gehobene Sanitäreinrichtung verfügt, sind laut Mietspiegel zwischen 711,80 Euro und 963,02 Euro pro Monat möglich.


Für zwei Jahre gültig

In Kraft treten soll der Mietspiegel am 1. Dezember 2020, gültig sein soll er bis 30. November 2022. Damit kein Bürger komplizierte Rechnungen vornehmen muss, soll es auf der Internetseite der Stadt Waiblingen einen Onlinerechner geben. Der soll genau ausrechnen, in welchem Bereich sich eine Miete für eine bestimmte Wohnung bewegen darf.

Wer als Vermieter in Waiblingen einen neuen Mietvertrag aufsetzt, muss bei der Höhe der Miete seit 4. Juni 2020 noch besser aufpassen. Wegen des angespannten Wohnungsmarkts gehört Waiblingen nun zu jenen 89 Kommunen in Baden-Württemberg, in denen die Mietpreisbremse gilt.

Das heißt, dass Mieten in neuen Verträgen die ortsübliche Vergleichsmiete nur um maximal zehn Prozent übersteigen dürfen. Verstößt ein Vermieter dagegen, kann der Mieter die Herabsetzung der Miete einfordern. Daher

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