Waiblingen

Neues Baugebiet am Sörenbergweg

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Archivbild von 2015: Der Sörenbergweg in Neustadt mit Friedensschule und Gärtnerei © Christine Tantschinez

Waiblingen. Auf dem Gelände der Gärtnerei südlich des Sörenbergwegs in Neustadt soll ein Baugebiet entstehen. Für die Grundstücke hat sich die Stadt jetzt das Vorkaufsrecht gesichert. Gespräche mit dem Grundstücksbesitzer seien jahrelang ergebnislos geblieben, sagte Baubürgermeisterin Birgit Priebe im Gemeinderat. Erfolgreicher war offenbar ein Bauträger. Am 13. März wurde ein Kaufvertrag abgeschlossen – doch die Stadt pocht auch hier auf ihr Vorkaufrecht.

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Satzung für das Vorkaufsrecht für die „Wohnbauentwicklung südlich des Sörenbergwegs in Neustadt“ beschlossen. Das Pikante: Mit Inkrafttreten der Satzung will die Stadt auch in den bestehenden Kaufvertrag eingreifen und anstelle des beurkundeten Käufers in den Vertrag eintreten. Dieses besondere Vorkaufsrecht soll nach Darstellung der Stadtverwaltung der langfristigen geordneten Entwicklung dienen und muss durch das Wohl der Allgemeinheit gerechtfertigt sein. Beispiele für dieses Wohl seien der Bau von Wohnhäusern oder Flächen, die für den Gemeinbedarf gebraucht werden, argumentiert die Stadtverwaltung.

Preisexplosionen und Baulücken sollen vermieden werden

Hintergrund ist das Waiblinger Baulandmodell. Danach werden neue Baugebiete erst entwickelt, wenn alle Grundstücke im Besitz der Stadt sind. Preisexplosionen bei den Bauplätzen und unliebsame Baulücken sollen so vermieden werden. Im Falle der Neustädter Arrondierung bedeutet dies aber nicht, dass Bauträger gar nicht zum Zug kommen, sagte OB Andreas Hesky im Gemeinderat. Nachgehakt hatte FDP-Rätin Julia Goll, ob dann auch alle Flächen direkt an Bürger verkauft werden sollen. Die Baugebiete sollten ein Spiegel der Gesellschaft sein, dort also auch Mehrfamilienhäuser gebaut werden, erklärte der Oberbürgermeister: „Im Bereich des Geschoss-Wohnungsbaus werden wir sicherlich an Bauträger verkaufen“, sagte er. Die Stadt agiere nicht gegen Bauträger, wolle bei den Ein- und Zweifamilienhäusern aber individuelle Vorstellungen realisieren.

Für Neustadt ist das Gebiet am Ortsrand eine Entwicklungsfläche für Wohnbau, wo auch günstige Wohnungen entstehen sollen. Um eine klassische Wohnnutzung zu ermöglichen, muss das Gebiet erschlossen und ein Bebauungsverfahren eingeleitet werden. Zusammen mit den östlich gelegenen Grundstücken, die im Flächennutzungsplan (FNP) bereits als Wohnbauflächen ausgewiesen sind, erhofft sich die Stadtverwaltung eine attraktive Arrondierung am Rand von Neustadt. Große Flächen des westlichen Teils, der als Mischgebiet ausgewiesen ist, werden derzeit als Gärtnerei genutzt. Dem Bebauungsplan von 1963 zufolge darf hier nicht gebaut werden. Baufenster gibt es nur für die Grundstücke Sörenbergweg 8 und 10, die bei der Aufstellung des Bebauungsplans 1963 bereits bebaut waren. Keinen Bebauungsplan gibt es im östlichen Bereich des Satzungsgebiets. Der Flächennutzungsplan weist hier Wohnbauflächen aus. Entlang des Wegs stehen die Häuser Sörenbergweg 26 uns 30, Wirtschaftsgebäude und Gewächshäuser.

Ein Vorkaufsrecht hat die Stadt bisher nur bei den im FNP ausgewiesenen Wohnbauflächen, nicht im Mischgebiet. Weil die Flächen nicht klar abzugrenzen seien, soll die Satzung zum Vorkaufsrecht für den ganzen Bereich gelten.

Baulandmodell

Das Ziel des Baulandmodells, Baulücken zu vermeiden und für Bauwillige – insbesondere für junge Familien – kurzfristig Bauland zur Verfügung zu stellen, hat sich nach Ansicht der Stadt Waiblingen bewährt. Vor der Bebauung neuer Baugebiete sollen deshalb weiterhin alle Flächen in städtischem Besitz sein. Die Erfassung, Bewertung und Mobilisierung der Baulücken der Stadt bleibt erklärtes Ziel der Stadt Waiblingen.