Waiblingen

Neues Landratsamt am Alten Postplatz: Beginn der Planungen

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Landrat Richard Sigel und Prof. Werner Sobek im Herbst bei der Vorstellung des Siegerentwurfs. © Büttner/archiv

Es soll „kein Schloss für den Landrat“ werden, das hat Richard Sigel schon vor einem halben Jahr bei der Vorstellung des Siegerentwurfs für das neue Landratsamt am Alten Postplatz in Waiblingen versichert. Für den Neubau, in den vor allem das Sozialamt und das Jugendamt einziehen sollen, hat nun der Waiblinger Gemeinderat das Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht. Das Gebäude kommt ins Dreieck zwischen dem bestehenden Landratsamt, Polizeirevier und Jugendhaus Villa Roller an die Stelle des ohnehin stark sanierungsbedürftigen Parkhauses.

Größere Einwände haben die Stadträte vorerst nicht geäußert. ALi-Chef Alfonso Fazio verwies auf die Schutzwürdigkeit einer Linde, welche die Stadt Waiblingen laut Baubürgermeister Dieter Schienmann zwar festschreiben, aber in der Praxis nicht selbst garantieren könne. Das obliegt der Bauherrschaft. Die Einfahrt zur neuen Tiefgarage soll sich an der gleichen Stelle befinden wie bisher. Eine Verkehrsuntersuchung im Vorfeld hat ergeben, dass sie nur dort sinnvoll sei, berichtete Schienmann. Die Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan soll im dritten Quartal 2020 folgen.

Büro-Standorte werden gebündelt

Der Standort besitzt aus Sicht der Stadt Waiblingen einen hohen Stellenwert, da er durch seine öffentliche Funktion als Frequenzbringer maßgebend zur Attraktivität des Stadtzentrums beitrage. Auf Platz eins beim Architektenwettbewerb landete der Entwurf des Büros Ackermann und Raff aus Stuttgart. Eine entscheidende Rolle bei der Bewertung durch die Jury um Professor Werner Sobek hatte der Faktor nachhaltiges Bauen. Errichtet wird das neue Landratsamt in Holzhybrid-Bauweise, also mit Holz und Zement. Dafür soll ein hoher Anteil von recyceltem Material - Zement wie Kupfer für die Verkleidung - verwendet werden. Wärmerückgewinnung, Geothermie, Fotovoltaik und Dachbegrünung gehören zum Energiekonzept.

Ziel des Landkreises ist, seine Verwaltung zu bündeln und dadurch Kosten zu sparen. Derzeit sind die Büros auf zehn Standorte verstreut, die Gebäude stammen überwiegend aus den fünfziger und achtziger Jahren. Das Krankenhaus-Areal und die Post an der Mayenner Straße wurden als mögliche Standorte verworfen. Der Neubau an zentraler Stelle bekommt drei Tiefgaragen-Ebenen mit 235 Stellplätzen. Das entspricht etwa dem heutigen Stand. Kosten soll das Projekt 34 Millionen Euro. Diese Woche hat der Abriss eines alten Kreis-Verwaltungsbaus in der Rötestraße begonnen, das seit 2015 leersteht.

Es soll „kein Schloss für den Landrat“ werden, das hat Richard Sigel schon vor einem halben Jahr bei der Vorstellung des Siegerentwurfs für das neue Landratsamt am Alten Postplatz in Waiblingen versichert. Für den Neubau, in den vor allem das Sozialamt und das Jugendamt einziehen sollen, hat nun der Waiblinger Gemeinderat das Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht. Das Gebäude kommt ins Dreieck zwischen dem bestehenden Landratsamt, Polizeirevier und Jugendhaus Villa Roller an die Stelle

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