Waiblingen

Neues Parkhaus auf dem Avia-Areal in Waiblingen?

AviaParkplatz
Aktuell ein Standort fürs Schnelltestzentrum: Das Gelände der früheren Avia-Tankstelle. © Gaby Schneider

Noch wird das frühere Avia-Areal als provisorischer Parkplatz und für den Schnelltestbus der Central-Apotheke genutzt. Als dauerhafte Lösung wollen Investoren aus Waiblingen ein Ärztehaus bauen. Doch wie viel Parkplätze braucht’s dafür? Wäre das Verkehrsaufkommen am viel frequentierten Eck von Stadtgraben und Fronackerstraße überhaupt noch zu verkraften? Oder bietet das Ärztehaus gar die Chance auf ein neues Parkhaus, von dem die ganze Innenstadt profitiert? Das hat die Stadt jetzt eingehend untersuchen lassen.

Das Baurecht verlangt im Fall des Ärztehauses für Mitarbeiter und Besucher rund 80 Parkplätze. Dass sich diese auf dem Grundstück des künftigen Ärztehauses verwirklichen lassen, ist eine der Aussagen des untersuchenden Isin-Büros. Angebunden würden Stellplätze über den Stadtgraben und die Tiefgarage mit Zufahrt über die Fronackerstraße. Die Investoren müssten dafür umplanen.

Tunnel-Variante "absolut unwirtschaftlich"

Besonders die CDU-Fraktion hatte die Idee eines größeren Parkhauses beziehungsweise einer größeren Tiefgarage, die nun ebenfalls durch Experten unter die Lupe genommen wurde. Theoretisch machbar wäre auf dem Grundstück ein unterirdisches Parkhaus mit drei weiteren Etagen und insgesamt rund 180 Stellplätzen, das bis zu 20 Meter ins Erdreich reichen würde. Untersucht wurde auch die Option, die Ärztehaus-Garage durch einen Tunnel unter der Fronackerstraße mit der Volksbank-Garage zu verbinden. Wovon die Isin-Planer dringend abraten: Die Kosten würden auf mehr als 100.000 Euro pro Stellplatz steigen – „absolut unwirtschaftlich“.

Realistischer erscheinen die Überlegungen, welche die Grundstücke nördlich des Ärztehaus-Areals bei Elektro Bauer und eine mögliche nachverdichtende Bebauung dort einbeziehen. Hier gibt es eine Variante als Tiefgarage mit einer gemeinsamen Zufahrt über die Fronackerstraße sowie eine Variante als oberirdisches Parkhaus mit Einfahrt am Stadtgraben und Ausfahrt in die Fuggerstraße. Möglich wären somit mehr als 200 Stellplätze für rund 30.000 Euro Kosten pro Stellplatz.

Fachleute raten von einem öffentlichen Parkhaus ab

So weit die Realisierbarkeit, aber wie würden sich die Bauwerke auf den Verkehr auswirken? Das hat das Verkehrsbüro von Jürgen Karajan untersucht. Der Ist-Zustand: Der Bereich zwischen Altem Postplatz und Fronackerstraße ist zumindest im Feierabendverkehr „hoch ausgelastet“, zeitweise bilden sich Rückstaus bis in den Stadtgraben. Entstünden am Avia-Areal nur die baurechtlich möglichen Parkplätze, würden die Rückstaus nur „geringfügig zunehmen“. Anders bei den Varianten mit zusätzlichen Stellplätzen – die Verkehrszunahme hätte laut Jürgen Karajan einen spürbaren Effekt auf die Innenstadt. Interessanter Punkt: „Der Knotenpunkt Fronackerstraße/ Am Stadtgraben sei für alle untersuchten Varianten leistungsfähig, Probleme im Verkehrsablauf träten durch den benachbarten Knotenpunkt Alter Postplatz auf. Der Schluss des Verkehrsingenieurs: Würden zusätzliche Parkplätze geschaffen, sollten sie „in gleichem Maß“ im Straßenraum rückgebaut werden – nicht das, was die CDU eigentlich im Sinn hatte.

Die Verwaltung will verzichten

„Die Diskussion hätte mit der Zahl einen anderen Verlauf genommen“, sagte SPD-Chef Roland Wied angesichts der Zahl von 80 baurechtlich erforderlichen Stellplätzen. Bislang war von deutlich weniger die Rede gewesen – und Wied hatte sich grundsätzlich für das Projekt ausgesprochen. Iris Förster (Grünt) regte an, auf die Eigentümer zuzugehen wegen einer Aufstockung des offenen Parkplatzes hinter der Sparkasse. Siegfried Bubeck (FW/DFB) brachte als Variante Zu- und Abfahrt über die Fuggerstraße ins Spiel. Für die CDU pochte Peter Abele darauf, mit Blick auf eine etwaige Nachverdichtung der Flächen hinter Elektro Bauer keine Möglichkeiten zu verbauen. Die ALi fordert, die Tiefgaragen am Postplatz und bei der Volksbank besser zu nutzen.

Am 14. Oktober wird der Gemeinderat über die Tiefgaragen beraten. Die Verwaltungsseite schlägt vor, auf eine öffentliche Tiefgarage zu verzichten.

Noch wird das frühere Avia-Areal als provisorischer Parkplatz und für den Schnelltestbus der Central-Apotheke genutzt. Als dauerhafte Lösung wollen Investoren aus Waiblingen ein Ärztehaus bauen. Doch wie viel Parkplätze braucht’s dafür? Wäre das Verkehrsaufkommen am viel frequentierten Eck von Stadtgraben und Fronackerstraße überhaupt noch zu verkraften? Oder bietet das Ärztehaus gar die Chance auf ein neues Parkhaus, von dem die ganze Innenstadt profitiert? Das hat die Stadt jetzt eingehend

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper