Waiblingen

Novavax-Impfung in Waiblingen: Kaum Nachfrage im Impfzentrum im Remspark

Nuvaxovid Impfung
Der Proteinimpfstoff Nuvaxovid von Novavax. © ZVW/Gabriel Habermann

Eine große Nachfrage nach dem neuen Proteinimpfstoff von Novavax gibt es in Waiblingen vorerst nicht – und das deckt sich mit dem bundesweiten Trend. Gemächlich gestaltete sich daher der Auftakt zur neuen Woche am Montagvormittag im Test- und Impfzentrum der Stadt Waiblingen im Remspark.

Schon ein erster prüfender Besuch der Terminvergabe-Plattform „Cosan“ auf der Internetseite des Landratsamtes, auf der von daheim aus Impftermine gebucht werden können, ließ vermuten, dass es nicht allzu hektisch zugehen würde: Gerade mal knapp die Hälfte der 21 angebotenen Vormittagstermine war als belegt ausgewiesen.

Dienst hat an diesem Montag der Schorndorfer Dermatologe Dr. Frederic Pfeifer

Dies bedeutete aber keinesfalls, dass das Zentrum nicht unter Volllast und mit voller Besetzung an den Start gehen würde. Als Impfarzt hatte an diesem Vormittag der Schorndorfer Dermatologe Dr. Frederic Pfeifer Dienst; er und sein Praxisteam wurden von Patrick Pfeifer, dem Apotheker der Central-Apotheke, unterstützt. So war man für alle Fälle gewappnet, schließlich wird im Impfzentrum seit Samstag neben den bereits etablierten Impfstoffen von Biontech, Johnson & Johnson und Moderna auch der neue Proteinimpfstoff von Novavax eingesetzt. Auf ihn setzt bekanntlich die Politik ihre Hoffnung, um jene Skeptiker anzusprechen, die bisher nicht erreicht wurden.

Allerdings, räumte Patrick Pfeifer ein, habe sich schon am Samstag die Nachfrage „in sehr engen Grenzen“ gehalten. Man sei dem Landratsamt dankbar, dass man dessen Terminplattform mitbenutzen könne, und dass die Verteilung der Impfstoffe derart reibungslos funktioniere, so dass man tatsächlich alle Stoffe auch anbieten könne.

Senioren-Ehepaar kommt wegen Schnelltest – nicht wegen Novavax-Vakzin

Ein Seniorenehepaar winkte allerdings schon auf dem halbleeren Parkplatz vor dem Remspark-Eingang ab: Sie seien lediglich hierhergekommen, um sich einem Schnelltest zu unterziehen. Da sowohl ihr Sohn wie auch die Schwiegertochter berufstätig seien, würden sie zweimal in der Woche die zwei- und vierjährigen Enkeltöchter „hüten“. Sie seien zwar beide geimpft und geboostert, die zweite Booster-Impfung stünde für Mai und Juni an. Allerdings habe sich ja gezeigt, dass Impfen nur bedingt schütze. Deshalb würden sie sich jede Woche testen lassen, bevor sie zu ihren Enkeln fahren. Und der Remspark liege sozusagen auf direktem Wege. Hier werde man nicht nur stets freundlich empfangen, man helfe auch äußerst zuvorkommend mit den Formalitäten.

Eine junge Frau im Ruhebereich erklärte, sie habe sich gerade ihre Zweitimpfung abgeholt, wie schon beim ersten Mal der Biontech-Impfstoff. Sie sei mit dem Impfen so spät dran, gestand sie, weil sie ihm „eher skeptisch“ gegenüberstehe. Letztendlich sei der Druck zu groß geworden und sie habe sich „aus beruflichen Gründen“ nicht mehr dagegen wehren können. Das Impfzentrum im Remspark habe sich angeboten, da man hier auch ohne Termin und unkompliziert geimpft werde.

Frau lässt sich mit Novavax-Impfstoff impfen

„Wenn es nach mir gegangen wäre“, erklärte eine Dame mittleren Alters, „ich hätte die Impfung überhaupt nicht gebraucht.“ Sie sei Naturwissenschaftlerin, deshalb zähle für sie kein „Politikergerede“, sondern lediglich Tatsachen. Und die hätten in den vergangenen anderthalb Jahren gezeigt, dass der sicherste Schutz vor Ansteckung das Tragen medizinischer Masken und Abstandhalten sei. Beim Impfen handle es sich allenfalls um eine „sekundäre Unterstützungsmaßnahme“, die vor schweren Krankheitsverläufen bei Angehörigen von Risikogruppen wie alten und vorerkrankten Menschen schütze. Da sie aber solche in ihrem Umfeld habe, habe sie sich dazu entschlossen, sich diesen zuliebe heute impfen zu lassen. Lästig sei allerdings, dass das Impfzentrum zum 31. März schließe. Dies bedeute, dass sie sich für ihre Zweitimpfung mit dem Totimpfstoff von Novavax, auf die sie ja drei Wochen warten müsse, wieder eine andere Anlaufstelle zu suchen habe.

Hoffnung wegen Omikron-Variante

„Impfen sei für sie überhaupt kein Thema“, meinte dagegen eine Mutter, die ihren Teenagersohn am Counter ablieferte, damit er seine Booster-Impfung in Empfang nehme. Sie selbst sei Krankenschwester und habe viel zu oft Corona-Patienten beim Sterben begleiten müssen. Das Schwerste sei, dass es sich sehr oft um Patienten handle, die über einen längeren Zeitpunkt hinweg gepflegt werden müssten, so dass man eine Beziehung zu ihnen aufbaue. Da treffe es einen besonders schwer, wenn sie plötzlich künstlich beatmet werden müssten und versterben. Sie hoffe, dass mit der Omikron-Variante zumindest eine Beruhigung eingetreten sei, so dass man sich auf den Herbst vorbereiten könne. Man werde sich darauf einrichten müssen, so befürchte sie, dass man wohl auf Dauer mit Corona leben werden müsse, ähnlich wie mit der Grippe.

Für den Chef der Wirtschaft, Tourismus und MarketingGmbH, Dr. Marc Funk, ist das Test- und Impfzentrum der Stadt im Remspark jetzt schon eine Erfolgsgeschichte. Seit der Eröffnung am 7. Dezember 2021 habe man mehr als 15.000-mal Menschen geimpft. Jede einzelne Impfung davon sei ein Erfolg im Kampf gegen die Pandemie und ein Sieg der Einsicht und des Gemeinschaftssinns.

Eine große Nachfrage nach dem neuen Proteinimpfstoff von Novavax gibt es in Waiblingen vorerst nicht – und das deckt sich mit dem bundesweiten Trend. Gemächlich gestaltete sich daher der Auftakt zur neuen Woche am Montagvormittag im Test- und Impfzentrum der Stadt Waiblingen im Remspark.

Schon ein erster prüfender Besuch der Terminvergabe-Plattform „Cosan“ auf der Internetseite des Landratsamtes, auf der von daheim aus Impftermine gebucht werden können, ließ vermuten, dass es nicht

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