Waiblingen

OB Andreas Heskys bewegender Abschied im Waiblinger Gemeinderat

Urlaubsrückkehrer Hesky
Andreas Hesky hört am 12. März auf. © ALEXANDRA PALMIZI

In nicht einmal einem Monat scheidet Oberbürgermeister Andreas Hesky nach 16 Jahren aus dem Amt. Bei seiner letzten Gemeinderatssitzung hat er nun Abschied vom Gremium genommen. Es war seine 182. Gemeinderatssitzung seit dem Amtsantritt im März 2006. Dazuzuzählen sind die Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Soziales sowie der Aufsichtsräte – etwa der Stadtwerke. So kommt der Rathauschef nach eigener Berechnung auf 550 geleitete Sitzungen und mehr als 2412 Tagesordnungspunkte.

Den Stadträtinnen und Stadträten zollte er „Hochachtung und Respekt“. Denn während der OB und die Stadtverwaltung ihre Arbeit im Hauptberuf machten, leisteten sie die ihre im Ehrenamt. Der Gemeinderat sei immer eher auf dem Gaspedal als auf der Bremse gestanden, habe wie er – Hesky – etwas bewegen wollen. Für neue Projekte sei das Gremium stets offen gewesen. Zwar sei gestritten worden – aber nur in der Sache, nie auf persönlicher oder gar verletzender Ebene.

Grünes Hochhaus und Windkraft bleiben Wunschprojekte

Neben einer Vielzahl gelungener Projekte nannte Hesky zwei, die nicht so klappten, wie er es sich gewünscht hatte: Zum einen das Grüne Hochhaus auf der Korber Höhe. Dem Gemeinderat sei er nicht gram deswegen, dieser sei ein „Seismograf der Bürgerschaft“. Dort sei das Projekt nur schwer vermittelbar, weil ein Hochhaus eben ein Hochhaus ist – und in Fellbach weiter eines leersteht. Mit Bürgerbeteiligung und der Internationalen Bauausstellung IBA komme jetzt aber doch noch Bewegung in das Projekt. Zum anderen: Windenergie auf der Buocher Höhe. „Bund und Land wollen regenerative Energie, aber wenn der Wind des Widerstands bläst, freut mancher sich, wenn ein Drehfunkfeuer eine Diskussion in der Sache verhindert.“ Möglich, dass ein neues Kapitel aufgeschlagen wird, wenn das Drehfeuer der Flugsicherung 2023 abgeschaltet wird.

Hess-Areal hat noch Potenzial

Der Gemeinderat habe klar Position bezogen bei gesamtgesellschaftlichen Themen, wenn es darauf ankam. Trotz Widerständen wurde für die Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde am Bahnhof der Weg bereitet. Als viele Asylbewerber und Flüchtlinge kamen, wurde Hilfe in einer Gemeinschaftsleistung organisiert, die Hesky das „Wunder von Waiblingen“ nannte.

Die Aufzählung der umgesetzten Projekte kann nur höchst unvollständig sein: Heimattage, Haus der Stadtgeschichte, Galerie und Kunstschule, Familienzentrum Karo, Remstal-Gartenschau und Skaterpool, Neubaugebiete, Ausbau der Kitas und Ganztagsschulen, Sanierung des Marktdreiecks, Hotel in Innenstadt, Sanierung der Rundsporthalle, Förderung der E-Mobilität, der umstrittene Biketower, Seniorenzentren und betreutes Wohnen sowie die Ansiedlung von Daimler auf dem Hess-Areal. Im „Technologie- und Zukunftspark“ stecke allerdings noch wesentlich mehr Potenzial, als im Moment genutzt werde. Er sei überzeugt, dass auch die verbleibenden Flächen einer guten Nutzung zugeführt würden.

"Unermüdlicher Einsatz"

Lob und Standing Ovations gab es aus dem Gremium: Hesky habe die Räte stets gut informiert und sei keine Antwort schuldig geblieben, seine sachliche Art sei bewundernswert, sagte Roland Wied (SPD), den aber besonders seine demokratische und humanitäre Gesinnung beeindruckte, Julia Goll (FDP) würdigte ihn als OB, der sich „für seine Stadt in Streifen schneiden“ lassen würde, und als tapferer Verteidiger des Ratströpfles gegen alle Schmähungen. „Sie können stolz auf Ihre Leistung sein“, sagte Peter Abele (CDU). Daniel Bok („Grünt“) lobte Heskys „unermüdlichen Einsatz“. Alfonso Fazio (ALi), der konstatierte, wohl am meisten mit Hesky gestritten zu haben, versicherte, dass nie der Respekt gefehlt habe. Ein „Vorbild an Einsatz“ nannte ihn Siegfried Bubeck (DFB/FW). Marc Maier versicherte, als Ratsneulinge – damals noch AfD – fair aufgenommen worden zu sein. David Krammer bestätigte Andreas Hesky, große Fußstapfen zu hinterlassen. Mehrere Räte erwähnten die berühmten nächtlichen E-Mails des Oberbürgermeisters – Zeichen für seine exorbitanten Arbeitszeiten.

Auch für die Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr war es der letzte Gemeinderat. Sie wurde besonders von Siegfried Bubeck gewürdigt für ihren Einsatz für die Stadt. Ausbau und Qualität der Kinderbetreuung war einer ihrer Schwerpunkte. „Der soziale Aspekt war für Sie eine Herzensangelegenheit. Der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes war bei Ihnen in guten Händen.“ Die Amtszeit von OB Andreas Hesky endet am 12. März, die von Christiane Dürr am 16. März.

In nicht einmal einem Monat scheidet Oberbürgermeister Andreas Hesky nach 16 Jahren aus dem Amt. Bei seiner letzten Gemeinderatssitzung hat er nun Abschied vom Gremium genommen. Es war seine 182. Gemeinderatssitzung seit dem Amtsantritt im März 2006. Dazuzuzählen sind die Sitzungen des Ausschusses für Wirtschaft, Kultur und Soziales sowie der Aufsichtsräte – etwa der Stadtwerke. So kommt der Rathauschef nach eigener Berechnung auf 550 geleitete Sitzungen und mehr als 2412

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper