Waiblingen

Oldtimer-Brand: Anstifter zu drei Jahren Haft verurteilt

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Symbolbild. © Alexander Roth

Waiblingen/Fellbach. Wegen Anstiftung zur Brandstiftung musste sich ein 47-jähriger Stuttgarter vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte wurde zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Im Oktober 2017 hatte er einen 21-Jährigen dazu gezwungen, Feuer in eine Oldtimer-Halle zu legen. Der Gesamtschaden belief sich auf etwa 45 000 Euro.

Der Angeklagte wies jeden Vorwurf der Staatsanwältin und des Richters zurück. „Ich habe diesen Mann nicht angestiftet. Hätte ich Scheiße gebaut, würde ich dafür geradestehen“, sagte er in der Verhandlung. Doch das Urteil war gefallen: Wegen Anstiftung zur Brandstiftung wurde der Mann zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt und muss die Verfahrenskosten tragen. Zu seinen Lasten gingen dabei seine zahlreichen Vorstrafen.

Im Oktober 2017 hatte der 47-jährige Angeklagte einen 21-Jährigen, der zeitweise bei ihm zu Hause gewohnt hatte, dazu angestiftet, in einer Lagerhalle Feuer zu legen. In der Halle hatten Oldtimer im Wert von mehr als sechs Millionen Euro gestanden. Das Ganze war einigermaßen glimpflich ausgegangen: Der Inhaber hatte den Brand selbst löschen können, der Schaden belief sich auf vergleichsweise geringe 45 000 Euro. Der Täter konnte anhand von DNA und Mobilfunkdaten gefasst werden. Er gestand die Tat und gab an, von dem Angeklagten zur Brandlegung erpresst worden zu sein. Unter anderem soll der 47-Jährige sein Wissen über einen Motorradunfall mit Unfallflucht einige Tage vor der Tat verwendet haben, um den jungen Mann unter Druck zu setzen.

Polizei hatte Chatverlauf sichergestellt

Weil der Brandstifter sich bei dem Unfall eine Knieverletzung zugezogen hatte, wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Verteidigung wollte damit beweisen, dass der 21-Jährige gar nicht in der Lage gewesen war, das Feuer selbst zu legen. Allerdings sah der Facharzt keine Hinweise auf eine starke körperliche Einschränkung durch den Unfall. Auch ein Kriminaloberkommissar sagte als Zeuge aus. Er berichtete über einen Chatverlauf, den die Polizei sichergestellt hatte. Wörter wie „Geburtstagsfeier“, „Feuerwerk“ oder „hell“, die in dem Chat vorkamen, waren aus seiner Sicht Codewörter für den Brandanschlag. Es bestehe zudem kein Zweifel daran, dass das zugehörige Mobiltelefon zum Tatzeitpunkt dem Angeklagten gehört habe.

Es stellte sich zudem heraus, dass die Verlobte des Angeklagten in der vorherigen Verhandlung mit einer Falschaussage dem Angeklagten ein Alibi hatte verschaffen wollen. Gegen die 34-Jährige wird vermutlich ein Verfahren eingeleitet. Wann gegen den zweiten mutmaßlichen Anstifter verhandelt wird, steht noch nicht fest.