Waiblingen

Parkplatz am Bahnhof: Dauerparker sollen draußen bleiben

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In die Jahre gekommen ist das P&R-Parkhaus am Bahnhof. Es soll abgebrochen und erweitert werden. © Pöschko-Kopp/ZVW
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Waiblingen. Fast ständig belegt ist das P&R-Parkhaus hinter dem Waiblinger Bahnhof. Zwischen 9 und 14 Uhr ist die Garage gar regelmäßig überlastet. Fest vermietete Parkplätze an Firmen in der Umgebung soll es deshalb in Zukunft nicht mehr geben, forderten Sprecher der Fraktionen im Planungsausschuss. Voraussichtlich 2020 soll das Parkhaus abgebrochen und neu gebaut werden. Dann sollen dort nur noch ÖPNV-Nutzer parken dürfen.

Dass das Parkhaus hinter dem Bahnhof oft heillos überlastet ist und viele zur S-Bahn hastende Pendler ihre Autos auch an den Rändern und Seitenstreifen abstellen, wissen viele Nutzer aus leidvoller Erfahrung. Seit einer Befragung der Autofahrer und einer weiteren Fragebogenaktion ist der Bedarf weiterer Parkplätze nun auch offiziell nachgewiesen. Klar ist nun auch: Um zum Bahnhof zu fahren, wollen nur wenige auf den Bus umsteigen. 79 Prozent schätzen die Flexibilität, 46 Prozent beklagen eine schlechte ÖPNV-Anbindung. Aber selbst, wenn die Taktzeiten der Busse besser, die Fahrtzeiten schneller und die Tickets günstiger werden würden, würden 60 Prozent der Befragten immer noch lieber mit dem Auto zum Bahnhof fahren. Knapp die Hälfte der Nutzer kommt aus Waiblingen und den Ortschaften. Die anderen aus Kernen, Korb und Weinstadt.

Weitere Parkplätze nötig

Im Juli 2017 hatte der Gemeinderat die Nutzeranalyse im Zuge des Bebauungsplanverfahrens für den Neubau gefordert. Die Umfrage sollte Aufschluss bringen, unter welchen Bedingungen die Nutzer auf den Bus umsteigen – und dann das Parkhaus nicht mehr brauchen würden. Nun liegen die Ergebnisse vor, und für die Verwaltung verdeutlichen sie die Notwendigkeit weiterer Parkplätze. Da die Sanierung unwirtschaftlich sei und der bestehende Bebauungsplan eine Erweiterung nicht zulasse, sollten nun die planerischen Voraussetzungen für den Bau eines größeren Parkhauses geschaffen werden.

Doch vor dem nächsten Schritt meldete die Alternative Liste Fragen an. Eine ganze Anzahl der begehrten Park-and-Ride-Parkplätze ist nämlich an umliegende Firmen vermietet, für deren Mitarbeiter (noch) keine Firmenparkplätze zur Verfügung stehen. „Wie viele sind fest fremd vermietet?“, fragte Iris Förster. „Wann und wo entstehen Parkplätze bei Stihl und Rems?“ Für die Alternative Liste, so Alfonso Fazio weiter, müsse klar sein, dass die Parkplätze nicht fremdvergeben werden: „Wir wollen den ÖPNV stärken. Das ist das Ziel von Park and Ride.“ Nach Ansicht von Baubürgermeisterin Birgit Priebe war das Bebauungsplanverfahren indes der falsche Zeitpunkt, um über die spätere Nutzung zu diskutieren. Darüber entscheide die Parkierungsgesellschaft, in der alle Fraktionen vertreten seien. „Die Unternehmen wollen zeitnah bauen“, versicherte Priebe. Da der Abbruch des Parkhauses zurückgestellt wurde, gehe sie Stand heute davon aus, dass die Parkplätze der Unternehmen schon gebaut sind, wenn das Parkhaus abgebrochen wird. Fallen soll das Parkhaus nicht vor 2020, um die Gartenschau nicht zu beeinträchtigen.

Neubau soll den ÖPNV stärken

Trotzdem: Für die ALi sei die Nutzung für den ÖPNV die Voraussetzung, um den Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. „Sonst stimmen wir dagegen“, kündigte Fazio an. Seine Fraktion sei von der Notwendigkeit des Neubaus keineswegs überzeugt und trage den Bau nur mit, um den P&R-Parkplatz attraktiver zu machen: „Die ALi will nicht, dass die Parkplätze vermietet werden.“ Unbefriedigend ist die Situation auch aus Sicht der CDU. „Es gibt dort viele Dauerparker“, konstatierte Michael Stumpp. „Nicht nur von den beiden Firmen.“ Eine Kontrolle, ob der ÖPNV genutzt wird, finde nicht statt. Neue Regelungen müssten das Ziel sein, „damit wir nicht 300 neue Parkplätze bekommen, die von Dauerparkern genutzt werden“. Fremdvermietungen dürfe es nicht mehr geben, forderte auch Siegfried Kasper. „Viele ärgert die Situation“, unterstrich Christel Unger (SPD). Die Forderung, Park- und Fahrscheine zu koppeln, wird an die Parkierungsgesellschaft weitergegeben werden.

Stihl baut dieses Jahr ein eigenes Parkhaus

Nach Auskunft von Oberbürgermeister Andreas Hesky sind derzeit 90 Parkplätze im Parkhaus fest vergeben. 75 davon an die Firma Stihl.

Nach Angaben des Unternehmenssprechers Stefan Caspari wird auf dem Werksgelände Werk 6 ein Parkhaus für Stihl-Mitarbeiter gebaut.

Der Neubau wird auf der Fläche des derzeitigen Mitarbeiterparkplatzes an der Stuttgarter Straße errichtet. Der Baubeginn ist im zweiten Quartal 2018 und die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2019 geplant.

Das P&R-Parkhaus wird auch künftig über die Stuttgarter Straße und den Inneren Weidach angefahren. Durch die Vergrößerung des Parkhauses kommt es zu zusätzlichem Verkehr.

Die Lärmgrenzwerte werden auch künftig eingehalten.