Waiblingen

Parkregelung am Remswerk sorgt für Gefahr

Hier braucht der Fahrer gute Nerven_0
Rechts wird geparkt. Wenn jetzt Gegenverkehr um die Ecke biegt, gibt es ein Problem. Eine Situation, die sich fast täglich abspielt. © ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Autofahrer, die von Rommelshausen nach Waiblingen fahren, brauchen mitunter starke Nerven: Auf Höhe des Remswerks an der Stuttgarter Straße wird der Fußweg an den Gleisen zugeparkt. Begegnungsverkehr funktioniert zum Teil aber nur, wenn auf den gegenüberliegenden Gehweg ausgewichen wird. „Eine echte Gefahrenstelle“, meint nicht nur der Pendler Norbert Gronostay. Jetzt hat er sich deshalb an die Stadt gewandt.

Stoßstange an Stoßstange parken die Mitarbeiter auf dem schmalen Gehweg entlang der Bahn. Hier kommt kein Fußgänger mehr durch – und das ist erlaubt. Exakt seit Mitte 2014, als die Stadt den Weg als provisorische Firmenparkplätze zur Verfügung stellte. „Das war nicht als Dauerzustand gedacht“, erklärt Oliver Conradt, Leiter des städtischen Ordnungsamts. Doch weil der Parkdruck groß war und das Remswerk den Bau einer Parkgarage in Aussicht stellte, habe die Stadt dem Unternehmen vorübergehend eingeräumt, den Gehweg als Parkplatz zu nutzen.

Auf der Brücke wird’s richtig eng

Seit damals sind viereinhalb Jahre vergangen. Der Verkehr ist nicht weniger geworden und das Parkhaus noch nicht gebaut. Unfälle haben sich nach Angaben Conradts noch keine ereignet – gleichwohl regt sich gegen die teils chaotischen Verkehrsverhältnisse Widerstand, der jetzt auch bei der Stadtverwaltung angekommen ist. Seit Jahren werde die Straße auf Höhe des Remswerkes entlang der Bahn zugeparkt, ärgert sich der Rommelshausener Norbert Gronostay. Inzwischen stehen die Autos aber sogar auf der Brücke. Und auf der wird’s richtig eng.

Fahrer aus Rommelshausen, die wegen der parkenden Autos fast schon auf der linken Spur unterwegs sind, hätten aufgrund der langgezogenen Biegung kaum Chancen, Gegenverkehr rechtzeitig zu erkennen, geschweige denn auszuweichen. Dies habe bereits mehrmals zu gefährlichen Situationen mit entgegenkommenden Linienbussen geführt. Autofahrer Richtung Rommelshausen müssen ihrerseits auf den Gehweg ausweichen, um am Gegenverkehr vorbeizukommen. „Inzwischen stellt sich dies für Autofahrer aus beiden Fahrtrichtungen als echte Gefahrenstelle dar, die nicht mehr hinnehmbar ist“, sagt Gronostay. Hier solle gehandelt werden. Und zwar nicht erst, wenn ein ernsthafter Schaden und Verletzte zu beklagen seien.

„Wir sind willens, etwas zu tun“

Die Stadtverwaltung reagiert darauf mit verstärkten Kontrollen. „Wir unterstützen das Remswerk“, sagt Oberbürgermeister Andreas Hesky. „Aber wir müssen auch darauf achten, dass in der Straße Begegnungsverkehr stattfinden und der Gehweg von den Fußgängern genutzt werden kann.“ Ansonsten verweist der Oberbürgermeister auf laufende Gespräche mit dem Unternehmen. Dieses habe zuletzt im vergangenen Oktober den Bau eines Parkdecks in Aussicht gestellt. Die Betriebe sollten verdichten, seufzt Hesky. Gleichzeitig komme man aber kaum noch damit nach, Parkplätze zu bauen.

„Wir sind willens, etwas zu tun“, versichert Remswerk-Geschäftsführer Dr. Rudolf Wagner. „Wir wollen auf unserem Parkplatz ein Parkdeck mit 130 Stellplätzen bauen.“ Eigentlich habe seine Firma schon 2018 bauen wollen, sei von den ausgebuchten Herstellern aber vertröstet worden. Diese Woche sollen Gespräche mit einem Anbieter stattfinden. Parallel dazu versuche er seit Jahren erfolglos, ein Grundstück der Bahn zu mieten.

Dass die Zeit drängt, weiß Wagner aus eigener Erfahrung: „Ich komme jeden Tag von Rommelshausen. Ich sehe, was sich da abspielt.“