Waiblingen

"Perfekt für uns": Pfarrer-Ehepaar Groll startet in Waiblingen

Pfarrer-Ehepaar
Pfarrerin Ulrike Jenter-Groll und Pfarrer Oliver Groll mögen die Adventszeit. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit kurzem sind sie im Amt und füllen bei der evangelischen Kirchengemeinde Waiblingen eine Personal-Lücke: Ulrike Jenter-Groll und ihr Ehemann Oliver Groll sind beide Pfarrer. Während sie in der Martin-Luther-Kirche predigt, ist er in Johannes unter dem Kreuz auf der Korber Höhe tätig. Gemeinsam wollen sie „den Blick auf die wesentlichen Themen“ der Waiblinger richten und sie unterstützen, sagt die Pfarrerin.

Neuer Wohnort: Pfarrhaus der Martin-Luther-Kirche

Ulrike Jenter-Groll und Oliver Groll sind vor wenigen Wochen in das frisch renovierte Pfarrhaus der Martin-Luther-Kirche in Waiblingen-Süd eingezogen. „Man macht die Tür auf und ist direkt in Kontakt mit den Menschen“, freut sich die Pfarrerin.

Das Paar habe auch den Eindruck, dass die Waiblinger ihnen „offen und freundlich“ entgegenkommen. Oliver Groll habe auch bereits Kontakte im Forum Nord geknüpft und seine Frau mit dem Forum Süd. Den Pfarrern sei bewusst, dass die Kirche nicht die einzige Anlaufstelle der Bürger ist. Sie befürworten „eine gute Zusammenarbeit“ mit den weiteren Einrichtungen in Waiblingen. Ein Anliegen von Ulrike Jenter-Groll ist es, „neue Formen der Familien zu stärken und die Kirche bunter zu gestalten“.

„Die Stellen sind quasi perfekt für uns“

Das Pfarrerpaar ist inzwischen seit 22 Jahren verheiratet. Bis zum Wechsel nach Waiblingen waren sie in Ludwigsburg als Pfarrer tätig. Für Waiblingen haben sie sich entschieden, weil in der Stellenausschreibung alles gepasst habe: „Die Stellen sind quasi perfekt für uns“, sagt Oliver Groll. So sind sie nicht nur beide Pfarrer in derselben Gemeinde, sondern auch in ihrem gewünschten Bereich tätig. Auf der Korber Höhe gibt es ein ökumenisches Haus. Dabei handelt es sich um ein Zentrum, in dem sich Menschen mit verschiedenen christlichen Konfessionen begegnen und beispielsweise gemeinsam Gottesdienste gestalten. Einer seiner ersten Pläne für das Haus ist, wieder einen gemeinsamen Bibelgesprächskreis einzuführen, sagt Oliver Groll.

Ulrike Jenter-Groll kann dank der Stelle im Pfarramt Martin-Luther erneut mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Pfarrerin wird zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres als Religionslehrerin in der Rinnenäckergrundschule unterrichten und „freut sich sehr darüber“. Als Lehrerin habe sie bereits Erfahrung, da sie in Untergruppenbach, nähe Heilbronn, bereits in einer Grundschule und Gemeinschaftsschule Religion unterrichtete.

An der Uni Tübingen haben sie sich kennengelernt

Die 51-Jährige kommt aus dem Zollernalbkreis und studierte an der Universität Tübingen Theologie. Dort lernte sie auch ihren heutigen Ehemann kennen. Allerdings kamen sie sich erst später näher, nachdem Ulrike Jenter-Groll von einem Semester in Göttingen wieder nach Tübingen kam. „Es ist üblich bei dem Studiengang, dass man zu einer zweiten Uni geht und noch eine andere Denkweise kennenlernt“, erklärt sie. Nach dem Studium sowie ihrer praktischen Vorbereitung in Stuttgart hatte sie in Ludwigsburg eine 50-Prozent-Stelle als Pfarrerin. Ihr Platz fiel aber wegen der Stellenkürzungen durch die Landeskirche weg, sagt sie. Auch die nächste Halbzeit-Stelle, in der sie die anschließenden drei Jahre tätig war, sei den Kürzungen zum Opfer gefallen.

Dennoch machen sie sich keine Sorgen wegen der weiteren Stellenkürzungen der Landeskirche. Bis 2030 sollen im Kirchenbezirk Waiblingen wahrscheinlich 9,5 Stellen gestrichen werden. Oliver Groll sagt dazu: „2030 ist noch ungewiss, aber sicher ist, dass die Kirche immer Pfarrer brauchen wird.“ Die Strukturdebatten empfinde er als „anstrengend“ und er denke, dass darunter eher die Ehrenamtlichen leiden als die Hauptamtlichen.

Oliver Groll, 54 Jahre alt, absolvierte sein Studium an der Universität in Tübingen und war zwischendurch für ein Auswärtssemester in Heidelberg. Er promovierte an der Universität Tübingen und arbeitete von 1997 bis ins Jahr 2000 als Dozent.

Nach seinem dreijährigen Vikariat, also der praktischen Vorbereitung auf seinen Beruf, war er 15 Jahre als Pfarrer in Ludwigsburg tätig: „Das war eine sehr schöne Zeit“, sagt er. Besonders gefallen habe ihm die Arbeit in dem ökumenischen Haus in Tamm. Das Konzept findet der Pfarrer gut: „Die Themen, über die wir reden, sind wichtiger als der Ort, an dem wir es tun.“

Dabei bezieht er sich auf grundlegende Fragen zu Tod, Glauben und Hoffnung in Krisenzeiten, welche auch außerhalb der Kirche wichtig seien. In Waiblingen will er daran anknüpfen.

Seit kurzem sind sie im Amt und füllen bei der evangelischen Kirchengemeinde Waiblingen eine Personal-Lücke: Ulrike Jenter-Groll und ihr Ehemann Oliver Groll sind beide Pfarrer. Während sie in der Martin-Luther-Kirche predigt, ist er in Johannes unter dem Kreuz auf der Korber Höhe tätig. Gemeinsam wollen sie „den Blick auf die wesentlichen Themen“ der Waiblinger richten und sie unterstützen, sagt die Pfarrerin.

Neuer Wohnort: Pfarrhaus der Martin-Luther-Kirche

Ulrike

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