Waiblingen

Personalnot in Kita „Im Burgmäuerle“ in Hegnach: Kürzere Öffnungszeiten drohen

Kita Burgmäuerle
Die städtische Kita „Im Burgmäuerle“ in Hegnach. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Personalnot in der städtischen Kita „Im Burgmäuerle“ in Hegnach hält an – auch wenn mittlerweile eine neue Leitung und eine neue Stellvertretung gefunden wurden. Für die meisten Angestellten, die zum 31. Dezember respektive zum 31. März kündigten, hat die Stadt Waiblingen noch keinen Ersatz gefunden.

Darum gelten weiter die verkürzten Öffnungszeiten, wie Elternbeirätin Olga Aleyt berichtet: Die Kita ist seit Wochen von Montag bis Donnerstag lediglich bis 16 Uhr statt bis 17 Uhr geöffnet – und am Freitag sogar nur bis 14.30 Uhr. Wenn sich die Lage zudem nicht bessert, werden die Betreuungszeiten noch weiter eingeschränkt.

Leitung und Stellvertretung kündigten bereits zum Ende des Jahres 2021

Als Ende 2021 bekannt wurde, dass neun Angestellte inklusive der Leiterin und ihrer Stellvertretung die Kita „Im Burgmäuerle“ verlassen, löste das unter den Eltern in Hegnach Wut aus – und die richtete sich vor allem gegen die Stadtverwaltung. Dieser wurde vorgeworfen, dass sie den Unmut in der Kita früher hätte bemerken müssen.

Nun gehört zur Wahrheit, dass von den neun Fachkräften immerhin zwei zu anderen Kitas der Stadt Waiblingen wechseln – und etwas mehr als die Hälfte jener, welche die Stadt verlassen, sich beruflich verbessern, etwa durch die Übernahme einer Leitung. Erika Schwiertz, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Erziehung bei der Stadt, sagte damals im Dezember den Eltern der Kita zu, dass es einen regelmäßigen Austausch geben soll.

Ende März verlassen weitere Mitarbeiter die Kita „Im Burgmäuerle“

Ende Januar fand dieser nun online statt, wie Elternbeirätin Olga Aleyt bestätigt. Dabei hätten die Eltern erfahren, dass längst nicht alle Stellen schon besetzt werden können. „Die Bewerbungen halten sich in Grenzen.“ Ende März freilich verlassen weitere Fachkräfte die Kita „Im Burgmäuerle“ – und Olga Aleyt befürchtet, dass die Betreuungszeiten dann weiter reduziert werden könnten. So sei eine Betreuung bis 15 Uhr für diesen Fall wahrscheinlich – für berufstätige Eltern ein Problem. „Es wird nur noch schlimmer.“

Auch reduzierte Öffnungszeiten bei der städtischen Kita „Beim Wasserturm“ 

Immerhin ist die neue Leitung seit dem 15. Januar in der Kita und wird gerade von der Leiterin der Springerkräfte der Stadt eingearbeitet. Die Stellvertretung soll am 1. März anfangen. Bei der städtischen Kita „Beim Wasserturm“ in der Kernstadt gibt es ebenfalls weiterhin Personalmangel, allerdings liegt dies vor allem auch an Schwangerschaften. Olga Aleyt weiß, dass es dort auch immer noch reduzierte Öffnungszeiten gibt – und dass die Personalnot bei Krankmeldungen zu zusätzlichen Einschränkungen führt.

Fachbereichsleiterin Erika Schwiertz bestätigt, dass es derzeit allgemein bei den Kitas personelle Engpässe gibt – und dass nicht nur bei der Kita „Im Burgmäuerle“ und der Kita „Beim Wasserturm“ die Öffnungszeiten reduziert wurden. Derzeit komme allgemein viel zusammen, nämlich zu den Corona-Infektionen noch die üblichen saisonalen Erkrankungen. Und obwohl es bei allen Waiblinger Kitas zusammen insgesamt nicht mehr offene Stellen gebe, sei es aufgrund des Fachkräftemangels schwer, diese zu besetzen. Erika Schwiertz rechnet daher damit, dass die allgemeine Lage insgesamt noch ein bis eineinhalb Monate lang angespannt bleiben wird.

Von Mitte März an soll eine weitere Springerkraft aushelfen

Bei der Kita „Im Burgmäuerle“ ist die Situation deshalb besonders schwierig, weil eben neun Mitarbeiter die Einrichtung verlassen. Da die Stadt bislang längst nicht alle Stellen neu besetzen konnte, sind bereits Zusatzkräfte und Springerkräfte im Einsatz – und deren Zahl soll weiter aufgestockt werden. Von Mitte März an soll etwa eine weitere Springerkraft aushelfen.

Auch gibt es laut Erika Schwiertz derzeit eine Begleitung durch die Pädagogische Fachstelle. Das soll nicht nur der Qualität der Arbeit dienen, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl des Teams stärken. Die Leiterin der städtischen Springerkräfte arbeitet zudem vor Ort schon seit längerem die neue Kita-Leitung ein. Die Erfahrung hat der Stadtverwaltung gezeigt, dass dies ein wichtiger Erfolgsfaktor für einen guten Start ist.

Vom 21. März an sollen die Betreuungszeiten weiter reduziert werden

Laut Uta Kapinsky von der Pädagogischen Fachstelle des städtischen Fachbereichs Bildung und Erziehung sind die Eltern bereits in einem Elternbrief am vergangenen Freitag darüber informiert worden, dass die Betreuungszeiten der Hegnacher Kita weiter eingeschränkt werden müssen. Sie betonte am Montag, dass in der Kita „Im Burgmäuerle“ von Montag, 21. März, an die Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag weiter um eine Stunde gesenkt werden – statt wie um 16 Uhr müssten dann bereits um 15 Uhr alle Kinder abgeholt werden. Das wären insgesamt zwei Stunden weniger als vor der Kündigungswelle. Beim Freitag würde sich vom 21. März an nichts ändern, da bleibt es bei der Abholzeit um 14.30 Uhr.

Reduzierte Kita-Öffnungszeiten: Eltern zahlen niedrigere Beiträge 

Was die Elternbeiträge angeht, bewegt sich die Stadt auf die Mütter und Väter zu. Heißt: Sie müssen wegen der eingeschränkten Öffnungszeiten weniger zahlen. „Wir rechnen nicht taggenau ab“, sagt Erika Schwiertz. Vielmehr müssen die Eltern nicht ihren derzeitigen Tarif bezahlen, sondern die Gebühr für das nächstniedrigere Betreuungsmodell. Beispiel: Wer eine Ganztagsbetreuung gebucht hat, zahlt nur VÖ7 (verlängerte Öffnungszeiten). Wer VÖ7 hat, bezahlt nur für VÖ6. Die nächste Online-Sitzung der Stadt mit dem Elternbeirat der Kita „Im Burgmäuerle“ ist für Mittwoch, 23. Februar, geplant – und da sollen die Eltern dann über den aktuellen Planungsstand informiert werden.

Aktuell drei Fachkräfte im Bewerbungsverfahren

Große Hoffnung, dass die weitere Reduzierung der Öffnungszeiten in der Kita „Im Burgmäuerle“ noch verhindert werden kann, macht Uta Kapinsky den Eltern nicht. Allerdings kann es durchaus sein, dass die Phase der weiteren Einschränkung der Zeiten nicht so lange dauert, sofern die Stadt schnell neue Mitarbeiter gewinnt.

Aktuell, sagt Uta Kapinsky, seien drei Fachkräfte im Bewerbungsverfahren. Das bedeutet aber nicht, dass diese drei am Ende auch alle bei der Kita „Im Burgmäuerle“ anfangen.

Die Personalnot in der städtischen Kita „Im Burgmäuerle“ in Hegnach hält an – auch wenn mittlerweile eine neue Leitung und eine neue Stellvertretung gefunden wurden. Für die meisten Angestellten, die zum 31. Dezember respektive zum 31. März kündigten, hat die Stadt Waiblingen noch keinen Ersatz gefunden.

Darum gelten weiter die verkürzten Öffnungszeiten, wie Elternbeirätin Olga Aleyt berichtet: Die Kita ist seit Wochen von Montag bis Donnerstag lediglich bis 16 Uhr statt bis 17 Uhr

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