Waiblingen

Pionierin der Senioren-Begegnungsstätte in Waiblingen: Hanna Bauer wird 95

Hanna Bauer
Hanna Bauer. © Familie Bauer

Hanna Bauer (geborene Leuze) hat sich jahrzehntelang für ältere Menschen in Waiblingen eingesetzt – nun feiert sie an diesem Montag ihren 95. Geburtstag. Die Kindergärtnerin hatte nach der Geburt ihrer zwei Söhne und ihrer Tochter hin und wieder Singfreizeiten organisiert und in Kindergärten ausgeholfen – bis sie 1967 mit ihrem Mann Erich Bauer, dem Sohn des einstigen Waiblinger Stadtoberhaupts Adolf Bauer (1946 bis 1954), vom damaligen Oberbürgermeister Kurt Gebhardt gebeten wurde, aus dem Ulrich-Herzog-Haus in der Fuggerstraße eine Begegnungsstätte für ältere Menschen zu machen. Es war ein Pilotprojekt, das Vorbild wurde für viele andere Kommunen.

Das Haus war ein Geschenk an die Stadt

Das Haus in der Fuggerstraße hatte seinen Namen von Dekan Ulrich Herzog. Es war ein Geschenk an die Stadt, die Idee zur Begegnungsstätte für ältere Menschen stammte von Helga Gebhardt, der Ehefrau von OB Kurt Gebhardt. Hanna Bauer und ihr Mann machten trotz mancher Skeptiker aus dem Treff eine Erfolgsgeschichte: Bürger über 65 Jahren kamen zahlreich und unterhielten sich bei einem Kaffee über Gott und die Welt. Der evangelische Pfarrer Albert Sting baute dann sogar einen Lieferservice auf, bei dem älteren Bürgern vor Ort im Haus gekochtes Essen angeboten wurde.

Das Fernsehen berichtete über die Begegnungsstätte – und das Ehepaar Bauer stellte seine Initiative deutschlandweit vor. Es führte die Begegnungsstätte dann noch bis 1983 mit vielen Helfern. Der Nachfolger davon ist das heutige Forum Mitte in der Blumenstraße 11.

Mitgründerin des Landesseniorenrats

Das Engagement des Ehepaars Bauers hat damit indes nicht geendet. 23 Jahre lang, bis 1994, hat es Seniorengruppen auf Erholungsfahrten des Landratsamts begleitet. Mit Landrat Horst Lässing als Schirmherren und einem Waiblinger Sozialarbeiter hat Hanna Bauer zudem ein Konzept für den ersten Kreisseniorenrat entwickelt. Die gebürtige Stuttgarterin hat auch in der Landeshauptstadt den Landesseniorenrat mitgegründet. Darüber hinaus leitete Hanna Bauer vertretungsweise das Heim am Kätzenbach und unterrichtete in den Altenpflegeschulen Waiblingen sowie Kennenburg/Esslingen offene Altenarbeit.

Die erste E-Mail am 85. Geburtstag verschickt

Auch im Ruhestand blieb Hanna Bauer aufgeschlossen. An ihrem 85. Geburtstag hat sie die erste E-Mail verschickt und sehr lange auf diese Weise mit anderen kommuniziert. „Nun hat sie neben einigen anspruchsvollen medizinischen Ereignissen mit Reha auch die Last des Lebens gespürt und ihre Geschwister und ihre Schwiegertochter auf dem letzten Weg begleiten müssen“, betont Sohn Ulrich Bauer.

Hanna Bauer hat mittlerweile viele Urenkel

Reisen konnte Hanna Bauer noch bis vor zwei Jahren, Ausflüge auf den geliebten Stuttgarter Fernsehturm oder in die Wilhelma und zur Verwandtschaft waren ebenfalls bis dahin möglich. „Nun können die Gliedmaßen die Last des Körpers nicht mehr tragen und sie muss die Last des Liegens ertragen“, schildert Ulrich Bauer. Dies gehe je nach Tagesform mit Witz und dem persönlichen Humor seiner Mutter. Gut tut es Hanna Bauer, schöne Ereignisse innerhalb der Familie zu erleben, wie etwa die Geburt und das Aufwachsen von weiteren Urenkeln oder das Kennenlernen der neuen Schwiegertochter.

Hanna Bauer feiert ihren 95. Geburtstag an diesem 19. Juli im Kreis ihrer Familie mit ihren drei Kindern, deren Kindern sowie stolzen neun Urenkeln.

Hanna Bauer (geborene Leuze) hat sich jahrzehntelang für ältere Menschen in Waiblingen eingesetzt – nun feiert sie an diesem Montag ihren 95. Geburtstag. Die Kindergärtnerin hatte nach der Geburt ihrer zwei Söhne und ihrer Tochter hin und wieder Singfreizeiten organisiert und in Kindergärten ausgeholfen – bis sie 1967 mit ihrem Mann Erich Bauer, dem Sohn des einstigen Waiblinger Stadtoberhaupts Adolf Bauer (1946 bis 1954), vom damaligen Oberbürgermeister Kurt Gebhardt gebeten wurde, aus dem

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