Waiblingen

Politischer Aschermittwoch der CDU: Wolfgang Bosbach rockt die Alte Kelter

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Politischer Aschermittwoch der CDU in der Alten Kelter in Fellbach mit Wolfgang Bosbach, Thomas Strobl, Joachim Pfeiffer, Steffen Bilger. © Palmizi / ZVW
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Politischer Aschermittwoch der CDU in der Alten Kelter in Fellbach mit Wolfgang Bosbach, Thomas Strobl, Joachim Pfeiffer, Steffen Bilger. © Palmizi / ZVW
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Politischer Aschermittwoch der CDU in der Alten Kelter in Fellbach mit Wolfgang Bosbach, Thomas Strobl, Joachim Pfeiffer, Steffen Bilger. © Palmizi / ZVW
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Politischer Aschermittwoch der CDU in der Alten Kelter in Fellbach mit Wolfgang Bosbach, Thomas Strobl, Joachim Pfeiffer, Steffen Bilger. © Palmizi / ZVW
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Politischer Aschermittwoch der CDU in der Alten Kelter in Fellbach mit Wolfgang Bosbach, Thomas Strobl, Joachim Pfeiffer, Steffen Bilger. © Palmizi / ZVW
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Politischer Aschermittwoch der CDU in der Alten Kelter in Fellbach mit Wolfgang Bosbach, Thomas Strobl, Joachim Pfeiffer, Steffen Bilger. © Palmizi / ZVW

Fellbach. Dass die CDU nicht nur den größten, sondern auch den zünftigsten politischen Aschermittwoch im Ländle zu bieten hat, weiß jeder, der schon mal in Fellbach in der Alten Kelter war. Diesmal taugte auch der Hauptredner: Wolfgang „WoBo“ Bosbach riss die Unions-Basis zu Jubelstürmen hin.

Video: Der Politische Aschermittwch der CDU in der Alten Kelter Fellbach. Ausschnitte aus der Rede von CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach.

Und wenn Grüne oder SPD sich auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln – diese Mischung aus Staatsakt und Stammtischdunst, Hitech-Show und folkloristischem Krawums hat die CDU am besten drauf: Vier Großbildschirme unter der Hallendecke; und auf den Tischen Weißwurst frisch aus dem Sud. 23 orangefarbene Riesenbanner im Kelter-Gebälk; und auf dem Glas die Weizenkrone formvollendet. Erlesene Lichtregie auf der Bühne; und dazu ein Tusch von der Stadtkapelle. 1500 Leute, von Paul „Urgestein“ Laufs bis Joachim „Lodenjanker“ Pfeiffer: Die CDU ist die Katerfrühstückspartei Nummer eins.

"Blinket Se, blinket Se"

Bloß mit dem Hauptredner hatten sie nicht immer das ideale Händchen: Im Vorjahr schnatterte Guido Wolf „blinket Se, blinket Se“ – und fädelte damit, wo er doch eigentlich die Hauptstaße Richtung Villa Reitzenstein nehmen wollte, auf die Abbiegespur zu Oli Welkes „Heute-Show“ ein.

Bosbach, Rampensau in der ersten Liga

Diesmal aber haben sie einen, der als Rampensau in der ersten Liga spielt: Wolfgang Bosbach, intern „WoBo“ genannt. Um zu erklären, was ihn ausmacht, muss man einen vorderhand womöglich ehrabschneiderisch anmutenden Vergleich wählen: den mit AfD-Schwadroneur Björn Höcke. Neulich hat Höcke seine Dresdner Rede gehalten, eine volle Dröhnung „Volk“ und „Vaterland“. Auch Bosbach findet: „Man darf auf das eigene Land stolz sein.“ Das war’s aber schon mit den Gemeinsamkeiten – wahrhaft aussagekräftig sind die Unterschiede: Höcke, ein Mies- und Angstmacher vor dem Herrn, putzte das eigene Land runter, machte es madig, redete es schlecht, „unsere einst kraftvolle Wirtschaft ist nur noch ein Wrack“, und so weiter und so fort. Bosbachs Patriotismus hingegen speist sich aus der Begeisterung: Die Wiedervereinigung zum Beispiel sei doch ein Grund, wenigstens einmal im Jahr am Feiertag „so richtig fröhlich“ zu sein – und falls „einer ums Eck“ kommen und nörgeln sollte, wo denn nun „die blühenden Landschaften“ seien, kriegt er eine Fahrkarte in die neuen Bundesländer spendiert, in die „Innenstadt von Dresden“, zum „Dom von Halberstadt. Und Europa erst: Wir können heute reisen von Polen bis Portugal, „und keiner hält uns auf“, wir sind „friedlich umzingelt“ von neun Nachbarländern, „wir bedrohen keinen, uns bedroht keiner“, das gab es zuvor „in tausend Jahren“ nicht.

Bosbach erntet jede Menge Beifall

In Politikerreden läuft das oft so: Ein Argument wird aufgebaut, eine Pointe – mehr oder weniger geglückt – wird gesetzt, es folgt eine rhetorische Pause, das Publikum merkt: Aha, jetzt bitte klatschen. Wenn Bosbach hingegen von Deutschland und Europa schwärmt, beginnt es schon mitten im Satz zu tosen, er aber redet einfach weiter, in den Applaus hinein, durch ihn hindurch, reitet auf dem Beifall wie der Korken auf der Gischt.

"Es war richtig die Grenzen zu öffnen"

Wir schaffen das? „Der Satz ist mir persönlich sympathisch“, sagt Bosbach. Sicher, es gebe da noch ein paar Details zu klären: „Wer sind ,wir’ und was ist ,das’?“ Aber im Prinzip: „Es war richtig“, im Herbst 2015 zur „Vermeidung einer humanitären Katastrophe“ die Grenzen zu öffnen. „Wir helfen wie kaum ein anderes Land auf der Erde“, allein Bosbachs Heimatstadt Bergisch Gladbach nahm mehr Flüchtlinge auf „als ganz Portugal“, und unsere Städte und Gemeinden und ehrenamtlichen Helfer übertrafen sich selbst. Es ist dieses enthusiastische Ja zur Weltoffenheit und Hilfsbereitschaft, das es Bosbach ermöglicht, auch eine Reihe von klaren Neins zu formulieren, ohne ressentimentgetrieben oder verbohrt zu wirken.
Nein, eine EU-Mitgliedschaft der Türkei „lehne ich aus Überzeugung ab“, denn derlei hieße, die Grenzen Europas zu „überdehnen“. Nein, Wahlkampfauftritte des türkischen Machthabers haben in Deutschland nichts verloren – wer „unbedingt Herrn Erdogan zujubeln möchte, der möge das bitte in der Türkei tun.“ Nein, „den Satz ,Der Islam gehört zu deutschland’ kann ich persönlich nicht unterschreiben“, denn „Wahabismus und Salafismus“ gehörten „ganz gewiss nicht“ zu Deutschland. Und wer sich bei uns „der Scharia“ verpflichtet fühle, „hat sich dafür das falsche Land ausgesucht. Ende der Durchsage.“ „Die Muslime“ aber „sind Teil unserer Gesellschaft, sie gehören zu uns“, und wer „die Rechtsordnung der Bundesrepublik“ achtet, mag „in die Kirche, Synagoge oder Moschee“ gehen.

Anderthalb Minuten stehende Ovationen

Normalerweise gehorchen Aschermittwochsreden festen Gattungsgesetzen: Sie dienen dazu, der politischen Konkurrenz möglichst pointenstark eins überzuziehen. Wolfgang Bosbach hingegen verliert sich kein einziges Mal in solch durchritualisiertem Witz-Gestänker – sein Auftritt gipfelt in einem glühenden Satz, der glatt des Bundespräsidenten würdig wäre, wenn man mal davon absieht, dass Frank-Walter Steinmeier mit einem derart mitreißenden Begeisterungstemperament eher nicht gesegnet ist: „Es ist immer noch ein Glück, in Deutschland geboren zu werden – dafür zu sorgen, dass es so bleibt, das ist jede Anstrengung wert!“ Danach: Stehende Ovationen, anderthalb Minuten lang.

Nun gut, nach dem Mittwoch kommt der Donnerstag: Die Landes-CDU wird wieder bloß der Juniorpartner von Kretschmann sein und Martin Schulz weiter die Kanzlerin quälen. Aber heute ist heute und die Alte Kelter zu Fellbach die Mitte von Deutschland.

Zur Person

Wolfgang Bosbach, CDU, geboren 1952 in Bergisch Gladbach, gehört seit 1994 dem Deutschen Bundestag an. 2017 wird er nicht mehr kandidieren. Dafür gebe es neben privaten auch politische Gründe: Er wolle seine restliche gesundheitliche Kraft nicht dafür aufwenden, „gegen meine eigene Partei zu argumentieren und gegen meine eigene Partei anzutreten.“ Mehrmals hat er sich gegen den Kurs Merkels gestellt, 2011 stimmte er zum Beispiel im Streit um die Hilfspakete für Griechenland gegen die Ausweitung des europäischen Rettungsschirms. Sein Credo: „Wer sich mit dem Zeitgeist verheiratet, wird schnell zur Witwe.“

Bosbach ist Rekordchampion unter den politischen Talkshowgästen: Von 2013 bis 2016 trat er 33 Mal bei „Günther Jauch“, „Hart aber fair“, „Menschen bei Maischberger“, „Anne Will“ und „Maybrit Illner“ auf.