Waiblingen

Polizistin über Waiblingerin: „Alle hatten Angst“ vor der aggressiven Nachbarin

Landgericht
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Das Stuttgarter Landgericht ist kurz davor, das Urteil über die 52-Jährige zu fällen, die ihre Nachbarn in einem Waiblinger Mehrfamilienhaus mit dem Beil bedroht haben soll. Die Tendenz geht Richtung Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus mit der Option, dass diese zur Bewährung ausgesetzt werden kann und die Frau ins betreute Wohnen kommt, wenn sie nicht mehr so gefährlich ist.

Zur Urteilsverkündung kam es noch nicht, weil die gesetzliche Betreuerin der psychisch Kranken ihrer Ladung in den Zeugenstand nicht gefolgt ist. Gegen die säumige Zeugin wurde ein Ordnungsgeld (ersatzweise drei Tage Ordnungshaft) verhängt.

Die betroffenen Nachbarn und eine Beamtin vom Waiblinger Polizeirevier haben alle schon dazu ausgesagt, wie sich die eh schon problematische Situation vor und nach 2020 in dem Mehrfamilienhaus zugespitzt hat, als die Todesdrohungen mit erhobenem Beil kamen, welches die Angeschuldigte in der Innentasche ihrer Jacke mit sich führte.

Das psychiatrische Gutachten über die 52-Jährige, die wegen ihrer psychischen Erkrankung bereits in den Anklagen als schuldunfähig eingestuft ist, hat ein Psychiater unter Ausschluss der Öffentlichkeit erstattet, weil die Beschuldigte kein Publikum wollte.

„Ich bin kein Psycho“ wiederholte sie immer wieder. Im Übrigen sei sie schon „genug durch den Dreck gezogen worden“. Wenn sie nicht mehr in ihre Wohnung zurückdürfe, betonte die Waiblingerin gegenüber dem vorsitzenden Richter, Volker Peterke, dann müsse das Gericht die Kosten für die Einlagerung ihrer Möbel übernehmen.

Mit Amoklauf gedroht

Vor dem Stuttgarter Landgericht hatte bereits das Waiblinger Amtsgericht mit der Frau zu tun. Sie drohte einem Betreuungsrichter, wenn er ihre Betreuung nicht aufhebe, habe er in Bälde „eine Schusswaffe in der Fresse“. Das bestätigte eine Mitarbeiterin, die das Drohtelefonat entgegengenommen und - wie bei allen sicherheitsrelevanten Vorkommnissen - die Verwaltung verständigt hatte, welche Strafantrag gestellt hat. Der Richter selbst war zum Glück im Urlaub.

Ähnlich gefährlich kam ein Telefonat mit einer Justizangestellten zur Staatsanwaltschaft Stuttgart rüber, wo die Angeklagte zur Begutachtung einbestellt war. Wenn sie sauer werde, werde sie zum Amokläufer, soll die Waiblingerin gedroht und dabei Beleidigungen ausgestoßen haben. Eine Staatsanwältin soll sie mehrfach als „Goldschätzchen“ bezeichnet haben.

Wie es ihren Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus ging, beschrieb eine Waiblinger Polizistin als Zeugin: „Sie hatten alle Angst. Sie trauten sich nicht mehr alleine in die Waschküche.“

Eine 73-jährige Nachbarin sah, wie die Angeklagte im Juli 2021 das Handy einer 84-jährigen Nachbarin auf den Boden warf, zertrat und aus dem Fenster des Treppenhauses warf. Wenn ihr 78-jähriger Ehemann aus dem Fenster geschaut habe, so die 73-Jährige im Zeugenstand weiter, dann habe die Angeklagte immer gerufen: „Schädel rein!“ Sie habe wegen der Angeschuldigten auch Angst um ihre Enkelkinder gehabt, fuhr die Zeugin fort.

Nachbarin: „Jetzt leben wir ganz in Ruhe“

„Wenn sie nicht da ist, leben wir ganz in Ruhe“, beschrieb sie die Lage im Haus, seit die Angeklagte vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen worden ist. Insgesamt berichteten die Nachbarn auch von rassistischen Beschimpfungen.

Die Angeklagte sei nach dem Tod ihres Vaters in dessen Wohnung eingezogen und stets als „Eigentümerin“ aufgetreten.

Das Urteil wird kommende Woche erwartet.

Das Stuttgarter Landgericht ist kurz davor, das Urteil über die 52-Jährige zu fällen, die ihre Nachbarn in einem Waiblinger Mehrfamilienhaus mit dem Beil bedroht haben soll. Die Tendenz geht Richtung Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus mit der Option, dass diese zur Bewährung ausgesetzt werden kann und die Frau ins betreute Wohnen kommt, wenn sie nicht mehr so gefährlich ist.

Zur Urteilsverkündung kam es noch nicht, weil die gesetzliche Betreuerin der psychisch Kranken

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