Waiblingen

Priorisierung von PCR-Tests: Folgen für Waiblinger Apotheker

Labor Klinikum
Labore könnten durch Apotheken entlastet werden. © ZVW/Benjamin Büttner

Wegen der steigenden Zahl der Neuinfektionen gibt es Engpässe bei den verfügbaren PCR-Tests. Die Labore werden von der anhaltenden Omikron-Welle überrollt, weshalb die Politik PCR-Tests nun priorisiert – und das stellt auch die Waiblinger Apotheken vor ein Problem.

Sie stellen Genesenenzertifikate aus, die unter anderem durch den Nachweis eines positiven PCR-Tests erstellt werden können. Würde der in Zukunft nur noch für vulnerable Gruppen zur Verfügung stehen, müssten Apotheken das Zertifikat auch auf positive Antigen-Schnelltests hin ausstellen. Dominik Öhlschläger, Inhaber der Apotheken in Beinstein und auf der Korber Höhe, sieht das kritisch: „Ich kann es nicht gutheißen, wenn ein Schnelltest nun zum Genesenenzertifikat führt.“ Damit schließt er sich der Meinung von Tatjana Zambo an. Sie ist die Verbandspräsidentin des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg und teilte ihre Bedenken in einer Presseinformation mit.

Dabei geht es vor allem um Ungenauigkeit. Nicht alle Tests weisen eine gleichermaßen hohe Sensitivität und Sensibilität auf, wodurch falsche Testergebnisse entstehen können. Um dem entgegenzuwirken, müssten laut Öhlschläger verschärfte Maßnahmen in der Testung erfolgen.

Schnelltests müssen zuverlässig sein

„Man muss eine Lösung dafür finden, welche Schnelltests geeignet sind“, sagt Dominik Öhlschläger. Es müsse eine Definition der Schnelltests festgelegt werden, die benutzt werden sollen, damit die Aussagekraft des Tests gesichert wird. Neben der Qualität der Tests käme es zusätzlich auch auf eine korrekte Ausführung des Abstrichs an. Diese beiden Faktoren, Qualität und Abstrich, müssten gesichert werden, damit Genesenenzertifikate in Zukunft auch mit einem positiven Schnelltest-Ergebnis ausgestellt werden könnten. Ein zweiter Abstrich sei ebenfalls eine gut Absicherung.

PoC-Nat ist eine noch teure Variante

Öhlschläger sieht Apotheken als einen geeigneten Ort, um die Testkapazität zu erhöhen. Immerhin sind sie berechtigt, sogenannte PoC-Nat-Tests durchzuführen. Diese Tests basieren auf der Nukleinsäureamplifikationstechnik (NAT). PoC bedeutet: Point of Care. Im Gegensatz zu den PCR-Tests können sie also noch vor Ort ausgewertet werden und sind nicht auf die Labore angewiesen. Laut dem Landesapothekerverband sind die Tests ähnlich sicher wie der klassische PCR-Test.

Diese Testung würde eine große Zeitersparnis mit sich bringen, denn das Ergebnis kann schon nach etwa einer halben Stunde abgerufen werden. Außerdem gäbe es so weniger Menschen, deren Proben in die Labore geschickt werden müssten.

Der Haken an der Sache: die Kostenerstattung. Bisher wird ein Test-Kit vom Bund mit 30 Euro bezuschusst. „Das reicht nicht, um den Test kostenlos anzubieten“, erklärt Öhlschläger. Eine Kassette alleine ginge schon über diesen Betrag hinaus, weshalb die Inanspruchnahme eines solchen Verfahrens bisher nur Selbstzahlern möglich ist. „Dadurch geht viel Kapazität verloren“, fährt der Apotheken-Inhaber fort.

Nach Informationen der Deutschen Presseagentur sollen jedoch nun Anreize für die Verwendung der PoC-Nat-Tests geschaffen werden. Die Vergütung soll demnach auf 40 Euro steigen.

Der Beschluss zur Priorisierung zieht viele Änderungen mit sich. Bis die neue Strategie in Kraft tritt, gelten allerdings noch die alten Regelungen zum PCR-Test-Verfahren.  

Wegen der steigenden Zahl der Neuinfektionen gibt es Engpässe bei den verfügbaren PCR-Tests. Die Labore werden von der anhaltenden Omikron-Welle überrollt, weshalb die Politik PCR-Tests nun priorisiert – und das stellt auch die Waiblinger Apotheken vor ein Problem.

Sie stellen Genesenenzertifikate aus, die unter anderem durch den Nachweis eines positiven PCR-Tests erstellt werden können. Würde der in Zukunft nur noch für vulnerable Gruppen zur Verfügung stehen, müssten Apotheken das

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper