Waiblingen

Privatauto statt Bürgerbus: Wie läuft es beim ehrenamtlichen Fahrdienst in Bittenfeld?

Buergerbuscorona
Monika Gläser fährt seit Monaten Bittenfelder Senioren mit ihrem Privatauto zum Arzt oder zur Klinik in Winnenden, als Ersatz für den örtlichen Bürgerbus, dessen Betrieb seit Beginn der Corona-Krise bis auf weiteres eingestellt ist. Nun sollen sie weitere ehrenamtliche Fahrer unterstützen. © Gaby Schneider

Seit Beginn der Corona-Pandemie fährt der Bittenfelder Bürgerbus nicht mehr jeden Dienstag und Donnerstag zur Rems-Murr-Klinik in Winnenden – aber das heißt nicht, dass es vor Ort gar kein Angebot mehr gibt. Wer die offizielle Nummer des Bürgerbusses unter 0 71 46/5 38 25 49 anruft, dem wird weiter eine Fahrgelegenheit vermittelt.

Wann kommt der Bus vom Haus Elim wieder zum Einsatz?

In den vergangenen Monaten hat Monika Gläser die Aufgabe ehrenamtlich übernommen – allerdings fuhr sie nicht mit dem bisherigen Kleinbus des örtlichen Pflegeheims Haus Elim. Sie nahm stattdessen ihr Privatauto und brachte Senioren damit zum Arzt oder zur Klinik. Eine Frage blieb aber in all den Wochen offen: Wann kommt der bisherige Bürgerbus, der mehr Menschen mitnehmen kann, wieder zum Einsatz?

Bis Ende des Jahres den Betrieb ruhen lassen?

Diese Woche gab es deshalb ein Gespräch einer Gruppe Ehrenamtlicher mit der Bittenfelder Ortsvorsteherin Veronika Franco Olias. Dabei wurde laut Monika Gläser auch darüber gesprochen, ob der ganze Betrieb nicht bis Ende 2020 erst mal ruht. Durchgesetzt haben sich aber jene, die das Angebot nicht einschlafen lassen wollen. „Wir sind zufrieden“, sagt Monika Gläser.

Bislang rund 40 Fahrten

560 Kilometer ist sie bislang nach eigenen Angaben mit ihrem Privatwagen gefahren – dabei kommt sie auf rund 40 Fahrten. Im Schnitt, sagt die Bittenfelderin, seien es ein bis zwei Fahrten in der Woche gewesen. Bislang musste Monika Gläser das alles alleine schultern – jetzt aber soll sie Unterstützung von anderen Ehrenamtlichen erhalten.

Viele der bisherigen Fahrer gehören selbst zur Risikogruppe

Aus dem ehrenamtlichen Unterstützerkreis des Bürgerbusses haben sich nach Aussage von Ortsvorsteherin Veronika Franco Olias einige Leute bereiterklärt, ebenfalls in ihrem Privatauto Bürger zu fahren. „Wir können es dann auf mehrere Schultern verteilen.“ Dass der Bürgerbus auch weiterhin nicht fährt, hält die Ortsvorsteherin durchaus für nachvollziehbar. „Die Corona-Situation lässt ja nicht nach.“ Dass auch nicht jeder, der früher am Steuer des Bürgerbusses saß, jetzt in seinem Privatauto Leute mitnehmen will, versteht Veronika Franco Olias ebenfalls – schließlich gehören viele Fahrer zur Corona-Risikogruppe.

Feste Fahrzeiten soll es nicht mehr geben

Selbst wenn der Bus eines Tages wieder zum Einsatz kommt, soll er nicht wie früher dienstags und donnerstags zu festen Zeiten von Bittenfeld zur Rems-Murr-Klinik in Winnenden fahren. Das stellt Veronika Franco Olias klar. Grund dafür sei, dass die Nachfrage nicht so hoch gewesen sei. Wenn der Bus also wieder regelmäßig fährt, dann soll er nach vorheriger telefonischer Anfrage Leute von A nach B bringen.

„Dann zahlen wir tatsächlich nur, wenn wir den Bus nutzen“

Im Moment kann der Kleinbus vom Haus Elim nur dann zum Einsatz kommen, wenn Rollstuhlfahrer gefahren werden müssen. Dafür erhält das Pflegeheim dann pro gefahrenem Kilometer einen Pauschalbetrag. Dieses Modell, sagt Ortsvorsteherin Veronika Franco Olias, habe auch schon vor Corona bestanden und sich bewährt. „Dann zahlen wir tatsächlich nur, wenn wir den Bus nutzen.“


"Die Ehrenamtlichen kennen sich aus und wissen, was zu tun ist"

Wenn der Fahrgast auf einen Rollator angewiesen ist, dann ist der Kleinbus vom Haus Elim allerdings nicht nötig. Im Normalfall, sagt Veronika Franco Olias, bringe man diese im Auto unter. „Das ist in der Vergangenheit schon gemacht worden. Die Ehrenamtlichen kennen sich aus und wissen, was zu tun ist.“

Ortsvorsteherin: Fahrer sind versichert

An der Stelle will die Ortsvorsteherin auch auf einige Gerüchte reagieren, die ihr in Bittenfeld über den Bürgerbus schon zu Ohren gekommen sind. So sei behauptet worden, dass die ehrenamtlichen Fahrer nicht versichert seien. Das, sagt Veronika Franco Olias, sei allerdings falsch. Behauptet worden sei des Weiteren, dass der Gesundheitszustand der ehrenamtlichen Fahrer nicht überprüft werde. Auch das, betont die Bittenfelder Ortsvorsteherin, stimme nicht. Richtig sei vielmehr, dass jeder Fahrer alle zwei Jahre zu einem Gesundheitscheck zum Arzt gehen muss – und darüber hinaus sich auch alle zwei Jahre augenärztlich untersuchen lassen muss.

Schon im Oktober eine Fahrt für den 14. Januar 2021 reserviert

Pflicht bei den Fahrten ist auch, dass Fahrer und Fahrgast eine Maske tragen. Nach jeder Fahrt müssen jene Stellen desinfiziert werden, die ein Fahrgast im Auto angefasst hat. Monika Gläser steht hinter den Regeln. „Ich fahre auch nur eine Person.“ Die telefonischen Anmeldungen nimmt ihre Mitstreiterin Ute Fischer entgegen. Meist, erzählt Monika Gläser, würden die Leute mit entsprechender Vorlaufzeit anrufen – wie etwa jene Frau, die jüngst eine Fahrt für den 14. Januar 2021 gebucht hat. „Es gibt eben Leute, die wollen sich rechtzeitig den Platz reservieren.“

Auf der anderen Seite kam es laut der Bittenfelderin auch schon vor, dass sie auf der Rückfahrt von der Rems-Murr-Klinik in Winnenden von Ute Fischer den Anruf erhielt, dass noch eine weitere Person von Bittenfeld nach Winnenden muss. Auch dem Wunsch kam Monika Gläser nach.

Einnahmen gehen an den Krankenpflegeverein

Das Geld, das die Fahrgäste bezahlen, geht an den Krankenpflegeverein. Monika Gläser erhält ihre Auslagen fürs Benzin zurück. Sie fährt in der Regel von Montag bis Freitag, nur im Ausnahmefall war sie auch mal samstags unterwegs. Prinzipiell will sie das Wochenende für sich haben, schließlich ist alles ja ein Ehrenamt. Nach Erfahrung von Monika Gläser sind die Menschen froh, dass der Bittenfelder Bürgerbus in Form eines Privatautos weiterexistiert. „Die Leute, die freuen sich.“

Seit Beginn der Corona-Pandemie fährt der Bittenfelder Bürgerbus nicht mehr jeden Dienstag und Donnerstag zur Rems-Murr-Klinik in Winnenden – aber das heißt nicht, dass es vor Ort gar kein Angebot mehr gibt. Wer die offizielle Nummer des Bürgerbusses unter 0 71 46/5 38 25 49 anruft, dem wird weiter eine Fahrgelegenheit vermittelt.

Wann kommt der Bus vom Haus Elim wieder zum Einsatz?

In den vergangenen Monaten hat Monika Gläser die Aufgabe ehrenamtlich übernommen – allerdings

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