Waiblingen

Rötepark Waiblingen: Baubeginn für neue Wohnungen, Sporthalle und Kita

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Von links: Steffen Besemer (Vertreter der Firma Fischer), Architekt Thomas Herrmann, OB Andreas Hesky, Architektin Teresa Orlik (Mitarbeiterin des Architekturbüros), Christina Stark (Rektorin der Rinnenäckerschule), Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr, Stadträtin Silke Hernadi, Erika Schwiertz (Leiterin des Fachbereichs Bildung und Erziehung der Stadt), Stadträtin Dagmar Metzger und Astrid Rheiner (Leiterin der Abteilung Hochbau der Stadt). © Bernd Klopfer

Die Bauarbeiten für die viergruppige Kita Rötepark, eine Sporthalle und 18 neue Wohnungen an der Jesistraße in Waiblingen-Süd haben begonnen. Letztere bleiben im Eigentum der Stadt. So soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, der an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vergeben wird. Die Miete liegt hier rund 30 Prozent unter dem Mietspiegel. Waiblingen kann auf diese Weise Menschen unterstützen, die dringend eine Bleibe brauchen und auf dem normalen Mietwohnungsmarkt kaum eine Chance hätten.

Sechs der neuen Wohnungen in der Jesistraße sollen barrierefrei sein

Gebaut werden 16 Vier-Zimmer-Wohnungen und zwei Drei-Zimmer-Wohnungen. Sechs Wohnungen werden barrierefrei sein, drei davon behindertengerecht. Das bedeutet zum Beispiel, dass im Badezimmer der Radius 1,50 Meter beträgt. Die Sporthalle wird eine Einfeldhalle sein, die zudem über einen 90 Quadratmeter großen Gymnastikraum verfügt sowie über Geräteräume. Sie soll bereits im Januar 2023 fertig sein, ebenso wie die neue Kita. Deren Außenanlagen werden Richtung Rötepark angeordnet, außerdem wird die Kita eine Holz-Außenfassade erhalten. Innen wird dagegen mit Beton gearbeitet, was laut Architekt Thomas Herrmann verschiedene Vorteile mit sich bringt, etwa bei der Schalldämmung und der Statik. Fertig werden sollen die Wohnungen im April 2023.

Der Gemeinderat wollte, dass die Stadt selbst Bauherr ist

Ursprünglich war mal geplant, die neue Kita Rötepark Mitte 2022 in Betrieb nehmen zu können. Ein Grund für die Verzögerung ist, dass das am 3. Mai 2018 vom Waiblinger Gemeinderat beschlossene Projekt nicht im Investorenverfahren durchgezogen wurde, wie es die Stadtverwaltung vorgeschlagen hatte. Wäre es so gekommen, hätte die Stadt das Grundstück verkauft und nach Fertigstellung alles angemietet. So wollte die Verwaltung Zeit sparen und die eigenen Mitarbeiter entlasten. Doch der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, dass Waiblingen selbst als Bauherr fungiert. Damit musste aber neu ausgeschrieben werden – und das kostete Zeit.

Wohnungen gehören der Stadt Waiblingen

Oberbürgermeister Andreas Hesky sah den Umstand, dass die Stadt Eigentümer ist, beim offiziellen Baubeginn am Donnerstagvormittag durchaus als Vorteil. Natürlich hätte Waiblingen mit einem Investor auch die Belegungsrechte für die geförderten Wohnungen erhalten. Dennoch, sagte Hesky, sei es ein gutes Gefühl, Folgendes zu wissen: „Diese Wohnungen gehören uns“.

Es kommt auch nicht jeden Tag vor, dass die Stadt 17,5 Millionen Euro in ein Projekt steckt. OB Andreas Hesky verwies darauf, dass dies noch mehr sei als bei der 15 Millionen Euro teuren Sanierung des Salier-Gymnasiums. Der Löwenanteil der Kosten fällt für die Kita mit Wohnen und Tiefgarage an: Zehn Millionen Euro sind hier fällig, dazu kommen 3,4 Millionen Euro für die Turnhalle und 1,1 Millionen Euro für den Quartiersplatz. Die Zufahrt zur Tiefgarage mit Parkplätzen wird mit 520 000 Euro veranschlagt. Mit Kostenpuffer für Unvorhergesehenes und einer geschätzten Kostensteigerung von sechs Prozent kommt die Stadt auf die insgesamt 17,5 Millionen Euro.

Ausschreibungen für Holzbau und Technik im Herbst 2021

Architekt Thomas Herrmann betonte, dass bislang 25 Prozent der Kostenberechnungssumme vergeben wurden. Dabei ist nach seinen Angaben alles im Rahmen geblieben. Spannend wird es im September und Oktober, wenn die Ergebnisse der Ausschreibungen für den Holzbau und die Technik vorliegen. Hier könnten Kostensteigerungen drohen. „Die Märkte sind so unwägbar.“

Alle Gebäude sollen einen Null-Energie-Standard erreichen, unter anderem durch Fotovoltaik-Module auf den Dächern. Und das bestehende Blockheizkraftwerk vom Rötepark liefert Fernwärme.

Thomas Herrmann vom Stuttgarter Büro ARS Herrmann und Hornung ist für die Stadt in Sachen Rötepark kein Unbekannter. Bereits vor 15 Jahren wurde er mit dem Rahmenplan für die Entwicklung des Gebiets beauftragt. Danach war er zudem für die Erweiterung der Rinnenäckerschule zuständig. Und für die Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Sigmaringen (GSW) plante er das Haus Miriam, für das im Frühjahr 2013 der Spatenstich erfolgte.

Bürgerhaus und Jugendhaus wären weiter möglich

Ganz abgeschlossen ist die Entwicklung im Rötepark noch nicht, wie OB Andreas Hesky klarstellte. „Die Möglichkeit, ein Bürgerhaus zu schaffen, ist nach wie vor gegeben.“ Dies ist schließlich ein alter Wunsch der Bürgerinteressengemeinschaft Waiblingen-Süd. Auch die Idee eines Jugendhauses wäre laut Hesky im Rötepark weiter umsetzbar.

Die Bauarbeiten für die viergruppige Kita Rötepark, eine Sporthalle und 18 neue Wohnungen an der Jesistraße in Waiblingen-Süd haben begonnen. Letztere bleiben im Eigentum der Stadt. So soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, der an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vergeben wird. Die Miete liegt hier rund 30 Prozent unter dem Mietspiegel. Waiblingen kann auf diese Weise Menschen unterstützen, die dringend eine Bleibe brauchen und auf dem normalen Mietwohnungsmarkt kaum eine Chance

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