Waiblingen

Rückzug von OB Andreas Hesky: Landrat und Lokalpolitiker sind überrascht

Forum Süd
Der Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky. © ZVW/Benjamin Büttner

Mit Überraschung reagieren Landrat Richard Sigel, der Weinstädter OB Michael Scharmann, Stadträte und der Waiblinger BdS-Vorsitzende Ullrich Villinger auf die Ankündigung von Oberbürgermeister Andreas Hesky, 2022 nicht mehr zur OB-Wahl in Waiblingen anzutreten.

Sigel, der in Beinstein wohnt, betonte, dass mit Andreas Hesky ein kommunalpolitisches Schwergewicht der Region Stuttgart seinen Rückzug angekündigt hat. „Ich schätze ihn als zukunftsorientierten Oberbürgermeister, der sich mit allergrößtem Engagement einbringt.“ Hesky kämpft laut Sigel nicht nur stets mit ganzem Herzen für die Interessen seiner Stadt Waiblingen, sondern auch für den Rems-Murr-Kreis und die Region Stuttgart. „Das wird fehlen. Daher hoffe ich, dass er seine Mandate im Kreistag und in der Regionalversammlung nicht auch frühzeitig beendet und seine Erfahrung weiter einbringt.“

Michael Scharmann, OB von Weinstadt, hat größten Respekt vor Heskys Entscheidung

Michael Scharmann, OB der Nachbarstadt Weinstadt, arbeitet mit Andreas Hesky in verschiedenen Gremien eng zusammen, unter anderem in der Fraktion der Freien Wähler im Kreistag. Er findet, dass Hesky nach 30 Jahren als Wahlbeamter durchaus diesen Schritt gehen dürfe. „Ich habe den größten Respekt davor.“ Andreas Hesky sei „ein sehr, sehr scharfsinniger und sehr, sehr geschätzter Kollege“.

BdS-Vorsitzender Ullrich Villinger: "Es hat keine Gefahr gedroht, nicht gewählt zu werden"

Für Ullrich Villinger, Vorsitzender des Bunds der Selbstständigen und Geschäftsführer des Zeitungsverlags Waiblingen, ist Andreas Hesky jener Waiblinger Stadtchef, mit dem er am längsten zusammenarbeitet. Er habe Hesky immer unterstützt – und dieser habe ihn immer unterstützt. Bevor Andreas Hesky im Februar 2006 zum OB gewählt wurde, sei Hans Wössner, der langjährige Erste Bürgermeister, mit dem damaligen Kandidaten Hesky in sein Büro gekommen. „Den müssen Sie unterstützen“, habe Hans Wössner gesagt. Im Rückblick, sagt Ullrich Villinger, sei er natürlich nicht mit jeder Entscheidung von Andreas Hesky einverstanden gewesen – aber das sei natürlich auch nicht möglich. Mit Blick auf Heskys Wiederwahlchancen im Februar 2022 sagt Ullrich Villinger: „Es hat keine Gefahr gedroht, nicht gewählt zu werden.“ Selbst nicht bei einem jungen, dynamischen Gegenkandidaten.

Ullrich Villinger findet indes, dass man nach 30 Jahren als Wahlbeamter und 16 Jahren als OB auch sagen könne, dass es gut sei. Der BdS-Vorsitzende erinnert daran, dass Heskys Vorvorgänger Dr. Ulrich Gauss 1994 nach fast einem Vierteljahrhundert im Amt auch ein bisschen früher aus freien Stücken als OB aufgehört habe – allerdings war Gauss damals schon älter als Hesky.

CDU-Fraktionschef Peter Abele will sich mit seiner Fraktion beraten

Peter Abele, Vorsitzender der CDU/FW-Fraktion im Waiblinger Gemeinderat, hat höchsten Respekt vor Andreas Hesky und betont, dass für diesen die Tätigkeit als OB wirklich immer an erster Stelle gestanden habe. Abele sitzt seit 17 Jahren im Gemeinderat und kennt den OB daher von seinem ersten Amtstag an. Wäre Hesky im Februar 2022 wieder zur Wahl angetreten, dann hätte ihn die CDU/FW-Fraktion laut Abele unterstützt. An Hesky bewundere er die Fähigkeit, „immer eine Schublade aufziehen zu können, in der sich die richtige Antwort befinde“. Auch imponiert ihm die Fähigkeit, in Diskussionen im Gemeinderat zur bestmöglichen Lösung zu kommen und dabei einen fairen Umgang mit allen im Gremium zu pflegen. In den nächsten Tagen will sich Abele in seiner Fraktion beraten, wie es nun mit Blick auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die OB-Wahl 2022 weitergeht.

ALi-Fraktionschef Alfonso Fazio sieht bei Nachfolgersuche den Gemeinderat in der Verantwortung

Alfonso Fazio, langjähriger Vorsitzender ALi-Fraktion, sagt, dass er ja einer der Stadträte sei, die mit dem OB am öftesten Disput hätten – gleichwohl respektiere er dessen Entscheidung. „Es ist sicherlich kein leichter Job.“ Mit Blick auf die Zukunft müsse sich der Waiblinger Gemeinderat bei der Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten seiner Verantwortung bewusst sein. Fazio will darum das Gespräch mit den anderen Fraktionen suchen.

Roland Wied (SPD) dachte, dass Hesky der Ruf zu einer höheren Aufgabe ereilt

SPD-Fraktionschef Roland Wied hätte eigentlich immer gedacht, dass Hesky irgendwann mal aufhört, weil ihn der Ruf zu einer höheren Aufgabe erreicht – zum Beispiel auf Verbandsebene. Dass er nun solch eine persönliche Entscheidung trifft, ohne eine andere Jobperspektive zu haben, überrascht Roland Wied. Für Heskys Leistung hat der SPD-Fraktionschef Respekt. „Er hat sich wirklich reingehängt.“ Was die Zukunft der Stadt angeht, glaubt Wied, dass sich durch die Ausschreibung von selbst potenzielle Bewerber melden werden. Trotzdem sieht auch er die Fraktionen in der Verantwortung. „Es wird sicher schwierig sein, einen Nachfolger zu finden, der es zumindest nicht schlechter macht. Er hinterlässt ein gut bestelltes Feld.“

Mit Überraschung reagieren Landrat Richard Sigel, der Weinstädter OB Michael Scharmann, Stadträte und der Waiblinger BdS-Vorsitzende Ullrich Villinger auf die Ankündigung von Oberbürgermeister Andreas Hesky, 2022 nicht mehr zur OB-Wahl in Waiblingen anzutreten.

Sigel, der in Beinstein wohnt, betonte, dass mit Andreas Hesky ein kommunalpolitisches Schwergewicht der Region Stuttgart seinen Rückzug angekündigt hat. „Ich schätze ihn als zukunftsorientierten Oberbürgermeister, der sich mit

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