Waiblingen

Rülke (FDP) erteilt Ampel mit Grünrot eine Absage

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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Dr. Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag und Spitzenkandidaten seiner Partei, und Chefredakteur Frank Nipkau. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Dr. Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag und Spitzenkandidaten seiner Partei, und Chefredakteur Frank Nipkau. © Gabriel Habermann
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Dr. Hans-Ulrich Rülke, MdL Der Vorsitzende der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann
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"ZVW im Gespräch" mit Hans-Ulrich Rülke, dem Vorsitzenden der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg und Spitzenkandidaten seiner Partei. © Gabriel Habermann

Waiblingen. Sieben, acht Prozent – die FDP steht in Umfragen neuerdings wieder grundstabil da. Hans-Ulrich Rülke war beim Auftritt im Zeitungshaus anzumerken, dass er das Momentum, die Gunst der Stunde, auf seiner Seite spürt: Den Grünen erteilte er eine krachende Koalitionsabsage, die Flüchtlingskanzlerin nahm er in den Schwitzkasten.

Für Journalisten ist Hans-Ulrich Rülke Fluch und Segen. Dem Schreiber ist er ein Geschenk: Jeder Satz zitierfähig, die Pointen sitzen, manche Bonmots glitzern vor Esprit. Dem Fotografen ist er eine harte Nuss: Bei aller wohldosierten Angriffslust wirkt Rülke so gelassen, dass ihm kaum eine schwungvolle oder wenigstens schön fahrige Geste unterläuft. Um den Moderator aber, Chefredakteur Frank Nipkau, wird einem anfangs angst und bange: Die ersten paar Fragen beantwortet der FDP-Mann derart knackig, dass man sich sorgt, seinem Gegenüber könnten vor der Zeit die Fragenkärtchen ausgehen. Das Ping-Pong aber, das sich dabei entspinnt, ist herrlich: Schmetterball, Konter, hin und her.

Wie kann die FDP im Lande einen „Politikwechsel“ wollen, wo die Zufriedenheitswerte für die grün-rote Regierung bei Umfragen konstant hoch sind? „Wären wirklich alle so zufrieden, hätte diese Regierung eine demoskopische Mehrheit.“ Aber sogar unter FDP-Wählern kommt Kretschmann recht gut an – und können FDP-Wähler etwa irren? „Grundsätzlich können Wählerinnen und Wähler immer irren, sonst wären die Wahlergebnisse der FDP besser.“ Moment, selbst in der wahrhaftig nicht als Batik-Stuhlkreis verschrieenen FAZ wird doch gelobt, Grün-Rot habe vieles richtig gemacht? „Ich bedaure, Ihnen sagen zu müssen, dass nicht nur Wähler irren können, sondern auch Journalisten“. Sicher, Kretschmann „steht im Schaufenster und lockt die Kunden an“ – aber „an der Theke“ kriegen sie eine verkorkste Polizeireform, eine Bildungspolitik, die Gemeinschaftsschulen „privilegiert“, Realschulen „schwächt“ und Gymnasien „Nadelstiche versetzt“, und werden „von Herrn Hermann bedient“, der „so verliebt ins Fahrrad ist, dass er mit dem Radlerhelm im Auto sitzt“. Die FDP hat drei Seiten mit Wahlprüfsteinen an die anderen Parteien verschickt, um Gemeinsamkeiten auszuloten. Die CDU gab sich Mühe mit einer achtzehnseitigen Antwort – „85 Prozent Übereinstimmung“. Die Grünen dagegen „haben uns schlicht ihr Wahlprogramm geschickt. Ein Liebesbrief sieht anders aus.“ Muss Kretschmann jetzt also amouröse Avancen an Rülke verfassen, damit’s mit der Ampel klappt? „Zu spät.“ Keine Ampel, zweifelsfrei? „Ja.“ Als „Mehrheitsbeschaffer willkommen“ sein, aber „nichts zu sagen haben“ – nicht mit Rülke. „Da ziehen wir die Opposition vor.“

Für seine Schlagfertigkeit ist der Mann berühmt; bekannt ist er allerdings auch unterm Spitznamen „Brüllke“. Nun ja, erklärt er aufgeräumt, in Zeiten, da die FDP im Aufmerksamkeitsschatten zu verkümmern drohte zwischen dem „Oppositionstanker CDU“ und einer Regierung, die den Reiz des Neuen auf ihrer Seite wusste, habe er schon mal „zuspitzen“ müssen. Das hat er jetzt nicht mehr nötig. Er weiß: Vieles läuft auf die Liberalen zu. Wie leicht ihm das Geschäft derzeit von der Hand geht, wird fulminant deutlich beim Thema Flüchtlingspolitik: Guido Wolf musste sich neulich im Zeitungshaus heftig verrenken zwischen Merkel-Diener und schüchternen Absetztänzeleien, auch Nils Schmid, SPD, mutete sich manche gymnastische Verrenkung zu. Rülke leidet keinerlei Spagatschmerzen: Die Kanzlerin sei „ratlos“, treibe „dilettantische Politik“, erkläre bloß „wir schaffen das“ und sage dann zu den Kommunen: „Macht mal.“ In Europa stehe sie total isoliert da – sie wollte einen „Club der Willigen“ gründen, die Flüchtlinge aufnehmen, „und das ist ihr auch gelungen. Aber sie ist das einzige Mitglied.“ Er höre von einer „gespenstischen Stimmung“ in der Unions-Bundestagsfraktion: Falls die März-Wahlen ein CDU-Desaster bringen, „kann es sein, dass wir relativ schnell einen Kanzlersturz erleben“; es rieche nach „Revolte“. Die Rülke-Show im Zeitungshaus lässt sich am besten mit Hilfe der Fußballersprache beschreiben: Der Mann spielt befreit auf.