Waiblingen

Ramadan 2022: Weiter Maskenpflicht bei Ditib Waiblingen - und kein Fastenbrechen

Ditib
Wie im Jahr 2021 muss auch 2022 beim Gebet im Fastenmonat Ramadan in der Waiblinger Sultan-Ahmed-Moschee in der Max-Eyth-Straße eine Maske getragen werden. Ebenso sind die Gläubigen verpflichtet, einen Mindestabstand einzuhalten. © ZVW/Benjamin Büttner

Wegen der milderen Verläufe bei der Omikron-Variante werden die Corona-Maßnahmen landesweit gelockert – doch die Ditib-Gemeinde in Waiblingen will im islamischen Fastenmonat Ramadan trotzdem weiter vorsichtig sein. Das sagt Kadri Yayla, der Vorstandsmitglied bei Ditib Waiblingen ist.

So wird auf das gemeinsame Fastenbrechen in der Sultan-Ahmed-Moschee im Gewerbegebiet Ameisenbühl wie 2021 verzichtet, auch wird laut Yayla während des Gebets weiter ein Mindestabstand eingehalten und gelüftet. „Maske ist sowieso Pflicht“, sagt der Waiblinger, der hauptberuflich ein Ingenieur- und Planungsbüro leitet.

Kranke, Schwangere, stillende Mütter oder Kinder müssen nicht fasten

Das Gebot zum Fasten beginnt für gläubige Muslime in diesem Jahr am Samstag, 2. April, mit Sonnenaufgang. 30 Tage lang dauert der Ramadan, er endet mit dem dreitägigen Ramadanfest. Bis Sonnenuntergang sollen Muslime jeden Tag vom ersten Sonnenstrahl an auf Essen und Trinken verzichten. Ausnahmen gibt es von der Pflicht allerdings schon, etwa für Kranke, Schwangere, stillende Mütter, Kinder oder Menschen, die sich auf einer Reise befinden. Nach Sonnenuntergang besuchen sich die Menschen gegenseitig, um gemeinsam zu essen – man spricht hier vom sogenannten Fastenbrechen.

Die Ditib-Moschee wird nicht nur von türkischstämmigen Leuten besucht

Die Ditib ist die größte islamische Organisation in Deutschland mit mehr als 960 Vereinen. Ausgeschrieben und auf Deutsch übersetzt bedeutet das Kürzel Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion. Sehr viele der mittlerweile 280 Mitglieder haben türkische Wurzeln, auch in der Gemeinde in Waiblingen – allerdings ist die Zahl der Muslime aus anderen Herkunftsländern laut Kadri Yayla längst gestiegen. So kommen einige Syrer, aber auch Albaner, Iraker und Pakistaner – und das nicht nur im Fastenmonat. Bis vor sechs, sieben Jahren, sagt Kadri Yayla, sei die Zahl der Besucher nichttürkischer Herkunft sehr minimal gewesen – doch das habe sich geändert. Kadri Yayla findet diese Mischung gut. Überhaupt: Wer die Sultan-Ahmed-Moschee besuchen möchte, muss genauso wie in einer christlichen Kirche nicht Mitglied der Gemeinde sein. „Da wird nicht gefragt: Bist du Mitglied? Es muss für jeden offen sein.“

Die Abendgebete mit Ramadangebet dauern etwa eine Stunde

Wichtig ist der Ditib Waiblingen aber, dass sich die Moscheebesucher an die Corona-Regeln halten. Beim Abendgebet in der Moschee wird laut Kadri Yayla auch im Ramadan ein Mindestabstand von 1,50 Metern gelten. Nur beim Freitagsgebet wird der Abstand auf einen Meter gesenkt, damit etwas mehr Gläubige Platz haben. Das Freitagsgebet wird traditionell von mehr Menschen besucht als etwa die Abendgebete während des Ramadans. Bei Letzteren rechnet Kadri Yayla mit 20 bis 40 Gläubigen pro Abend. Die Abendgebete mit Ramadangebet dauern etwa eine Stunde, währenddessen soll permanent gelüftet werden. „Die Fenster sind immer geöffnet“, betont Kadri Yayla. Beim Morgengebet kommen laut dem Waiblinger erfahrungsgemäß weniger Leute, im Schnitt etwa fünf bis zehn Personen. „Das Morgengebet machen viele zu Hause.“

Kadri Yayla: „Wir wollen nicht ein Hotspot werden“

Wer die Sultan-Ahmed-Moschee zum Gebet aufsucht, muss wegen Corona weiter einen eigenen Gebetsteppich mitbringen. Wer keinen mitnehmen konnte oder diesen vergessen hat, erhält von der Ditib-Gemeinde einen Einweg-Gebetsteppich. Wichtig ist das Ganze aus Infektionsschutzgründen, weil Muslime beim Gebet mit Nase und Stirn den Boden berühren. Kadri Yayla findet es wichtig, bei den Corona-Regeln vorsichtig zu bleiben, trotz aller Lockerungen von Seiten des Staates. „Wir sind gut damit gefahren.“ Zwar hat er auch schon von anderen Moscheegemeinden gehört, dass dort gelockert wird, aber Kadri Yayla findet den bisherigen Kurs von Ditib Waiblingen dennoch richtig. So schön das gemeinsame Fastenbrechen auch ist: Der Ingenieur sieht kaum Möglichkeiten, das Ganze so zu kontrollieren, dass jeder den Abstand einhält. Darum verzichtet die Waiblinger Ditib-Gemeinde wegen Corona auch 2022 darauf. „Wir wollen nicht ein Hotspot werden.“

Ohnehin, sagt Kadri Yayla, ist im Ramadan der Glaube im Mittelpunkt. Aus dem Koran kann schließlich auch zu Hause rezitiert werden. „Die Besinnlichkeit steht im Vordergrund.“ Natürlich wird es in diesem Jahr im Fastenmonat Ramadan auch wieder darum gehen, Spenden für die Notleidenden zu sammeln – insbesondere für Flüchtlinge, wie Yayla betont.

Die dritte Säule des Islams: Zakat – die jährliche Pflichtabgabe

Im Ramadan leisten viele Muslime ihre jährliche Pflichtabgabe, die sogenannte Zakat. Sie ist die dritte der fünf Säulen des Islams. Leisten muss sie nur derjenige, der über ein bestimmtes Mindestvermögen verfügt – berechnet wird es nach dem aktuellen Tageswert für 85 Gramm Gold. Wer mehr als dieses Mindestvermögen besitzt, zahlt davon 2,5 Prozent als Zakat. „Dieser Betrag ist schnell erfüllt“, sagt Kadri Yayla. Gerade bei türkischen Hochzeiten seien Geschenke in Gold üblich, so dass viele Muslime mit türkischen Wurzeln Goldschmuck zu Hause hätten.

Etwa 70 bis 80 Prozent der Muslime in Deutschland, sagt Kadri Yayla, seien aufgrund ihres Vermögens verpflichtet, die Zakat zu zahlen. „Viele in ärmeren Ländern warten auf diese Abgabe.“ Dann gibt es im Ramadan noch eine spezielle Zakat, auch Fitre genannt, die bis zum Ramadan-Fest gezahlt werden muss. Diese muss jeder Muslim entrichten, in diesem Jahr wird dabei ein Betrag von zehn Euro empfohlen.

Der Ramadan endet 2022 am Morgen des 2. Mais

Enden wird der Fastenmonat Ramadan für Muslime am 2. Mai. Sobald die Sonne aufgeht, endet die Pflicht zum Fasten – und das dreitägige Ramadanfest beginnt. Für berufstätige Muslime, die angestellt sind, ist es nicht immer leicht, die Tage freizubekommen, wie Kadri Yayla auf Nachfrage bestätigt. „Viele melden es rechtzeitig an“, weiß das Ditib-Vorstandsmitglied. Etwa 60 bis 70 Prozent würden den ganzen Tag für den Beginn des Ramadanfests freibekommen. Nicht wenige versuchen nach seinen Angaben auch, wenigstens einen halben freien Tag zu kriegen. So können sie morgens in der Moschee dabei sein, wenn das Ramadanfest beginnt.

Wegen der milderen Verläufe bei der Omikron-Variante werden die Corona-Maßnahmen landesweit gelockert – doch die Ditib-Gemeinde in Waiblingen will im islamischen Fastenmonat Ramadan trotzdem weiter vorsichtig sein. Das sagt Kadri Yayla, der Vorstandsmitglied bei Ditib Waiblingen ist.

So wird auf das gemeinsame Fastenbrechen in der Sultan-Ahmed-Moschee im Gewerbegebiet Ameisenbühl wie 2021 verzichtet, auch wird laut Yayla während des Gebets weiter ein Mindestabstand eingehalten und

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