Waiblingen

Rektor Volker Losch zu Abitur 2022: Angst vor Quarantäne stärker als vor Corona

Staufer-Gymnasium
An den Gymnasien finden bald die fachpraktischen Abiturprüfungen statt. Für Schüler heißt es jetzt bei jedem Schnelltest Zittern – denn wer positiv getestet wird, kann nicht an der Prüfung teilnehmen. © ZVW/Gabriel Habermann

Die Abiturprüfungen rücken näher – und damit nehmen auch die Sorgen der angehenden Abiturienten vor einem positiven Corona-Test zu. Eine Infektion, die durch einen PCR-Test bestätigt ist, führt bislang zur Quarantäne – und die Prüfung fällt erst mal aus.

Volker Losch, Rektor am Staufer-Gymnasium in Waiblingen, weiß, dass es nicht leicht ist, solche versäumten Prüfungstermine nachzuholen – zumal dies auch Auswirkungen auf mögliche Fristen für Bewerbungen hat. „Da hängt wirklich viel dran.“

Mitte März gibt es die fachpraktischen Abiturprüfungen

Lockerungen in Sachen Corona wünscht er sich deshalb von der Politik vor allem mit Blick auf die Quarantäneregelung – und nicht bei der Maskenpflicht oder den Schnelltests. So könnte sich Volker Losch zum Beispiel vorstellen, dass Abiturienten bei Symptomfreiheit trotz einer Corona-Infektion eine Prüfung mitschreiben dürfen, sofern der Abstand gewahrt ist und sie eine Maske tragen.

All dies wäre vor dem Hintergrund möglich, dass Infektionen mit der Omikron-Variante in der Regel milder verlaufen als bei der Delta-Variante. Doch im Moment gilt noch eine Quarantäne, ganz egal, ob ein Infizierter symptomfrei ist oder nicht. Und das führt zu Ängsten: Die Kommunikationsprüfung in den modernen Fremdsprachen findet am Staufer-Gymnasium an diesem Donnerstag und Freitag statt. Sie ist Teil der Abiturnote, zusammen mit der Klausur. Mitte März gibt es die fachpraktischen Abiturprüfungen in Fächern wie Musik und Kunst. Wer hier wegen einer Corona-Infektion nicht mitschreiben darf, ist im Nachteil.

„Das Bürgerzentrum in Waiblingen ist eine absolute Perle für uns“

Das führt laut dem Rektor des Staufer-Gymnasiums dazu, dass Schüler morgens nach einem positiven Schnelltest-Resultat vor allem wegen der möglichen Quarantäne erschrecken. Froh ist Volker Losch darüber, dass in Waiblingen die Schüler immerhin nicht so lange auf das Ergebnis des PCR-Tests warten müssen. „Das Bürgerzentrum in Waiblingen ist eine absolute Perle für uns.“ Es sei unbezahlbar und großartig, so schnell ein Ergebnis zu bekommen. Dennoch bleibt nach einem positiven PCR-Test die Sorge bei vielen Kindern und Jugendlichen, was dies jetzt für ihre Geschwister und ihre Eltern bedeutet – und ob Letztere noch zur Arbeit fahren können.

Außerschulische Veranstaltungen und Abiturfeier: Schulleiter will Perspektive

Was Schnelltests und Maskenpflicht angeht, würde Volker Losch gerne noch daran festhalten. Ohnehin hält sich die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper mit Blick auf Lockerungen bei den Schulen noch zurück. Die Masken und die Schnelltests bieten in der Omikronwelle immerhin einen gewissen Schutz – und Volker Losch spürt diesen auch an seiner Schule. „Wir haben jeden Tag positive Fälle, die einzelne Familien schon stark belasten.“ Im Januar und Februar seien die Zahlen explodiert. Für die Schulen bedeute dies einen bürokratischen Mehraufwand – aber der Schulleiter will deshalb die Maßnahmen nicht anprangern. Er versteht, dass die Politik in der Pandemie Regeln hat – aber er wünscht sich zumindest eine Öffnungsperspektive, auch mit Blick auf außerschulische Veranstaltungen und eine mögliche Abiturfeier.

Rektorin Gabriele Gollnick kann sich Abschaffung der Schnelltests vorstellen

Gabriele Gollnick, Rektorin an der Friedensschule Neustadt, würde mit Blick auf mögliche Lockerungen einen Wegfall der Maskenpflicht am Sitzplatz im Klassenzimmer befürworten – gerade bei den Grundschülern. Auch findet sie es sinnvoll, mit den Schnelltests an den Schulen langsam mal aufzuhören. Diese sind bislang bis zu den Osterferien vorgesehen. Was danach kommt, ist offen.

Im Moment werden an der Friedensschule, zu der eine Grundschule und eine Gemeinschaftsschule zählen, die rund 500 Schüler dreimal pro Woche getestet – jeweils montags, mittwochs und freitags. „Die Kinder machen das ohne Murren und Knurren“, sagt Gabriele Gollnick. Eltern helfen dabei, sie wurden extra dafür geschult. Zwei positive Fälle gebe es derzeit pro Tag, sagt Gabriele Gollnick, was nicht viel sei im Vergleich zu anderen Schulen. Wenn Schüler in Quarantäne müssen, dann können sie sich ihren Lernstoff auf der Onlineplattform Moodle herunterladen. Dort, sagt Gabriele Gollnick, würden alle Lehrer standardmäßig alles hochladen.

Staufer-Realschule: Rektor Axel Rybak spürt an seiner Schule Rückgang bei Omikron-Welle

Axel Rybak, geschäftsführender Waiblinger Schulleiter und Rektor der Staufer-Realschule, könnte sich ebenfalls vorstellen, dass die Testpflicht an den Schulen bald endet. Für ihn würde es genügen, wenn sich wirklich nur jene Schüler auf Corona testen lassen, die tatsächlich Symptome haben. Was die Omikronwelle angeht, spürt Rybak für seine Schule zumindest einen Rückgang. „Die Zahlen bei uns sinken wieder. Der Peak vor einer Woche ist rum.“ Gleichwohl gibt es noch einige Fälle – und die Lehrer sind davon nicht ausgenommen.

Die betroffenen Lehrkräfte machen dann einfach Fernunterricht. Die Kraft dazu haben sie laut Axel Rybak. „Die sagen selber: Ich bin positiv, aber ich merke nichts.“

Die Abiturprüfungen rücken näher – und damit nehmen auch die Sorgen der angehenden Abiturienten vor einem positiven Corona-Test zu. Eine Infektion, die durch einen PCR-Test bestätigt ist, führt bislang zur Quarantäne – und die Prüfung fällt erst mal aus.

Volker Losch, Rektor am Staufer-Gymnasium in Waiblingen, weiß, dass es nicht leicht ist, solche versäumten Prüfungstermine nachzuholen – zumal dies auch Auswirkungen auf mögliche Fristen für Bewerbungen hat. „Da hängt wirklich viel

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