Waiblingen

Rund 18 000 Euro bei Einbruch in Kernen erbeutet

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Kernen/Ludwigsburg. Mit einem 31-Jährigen hat das Ludwigsburger Schöffengericht jetzt auch das letzte Mitglied einer dreiköpfigen, georgischen Einbrecherbande verurteilt. Der Mann muss dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Einer der Tatorte: Rommelshausen.

Insgesamt hatte der Mann mit zwei weiteren, bereits verurteilten Mittätern für rund 24 000 Euro Beute gemacht – den Bärenanteil in Rommelshausen, aber auch in Tamm und Schwieberdingen.

In Düsseldorf von der Polizei geschnappt

Der Angeklagte, der auf der Flucht nach Georgien in Düsseldorf von der Polizei geschnappt worden war und bis zum Prozess in Untersuchungshaft saß, bestritt vor Gericht vehement, an den Einbrüchen überhaupt beteiligt gewesen zu sein. Er behauptete, er sei unschuldig. Die Ehefrau eines Mittäters, die mit der Bande in Markgröningen gelebt hatte, belastete ihn. Die Georgierin, die ebenfalls in U-Haft gesessen hatte, verließ als Einzige von ehemals vier georgischen Angeklagten den Gerichtssaal auf freiem Fuß.

Unklar, wo der Rest der Beute geblieben ist

Das Gericht sah es hingegen als erwiesen an, dass der 31-jährige Angeklagte an drei Einbrüchen beteiligt war. Der erste ereignete sich am 7. März 2015 gegen 9.45 Uhr in Tamm. Das Trio hebelte das Esszimmerfenster eines Wohnhauses auf und erbeutete Schmuck, Bargeld, Kameras, ein Tablet, ein Handy, ein Sparschwein und ein Sparbuch im Wert von insgesamt 5500 Euro. Als die Hausbewohner heimkamen, standen sämtliche Türen offen. Den Schmuck bekam das bestohlene Ehepaar wieder, der Rest der Beute verschwand. Ob sie in Paketen nach Georgien geschickt wurde, blieb vor Gericht eine Mutmaßung.

Das ganze Haus war nach dem Einbruch verwüstet

Die zweite Tat verübte das Trio am selben Tag gegen 21.45 Uhr an einer Studenten-WG in Schwieberdingen. Hier hebelten die Einbrecher das Küchenfenster auf. Bei den Studenten brachte die Bande mit einer Digitalkamera, Rucksäcken, Taschenmessern und einer goldenen Halskette lediglich einen Beutewert von 900 Euro zusammen. Nach der Schilderung eines der Studenten war in Schwieberdingen das ganze Haus verwüstet und 150 Euro aus der soeben gefüllten Haushaltskasse fehlten auch.

Am härtesten schlugen sie in Rommelshausen zu

Am härtesten schlugen die Einbrecher in der Nacht des 9. und 10. Mai 2015 in Rommelshausen zu. Dort brachen sie die Terrassentür eines Einfamilienhauses auf und stahlen Schmuck, Bargeld, Tablets, Münzen sowie andere Gegenstände im Wert von etwa 17 700 Euro.

Das mulmige Gefühl bleibt

Als die Kernener Familie ihr durchwühltes Haus vorfand, verließ sie dieses sofort wieder und rief die Polizei. Der Vater zeigte sich vor Gericht froh darüber, dass seine Tochter ihr Vorhaben, zwei Stunden früher als der Rest der Familie heimzukehren, nicht wahrgemacht hatte.

Alle Geschädigten, so das Fazit der Zeugenvernehmung am Ludwigsburger Amtsgericht, kommen seit den Einbrüchen stets mit einem mulmigen Gefühl nach Hause. Die psychische Belastung der Einbruchsopfer wirkte sich schließlich auch auf das Urteil gegen den 31-Jährigen strafschärfend aus.