Waiblingen

Salier-Gymnasium Waiblingen: Theater gegen die Vereinzelung

Salier Theater
Szenen-Freeze mit einem kollektiven Konflikt-Tohuwabohu auf der Bühne des Schwanen. © Gabriel Habermann

Zwölf kurze Szenen, so rundgeschliffen wie Kieselsteine. In einer schnörkellos klaren Inszenierung bannten die zwölf Schülerinnen und Schüler des Literatur- und Theaterkurses der Jahrgangsstufe 2 am Salier-Gymnasium mit der zweimaligen Aufführung ihrer Werkschau „Über Konflikte“ das Publikum im Schwanen.

Geplant war die Aufführung schon im Februar, musste coronabedingt aber verschoben werden. Nun haben die Mitwirkenden jungen Frauen und Männer ihr schriftliches Abi bereits hinter sich. Haben sich unter der Leitung von Janine Birkert nochmals an das Stück gemacht.

Vor lauter Druck und Ansprüchen: „Ich war gestresst von der Zukunft“

Und was nun zu sehen war, ist eine Auseinandersetzung der Jugendlichen mit einer existenziellen Situation des „Dazwischen“. Etwas vertraut Einengendes geht zu Ende: Schule und Eingebettet-Sein in die Familie. Etwas Bedrohliches, Ersehntes, Neues beginnt: Studium und Berufsausbildung. Dabei ein konfliktreiches Stimmengewirr in den Köpfen, das nun vom jungen Theaterensemble in spannungsreichen Szenen verarbeitet wurde. Eine requisitenarme Bühne mit schnellen Umbauten genügt, um ein Panorama der Sorgen und Ängste und Hoffnungen ins körperbetonte Bild zu rücken.

Sofa zwichen Gemütlichkeit und Psychocouch

In der Mitte meist ein Sofa, Sinnbild sowohl terroristisch-bürgerlicher Gemütlichkeit wie auch psychoanalytischer Couch, auf der die Konflikte um Identität, Sexualität, Sucht, überhaupt erst in freier Assoziation zur Sprache kommen. Und so funktionieren auch die vom Theaterkurs gemeinsam dazu erarbeiteten Szenen.

Toller Spielwitz als Abschied von der Schule

Überall Ansprüche und Druck. Sedimentiert in postpubertären Depressionen: „Ich habe aufgegeben, mein Leben zu leben.“ Fragen nach dem großen Sinn: „Warum bin ich hier?“ Es wird verlangt, dass man jetzt schon weiß, was man will. Reaktion: „Ich war gestresst von der Zukunft.“ Vielleicht eine der zentralen Szenen, wie alle vereinzelt im Schummerlicht ihrer Smartphones als monadische Zombies erscheinen und dann doch, durch ein „zurückgebliebenes“ Mädchen mit Kuscheltier zu einer gemeinsamen, realen Spielsituation gebracht werden. Es ist das dann auch ein Sinnbild fürs Theaterspielen: etwas gemeinsam, in Beziehungen und in der Öffentlichkeit zum Erscheinen zu bringen. Und das ist hier mit tollem Spielwitz, auch als Abschied von der Schule, beeindruckend gelungen.

„Ich bin superstolz“, sagt Janine Birkert. „Die sind zu einem irre guten Ensemble zusammengewachsen - was auch nicht von allein passiert!“ Am Ende Hoffnung: „Es ist nie zu spät, so zu sein, wie man gerne gewesen wäre.“ Großer Jubel und Applaus.

Die beteiligten Schülerinnen und Schüler

Auf der Bühne waren: Ronja Cernek, Marie Gesierich, Ann-Kathrin Grüninger, Alexander Heide, Rebecca Hoffmann, Laurenz Küderli, Teodora Kurusic, Sophia Michels, Daniel Mischke, Joceline Nielsen, Michal Sauer, Lara Fee Strassner.

Zwölf kurze Szenen, so rundgeschliffen wie Kieselsteine. In einer schnörkellos klaren Inszenierung bannten die zwölf Schülerinnen und Schüler des Literatur- und Theaterkurses der Jahrgangsstufe 2 am Salier-Gymnasium mit der zweimaligen Aufführung ihrer Werkschau „Über Konflikte“ das Publikum im Schwanen.

Geplant war die Aufführung schon im Februar, musste coronabedingt aber verschoben werden. Nun haben die Mitwirkenden jungen Frauen und Männer ihr schriftliches Abi bereits hinter

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