Waiblingen

Saubere Sache: Zeit zum Frühjahrsputz

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Frühjahrsputz
Gut gelaunt ran an den Frühjahrsputz: Uta Eichin aus der Maria-Merian-Schule. © Büttner / ZVW
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Fruehjahrsputz
Thomas Schröder. © Schneider / ZVW
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Frühjahrsputz
Mikrofasertücher machen sauber. © Büttner / ZVW

Waiblingen. Die Tage werden länger, morgens zwitschern die Vögel, im Garten blühen Schneeglöckchen. Wenn die Frühjahrssonne durch lange nicht geputzte Fenster scheint, ist es Zeit, die Wohnung auszumisten, aufzuräumen, zu lüften und sauber zu machen. Glaubt man fernöstlichen Weisheiten wie dem Feng Shui, stört unnützer Krempel den Energiefluss der Hausbewohner. Aber auch westliche Hauswirtschaftsexperten setzen jetzt auf Frühjahrsputz.

Im Video: Uta Eichin, technische Lehrerin an der Maria-Merian-Schule und ehemalige hauswirtschaftliche Betriebsleiterin und  Thomas Schröder, Feng Shui-Berater und Architekt erläutern warum Frühjahrsputz notwendig ist und mit Musik viel Spaß macht.

Für unser Wohlbefinden muss die Energie in angenehmer Geschwindigkeit fließen, erklärt der Hegnacher Architekt und Feng- Shui-Berater Thomas Schröder. Das heißt: Weder sollte die Energie durch ein zugiges und leeres Zimmer ungebremst durchpfeifen noch von unnützem Kram abgestoppt werden oder in toten Ecken ganz zum Erliegen kommen.

„Putzen und Lüften gehört dann dazu“

Regelmäßiges Entrümpeln und Aufräumen ist deshalb angesagt. Auch und gerade im Frühjahr nach dem langen Winter. „Dabei sollte man sich einen Plan machen und erst mal einzelne Zonen (zum Beispiel Schränke, das Spielzeugregal, den Keller etc.) oder Themen (wie Geschirr, Kleider, Schuhe etc.) definieren, rät der Feng-Shui-Berater.

Nach und nach die Wohnung aufzuräumen sei besser, als sich alles auf einmal vorzunehmen. Schröder selbst fängt in den Schränken an, prüft, was sich dort angesammelt hat, was umgeräumt oder ganz entsorgt werden sollte. „Putzen und Lüften gehört dann dazu“, sagt er.

Groß ist die Macht von Kram und Krempel

Groß ist die Macht von Kram und Krempel nach der Lehre des Feng Shui. Je mehr sich anstaut, desto mehr schwinde leider auch die Lust, aufzuräumen und sauber zu machen, meint Schröder. Das gilt fürs ganze Haus. Unordnung und Gerümpel wirken sich seiner Überzeugung nach selbst da negativ aus, wo sie gar nicht zu sehen sind.

Im Keller oder auf dem Dachboden zum Beispiel. „Ein vollgestellter Keller hindert einen daran, das zu erledigen, was ansteht“, sagt der Feng-Shui-Berater. Die gute Nachricht: „Entrümpeln befreit.“

Effektives und umweltfreundliches Putzen

Einen Plan empfiehlt auch Uta Eichin vor dem Frühjahrsputz. Als gelernte Hauswirtschaftsleiterin und technische Lehrerin an der Maria-Merian-Schule ist sie Expertin für effektives und umweltfreundliches Putzen im Privathaushalt und in Großbetrieben.

Vor dem Frühjahrsputz ist bei ihr Möbelrücken angesagt. Die Sockelleisten werden abgesaugt, hartnäckigem Schmutz im Teppichboden rückt man mit einem professionellen Reinigungsgerät zu Leibe. Im ganzen Zimmer wird gründlich Staub gewischt – „auch die Lampen und Bücherregale nicht vergessen“, sagt die Lehrerin.

Küche und Kühlschrank gehören nicht zum Frühjahrsputz

Danach werden die Fenster geputzt („damit man die Sonne wieder sieht“), im Schlafzimmer werden die Matratzenbezüge abgezogen und gewaschen und alles wird gründlich gelüftet. Küche und Kühlschrank gehören nach Ansicht Eichins nicht zum Frühjahrsputz, weil diese ohnehin wöchentlich geputzt werden müssten.

Ein riesiges Arsenal an Putzmitteln braucht es ihrer Ansicht nach keineswegs, um das Haus sauber zu kriegen. „Ich empfehle einen Neutralreiniger, einen Essigreiniger und ein Spülmittel, eventuell noch einen Reiniger fürs Ceran-Kochfeld.“

Fenster könnten mit einem Neutralreiniger geputzt werden, müssten mit einem fusselfreien Lappen – einem ausrangierten Geschirrtuch etwa – aber sofort nachgetrocknet werden. Essigreiniger könne auch im Badezimmer und auf Edelstahlflächen eingesetzt werden. „Und gegen Fett hilft ein ganz normales Spülmittel oder ein Mikrofasertuch, das man nur mit Wasser feucht macht.“

„Eine Frage der Hygiene" 

Lappen und Schwämme sollten in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, täglich ausgewechselt und mit 60 Grad gewaschen werden: „Eine Frage der Hygiene. In der Küche ist es warm und feucht.“ Desinfektionsmittel seien unnötig. „Man muss daheim nicht desinfizieren, außer jemand hat eine hoch ansteckende Krankheit.“

Generell wirkten sich beim Putzen vier Faktoren aus: „Chemie, Mechanik, Zeit und Temperatur.“ Je mehr Chemie zum Einsatz komme, desto weniger müsse man reiben und desto schneller komme man zum gewünschten Ergebnis. Umgekehrt brauche es mehr Einsatz, Zeit oder höhere Temperaturen, wenn mit weniger Chemie gearbeitet wird.

Der Klarspüler auf dem Geschirr wird mitgegessen

Zu viel des Guten passiert nach Ansicht von Uta Eichin häufig beim Wäschewaschen. In vielen Haushalten werde ständig gewaschen, auch wenn die Kleidung kaum getragen wurde. Sie selbst benutzt ein Pulverwaschmittel, das sie niedrig dosiert, und dazu einen Wasserenthärter.

Von Weichspülern rät sie ab. „Sie sind wasserunlöslich und legen sich auf die Wäsche drauf.“ Weich gespülte Handtücher seien deshalb schlechter zum Abtrocknen geeignet und desinfizierten auch noch die Haut.

Unnötig sei auch ein Klarspüler in der Spülmaschine: „Der setzt sich auf dem Geschirr ab und ich esse ihn dann mit.“ Generell solle man die Spülmaschine auch dann laufen lassen, wenn sie mal noch nicht ganz voll ist: „Das ist immer noch umweltschonender, als das Geschirr von Hand zu spülen.“

Ab in die Kiste

  • Beim Entrümpeln des Kleiderschranks sind sich Fachleute einig: Was ein Jahr lang ungetragen im Kleiderschrank lag, wird nicht mehr angezogen. Also ab in die Altkleidersammlung. Wer besonders an seinen Sachen hängt oder ganz sichergehen will, verstaut die Kleider in einem Karton und wartet erst mal ab. Hat man sie die nächsten zwölf Monate auch nicht vermisst, kann man sie getrost weggeben.
  • Froh über Sachspenden ist beispielsweise die Diakonie Stetten. Die Abgabe ist möglich montags bis freitags 7.30 bis 17 Uhr, samstags 8.30 bis 12 Uhr. Die Sachspendenannahme befindet sich in Stetten, im Schlossberg 12 (Eingangstür links).