Waiblingen

Schüsse im Eisental: "Wir wissen nicht, wo die Männer sind"

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Das Spezialeinsatzkommando hat am Freitag (17.56 Uhr) eine Wohnung in Korb durchsucht. © SDMG / Kohls

Rems-Murr.
Vier Brüder irakischer Abstammung werden gesucht: Die Identität der Männer ist jetzt bekannt. Die Iraker sollen am Dienstagvormittag versucht haben, einen 33-Jährigen in einer Autowerkstatt im Waiblinger Gewerbegebiet Eisental mit einer Schusswaffe zu töten. Der Mann schwebt noch immer in Lebensgefahr und kann nicht vernommen werden. Zu seiner Staatsangehörigkeit gibt es keine offizielle Information. Möglicherweise handelt es sich um einen Libanesen.

Gegen die vier gesuchten Iraker sind unterdessen internationale Haftbefehle erlassen worden.

Die Polizei hatte gehofft, die Männer in bestimmten Wohnungen in Korb, Waiblingen oder Stuttgart anzutreffen. Am Freitag rückten Sondereinsatzkräfte aus und durchsuchten diese Wohnungen – allerdings ohne Erfolg. „Wir wissen nicht, wo die Männer sind“, so Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier am Freitagabend. Jedenfalls liegen der Polizei „konkrete Erkenntnisse“ vor, dass die Männer für die Tat verantwortlich sind, wie es am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Polizeipräsidiums Aalen hieß.

Zunächst keine Öffentlichkeitsfahndung

„Aus polizeitaktischen Gründen“, so Rudolf Biehlmaier, habe man sich aktuell gegen eine Öffentlichkeitsfahndung entschieden. Bei dieser Art Fahndung gibt die Polizei, sofern die Staatsanwaltschaft ihr Okay gegeben hat, Namen und Fotos der Gesuchten an die Medien. Ob sich die Ermittler in den nächsten Tagen für eine Öffentlichkeitsfahndung entscheiden, ist im Moment noch offen.

Allein schon wegen der Schwere des Delikts wurden internationale Haftbefehle gegen die vier Männer erlassen. Die Männer haben laut Rudolf Biehlmaier „Auslandsbezug“. Ob sie sich tatsächlich im Ausland aufhalten, ist nicht bekannt. Sollten die Männer außerhalb der deutschen Grenzen erkannt und festgenommen werden, brauchen die Beamten dort unbedingt diesen internationalen Haftbefehl – sonst müssten sie die mutmaßlichen Täter wieder laufen lassen.

Der 33-jährige schwer verletzte Mann kann nach wie vor nicht befragt werden; er ringt noch immer um sein Leben. Fest steht inzwischen, dass der 33-Jährige und die vier gesuchten Brüder sich kannten. Bereits früher war es zu Streitigkeiten zwischen den Männern gekommen, bestätigt Rudolf Biehlmaier. Worum es dabei ging, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Am Dienstagvormittag dieser Woche hatten Zeugen im Umfeld der betreffenden Autowerkstatt im Waiblinger Eisental zunächst einen lautstarken Streit gehört. Kurz drauf fielen mehrere Schüsse. Zeugen sahen vier Männer beim Tatort. Die vier fuhren mit einem grauen Pkw Kombi weg.

Mehr als 150 Beamte waren am Dienstag in dieser Sache im Einsatz. Die Kripo Waiblingen richtete die Sonderkommission Eisental ein. „In der Soko sind derzeit sehr intensiv geführte Ermittlungen am Laufen, bei denen über 50 Beamte eingesetzt sind“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Zeugenhinweise erbeten

Am Freitag waren unter anderen das Spezialeinsatzkommando der Polizei Baden-Württemberg und die Polizeihundestaffel im Einsatz, um die Wohnungen in Korb, Waiblingen und Stuttgart zu durchsuchen.

Die Ermittlungen zum versuchten Tötungsdelikt dauern selbstverständlich weiter an. Wer Informationen geben kann oder wer sich an etwas erinnert, das auffällig war am Dienstagvormittag, sollte dies der Polizei melden, Telefon 0 71 51/9 50-0.


Unsere bisherige Berichterstattung zum Thema

10.01.2020: Schüsse im Eisental: Durchsuchungen in Waiblingen, Korb und Stuttgart

09.01.2020: Schüsse im Eisental: 50-köpfige Soko arbeitet mit Hochdruck

08.01.2020: Schüsse im Eisental: Opfer schwebt weiter in Lebensgefahr

07.01.2020: Schüsse im Eisental: Zeugen hörten heftigen Streit

07.01.2020: Schüsse im Eisental: 33-Jähriger schwer verletzt

Rems-Murr.
Vier Brüder irakischer Abstammung werden gesucht: Die Identität der Männer ist jetzt bekannt. Die Iraker sollen am Dienstagvormittag versucht haben, einen 33-Jährigen in einer Autowerkstatt im Waiblinger Gewerbegebiet Eisental mit einer Schusswaffe zu töten. Der Mann schwebt noch immer in Lebensgefahr und kann nicht vernommen werden. Zu seiner Staatsangehörigkeit gibt es keine offizielle Information. Möglicherweise handelt es sich um

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